Das Sanitärgebäude im Bau und die Ein- und Ausfahrt zum Parkplatz in Burgstaaken
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Bei der Ein- und Ausfahrt zum Parkplatz wird es vor dem Sanitärgebäude eng.

Verkäufsstände sorgen für Zwist

Verkehrsführung in Burgstaaken: Gesamtkonzept ist nicht in Sicht

  • Andreas Höppner
    vonAndreas Höppner
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Der Kommunalhafen Burgstaaken soll als touristische Erlebniszone weiter gestärkt werden. Der Stadtwerke- und Hafenausschusses hatte den Hafen in seiner jüngsten Sitzung auf der Agenda.

  • Verkäufsstände sorgen für Ärger.
  • Ausschuss lehnt Zufahrt zum Parkplatz nördlich um das Toilettenhäuschen ab.
  • Gesamtkonzept soll in einem Workshop erarbeitet werden.

Fehmarn – Die Stadt Fehmarn hat das Ziel, den Kommunalhafen Burgstaaken als touristische Erlebniszone weiter zu stärken. Doch am umstrittenen Standort des Sanitärgebäudes, das derzeit durch den Tourismus-Service Fehmarn (TSF) errichtet und voraussichtlich nicht vor Spätsommer fertiggestellt sein wird, zeigt sich, dass Burgstaaken ein weiteres Jahr mit einem Provisorium leben muss. Und auch die Stimmung der Gewerbetreibenden rund um den Kommunalhafen war schon einmal besser, wie in der Sitzung des Stadtwerke- und Hafenausschusses deutlich wurde. 

Jan Inkens: Betriebe stärken und nicht belasten

Auslöser sind von der Stadtverwaltung genehmigte Verkaufsstände, deren Angebot sich mit dem der ansässigen Gewerbetreibenden überschneidet. In Corona-Zeiten sollten ortsgebundene Betriebe gestärkt und nicht belastet werden durch Stände, die das gleiche Sortiment anbieten, machte Ausschussmitglied Jan Inkens (CDU), gleichzeitig Vorsitzender des Gewerbevereins Burgstaaken, seinem Ärger Luft. Bürgermeister Jörg Weber (SPD) hatte zuvor darauf verwiesen, dass er den Auftrag der Politik erhalten habe, „den Hafen aus den roten Zahlen zu holen“. Er versicherte den Betreibern dieser Stände, in dieser Saison dort stehen bleiben zu dürfen.

Unterstützung kam von seinem SPD-Parteikollegen Gunnar Gerth-Hansen. Dieser erinnerte an eine eindeutige Beschlusslage (11:0) des Ausschusses aus dem September 2019, nach der „zur Deckung des Bedarfs dienende Schank- und Speisewirtschaften“ im Hafengebiet erlaubt seien.

Ich weiß nicht, wo das Problem liegt.

SPD-Stadtvertreter Gunnar Gerth-Hansen

„Ich weiß nicht, wo das Problem liegt“, so Gerth-Hansen, der sagte, dass es nicht darum gehe, den Gewerbeverein zu stärken, sondern den Erlebnishafen als Ganzes.

Ähnlich argumentierte Ausschussvorsitzende Christiane Stodt-Kirchholtes (Grüne), die darauf hinwies, dass der Kommunalhafen unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt werden müsse. Jürgen Kölln (CDU) hatte hingegen schon Verständnis für die Sorgen der Betriebe vor Ort, denn diese müssten Infrastruktur wie sanitäre Anlagen oder Fettabscheider vorhalten, das bräuchten die Betreiber der Stände nicht.

Doch nicht nur die Verkaufsbuden sorgen für Missstimmung, auch der Standort des im Bau befindlichen Sanitärgebäudes ist ein Aufreger. Die ohnehin beengte Zufahrt zum Hafenbereich wird durch den Baukörper für die Verkehrsteilnehmer noch unübersichtlicher. Eine von der Stadt Fehmarn vorgeschlagene Verlegung der Parkplatzzufahrt nördlich um das Sanitärgebäude herum lehnte der Ausschuss ab. Zuvor hatte Friedrich Rathjen in der Einwohnerfragestunde auf Sorgen der Anwohner der Straße „Am Binnensee“ vor einer Zunahme des touristischen Verkehrs in der Sackgasse hingewiesen und um Prüfung auf alternative Zufahrtmöglichkeiten gebeten.

Stört das neue Sanitärgebäude? Die ohnehin beengte Zufahrt zum Hafenbereich wird durch den Baukörper für die Verkehrsteilnehmer noch unübersichtlicher.

Timo Jädke, Leiter des Inselbauhofs, sah hingegen in der angedachten Verkehrsführung eine vertretbare „Lösung, um Fußgänger zu schützen“. Jädke wies auf die prekäre Situation vor dem Gebäude hin, wo Begegnungsverkehr allenfalls mit zwei Pkw möglich wäre. Hinzu kämen Fahrradfahrer oder Fußgänger, die nach Ansicht von Jörg Josef Wohlmann (SPD) in Burgstaaken mangels vernünftiger Verkehrsführung „orientierungslos herumlaufen“ würden.

Vielleicht war das Toilettenhaus ein Schnellschuss.

F³-Stadtvertreter Kai Schumacher

Je länger die Diskussion dauerte, desto klarer wurde, dass der Standort des WC-Gebäudes unter den aktuellen Gegebenheiten suboptimal ist. „Das Toilettenhaus ist politisch gewollt, wir sollten mit Anwohnern und Experten sprechen, dass wir eine vernünftige Lösung hinbekommen“, fand Dirk Frohberg (FWV), während Kai Schumacher (F³) einräumte: „Vielleicht war das Toilettenhaus ein Schnellschuss.“

Workshop soll die Lösung bringen

Politik und Verwaltung setzen nun auf einen Workshop, in dem die Teilnehmer ein Gesamtkonzept für den Erlebnishafen Burgstaaken entwickeln sollen. Linda Lafrenz, im Fachbereich Bauen und Häfen für Hafenangelegenheiten zuständig, will jetzt zügig alle Interessierten anschreiben. Der Workshop soll noch vor der Septembersitzung des Ausschusses stattfinden, damit erste Ergebnisse präsentiert werden können. „Alles schreit nach einem Gesamtkonzept“, wies Christiane Stodt-Kirchholtes auf die Bedeutung einer solchen Konzeption hin.

Der Empfehlung Timo Jädkes, schon in diesem Herbst mit dem Bau einer Zufahrt zu beginnen, um Ostern 2022 fertig zu sein, folgte der Ausschuss nicht. „Wir müssen nicht Ostern 2022 fertig sein, es muss nur funktionieren“, folgerte Kai Schumacher. „Zeitlicher Druck sollte uns nicht dazu verleiten, keine anderen Lösungen auf den Tisch zu bekommen“, trat auch Jürgen Kölln auf die Bremse.

So soll in diesem Jahr mit einem Provisorium gearbeitet werden, das die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer möglichst optimal gewährleistet. Über die Ausgestaltung des Provisoriums muss sich nun der Leiter des Inselbauhofs Gedanken machen.   

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