Ein Fahrzeug wird von drei Polizisten kontrolliert
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Acht Stunden kontrollierten am Dienstag Polizei und Zoll über 800 Fahrzeuge am Fährbahnhof Puttgarden.

Zoll und Polizei kontrollieren Ein- und Ausreisende

Großeinsatz in Puttgarden

  • Reinhard Gamon
    VonReinhard Gamon
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Mit einem Großaufgebot von Polizei und Zoll wurde im Fährbahnhof Puttgarden auf Fehmarn kontrolliert.

  • Acht Stunden lang wurden über 800 Fahrzeuge kontrolliert.
  • 34-jähriger Schwede mit Kokain erwischt.
  • Beamte wurden von Diensthunden unterstützt.

Fehmarn – Maßnahmen zur Intensivierung der Grenzfahndung, die Bekämpfung von Schleusern und die Ein- und Ausfuhr von Betäubungsmitteln sowie Kontrollen des Pkw- und Lkw-Verkehrs standen am Dienstag im Fokus der Großkontrolle von Polizei und Zoll am Fährbahnhof in Puttgarden. Acht Stunden lang wurden über 800 Fahrzeuge – Pkw, Lkw, Reisebusse – näher unter die Lupe genommen.

Das Phänomen der sogenannten Behältnisschleusung (Schmuggel von Menschen) hat sich bundesweit erhöht

Oberkommissar Sven Klöckner, Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Kiel

„Das Phänomen der sogenannten Behältnisschleusung (Schmuggel von Menschen) hat sich bundesweit erhöht“, sagte der Pressesprecher der Bundespolizeiinspektion Kiel, Oberkommissar Sven Klöckner. Aus diesem Grund wurde im Vorwege auch eine mobile Röntgenanlage der Bundeszollverwaltung angefordert. Röntgenbilder gaben klaren Aufschluss darüber, ob sich zum Beispiel in größeren Fahrzeugen zum Zweck der Schleusung Versteckmöglichkeiten erkennen ließen.

Gleichzeitig konnte nach Schmuggelware gesucht werden. Insgesamt verfügt die deutsche Zöllbehörde über drei dieser mobilen Anlagen, von der jede rund 1,6 Millionen Euro in der Anschaffung kostet. Zu einer Einheit gehören jeweils ein Fahrer, ein Bildauswerter und ein Strahlenschutzbeauftragter.

Neben verschiedenen polizeilichen Feststellungen deckten die Beamten drei Fälle von Drogenkonsum auf. So fiel beispielsweise bei der Ausreise ein 34-jähriger Schwede als Fahrzeugführer eines kleinen Lkw auf. Separate Drogentests von Zoll und Landespolizei bestätigten einen Kokainmissbrauch. Es wurde eine Strafanzeige wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz und das Führen eines Fahrzeuges im Straßenverkehr unter Drogen erstellt. Da der Betroffene keinen Wohnsitz in Deutschland hatte, wurde eine hohe Sicherheitsleistung angeordnet. Der Schwede zahlte und konnte ohne sein Fahrzeug die Heimreise antreten.

Vorbereitungen dauern mehrere Wochen

„Die Vorbereitungen für die Großkontrolle dauern mehrere Wochen“, erklärte Klöckner, denn zahlreiche Absprachen seien mit allen teilnehmenden Behörden und Kooperationspartnern zu tätigen. Dänische Beamte aus Lolland und Falster waren diesmal wegen Terminüberschneidungen nicht mit von der Partie. „Aus hoheitlichen Gründen dürfen die Dänen zwar in Deutschland keine eigenen Maßnahmen treffen, doch sie sind als Beobachter und als Verbindungsbeamte immer gern gesehen“, so Klöckner.

Beteiligt waren insgesamt 70 Personen von der Polizeidirektion Lübeck, vom Hauptzollamt Kiel, von der Bundespolizeiinspektion Kiel, der Landespolizei (1. Einsatzhundertschaft aus Eutin), Polizeibeamte des gemeinsamen Ermittlungsbüros Puttgarden sowie der gemeinsamen Fahndungsgruppe Schengen. Unterstützt wurden die Beamten von Diensthunden. Für den großen Kontrolleinsatz war am Dienstag die Polizeidirektion Lübeck zuständig. Als Einsatzleiter fungierte der Chef der Polizeistation Fehmarn, Philipp Dietz.

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