Corona-Schnelltest
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Die Zahl der Corona-Tests sinkt

Reduzierte Vergütung problematisch

Zahl der Corona-Schnelltests sinkt auf Fehmarn

  • Manuel Büchner
    VonManuel Büchner
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Die Fehmarn Schnelltest UG ist der größte Anbieter von Schnelltest auf Fehmarn. Im Gespräch mit dem FT spricht Geschäftsführer Kai Sap über die Herausforderungen der letzten sechs Wochen und wagt einen Ausblick.

  • Von 125 Mitarbeitern auf 55.
  • Sinkende Vergütung bedroht wirtschaftliches Arbeiten.
  • Bisher noch kein Geld von der Kassenärztlichen Vereinigung.

Fehmarn – Seit Freitag (25. Juni) ist es durch die Corona-Landesverordnung offiziell: Mindestens vier weitere Wochen müssen Touristen für die Beherbergung und Besucher einer Innengastronomie einen Corona-Schnelltest vorlegen, wenngleich für Übernachtungen nur noch in abgespeckter Form: Anreisetest plus einmalig nach 72 Stunden. Der größte Anbieter von Schnelltests auf Fehmarn ist die Fehmarn Schnelltest UG mit vier Stationen. Längst ist die 100000er-Marke überschritten.

Es gibt zwar 20 Euro pro Stunde, aber es ist ein Risikojob.

Kai Sap

Zur Hochzeit um die Pfingstfeiertage hatte Geschäftsführer Kai Sap 125 Personen in Lohn und Brot – vor allem Studenten und Minijobber, nur zwei bis drei Saisonkräfte waren dabei. „Wir haben also niemanden die Arbeitskräfte weggenommen“, denn Saisonarbeitskräfte würden auch die ganze Saison arbeiten sollen. „Bei uns kann es, übertrieben gesagt, jeden Tag vorbei sein. Es gibt zwar 20 Euro pro Stunde, aber es ist ein Risikojob.“

Weniger Nachfrage, weniger Mitarbeiter

Die Zahlen bestätigen dies: Momentan hat Sap 55 Mitarbeitende, insbesondere Studenten in Teil- und Vollzeit. Der Abbau geht selbstverständlich mit einem seit Pfingsten abnehmenden Testaufkommen einher, was die Aufrechterhaltung der vier Teststationen durch eine geringere Auslastung zu den üblichen Öffnungszeiten (8 bis 18 Uhr) nicht einfacher macht. „Wir wollten zwei Standorte schließen, was bei den Vermietern auf großen Widerstand gestoßen ist.“ Der Kompromiss: verringerte Öffnungszeiten ab 3. Juli und nur mit Vorregistrierung über das ebba-System (--> Alles zur Ebba-App), mit App oder Ausdruck QR-Code über Webseite, an den beiden Standorten E47 und Bojendorf.

Das bricht uns ein wenig das Genick.

Kai Sap

Erschwerend kommt hinzu, dass ab 1. Juni weniger als die bisher bis zu 18 Euro abgerechnet werden können. Die Reduzierung des Materialkostenanteils kann Sap nachvollziehen – die Einkaufspreise seien gesunken. Jedoch nicht, den Abstrich von zwölf auf acht Euro zu senken. „Das bricht uns ein wenig das Genick. Wir haben einen hohen Qualitätsstandard, geben dafür auch viel Geld aus. Wir müssen uns jetzt so smart aufstellen, dass die Qualität weiterhin stimmt, wir aber auch weiterhin Geld verdienen.“ 

Bisher alles aus eigener Tasche finanziert

Gelohnt habe es sich bisher, sagt er, aber man sei zu Beginn ein hohes unternehmerisches Risiko eingegangen, habe zum Start einen sechsstelligen Betrag investiert. Löhne und Rechnungen sind bezahlt – alles weiterhin aus eigener Tasche –, von der Kassenärztlichen Vereinigung gab es bisher noch kein Geld.

Für vier Wochen, bis zur nächsten Landesverordnung, hat die Fehmarn Schnelltest UG erst mal wieder Planungssicherheit, wenn man es so bezeichnen mag, denn die Zahl der Geimpften steigt und die Variable Innengastronomie bleibt ein Unsicherheitsfaktor für die Tester.

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