Simon Meyer ist Chef der Anlage in Burgstaaken

Fehmarn: Klärwerksleiter mit 21

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Auf der beweglichen Bedienerbrücke des neuen Belebungsbeckens: Stadtwerkeleiter Sascha Deisinger (l.) ist stolz auf seinen Klärwerksleiter Simon Meyer.

Fehmarn – mb – Klärwerksmeister mit 21 Jahren: Simon Meyer einen Durchmarsch auf der Karriereleiter zu attestieren, ist sicherlich keine Unterstellung. Einer der jüngsten Klärwerksmeister in ganz Deutschland sei er wohl, merkt man Stadtwerkeleiter Sascha Deisinger an, dass er stolz auf seinen Leiter der Anlage in Burgstaaken ist.

Mit 16 Jahren hatte der Fehmaraner 2014 seine Ausbildung zur Fachkraft Abwassertechnik begonnen und 2017 mit Auszeichnung abgeschlossen. Der Niendorfer hätte an der Stelle auch sagen können, das reicht mir. Aber weit gefehlt: Schon während seiner Azubi-Zeit habe man ihm das Angebot unterbreitet, so Deisinger. „Er hat also schon während der Ausbildung Druck bekommen“, lächelt sein Chef. Meyer: „Habe ich das?“ Der 21-Jährige fühlt sich wohl, hat für sich die richtige Entscheidung getroffen – das ist im Gespräch deutlich zu vernehmen. „Die Stadtwerke haben mich immer gut unterstützt“, weiß Meyer die Chance, die er bekommen hat, zu schätzen.

Meyer mit Heimvorteil

Dass der Plan aufkam, hatte viel damit zu tun, dass der damalige Klärwerksleiter Jürgen Siewers absehbar in den Ruhestand gehen würde. Aber nicht nur die Noten und das Engagement des Azubis deuteten damals in die richtige Richtung, Meyer hat natürlich auch Heimvorteil. „Es ist immer besser, das eigene Personal auszubilden“, so Deisinger. „Er kannte die Anlage dadurch schon perfekt.“

Seinen Meisterbrief hatte Meyer mit 20 Jahren und elf Monaten in der Tasche. Drei Jahre dauerte der Meisterlehrgang mit Fernstudien und Präsenzzeiten bei der IHK Dresden. Start war im November 2017. „Das obligatorische Gesellenjahr musste ich bis zur Prüfung besitzen“, so Meyer, der am 4. Dezember 2019 seine Prüfung ablegte. Die offizielle Freisprechung zum Meister sollte am 12. März in Dresden stattfinden. Meyer reiste an, am Morgen wurde die Feier aus bekannten Gründen abgesagt. „Schade, dass es ausgefallen ist. Das ist ein Meilenstein im Berufsleben“, weiß Deisinger.

"Das ist eine Glanzleistung"

Anerkennung bekam Meyer zuletzt aus der Politik im Stadtwerke- und Hafenausschuss. „Wir gratulieren ganz herzlich. Das ist eine Glanzleistung“, hatte die Ausschussvorsitzende Christiane Stodt-Kirchholtes gesagt. Es sei ein gutes Beispiel, so die Grünen-Stadtvertreterin, wie sich ein Jugendlicher von der Insel in relativ kurzer Zeit derart qualifiziert durch eigenes Engagement und die Unterstützung der Stadtwerke. Lob kam auch von der Verwaltung sowie dem ehemaligen Stadtwerkeleiter Rainer Loosen, der ihn während der Ausbildung förderte.

Mit Meyer sind es vier Personen, die auf dem Klärwerk in Burgstaaken arbeiten. Zudem hat der 21-Jährige einen Azubi. Der sei aber ein halbes Jahr jünger als er selbst, grinst Meyer, der „einiges vor der Brust hat“, wie es der Leiter der Stadtwerke formuliert. Klärwerkserweiterung abgeschlossen, Schritt für Schritt in Richtung Klimaneutralität, ein langjähriger Mitarbeiter hat das Klärwerk verlassen, voraussichtliche Neueinstellung einer Mitarbeiterin, Leiter und Stellvertreter sind zuletzt in den Ruhestand gegangen. „Es hat sich viel getan, fast die komplette Mannschaft wurde erneuert“, sagt Sascha Deisinger. Meyer sieht dennoch keine Brüche in den Arbeitsabläufen: „Wir haben ein sehr gut eingespieltes Team. Jeder kennt seine Aufgaben und weiß, was unsere Ziele sind.“

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