Die stillgelegte Erholungsstätte in Meeschendorf
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Die stillgelegte Erholungsstätte des Kreises Hersfeld-Rotenburg soll Platz machen für ein Familienhotel, das die JUFA-Gruppe in Meeschendorf errichten möchte.

JUFA-Chef Gerhard Wendl im FT-Gespräch

Fehmarn: „Konzept passt ideal zur Insel“

  • Andreas Höppner
    vonAndreas Höppner
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Bekanntlich plant die JUFA-Gruppe einen Hotelneubau in Meeschendorf. Darüber entscheiden die Bürger im dritten Bürgerentscheid der Inselgeschichte am 18. April (Sonntag). Im Gespräch mit dem FT erläutert JUFA-Chef Gerd Wendl die Pläne.

  • JUFA plant ein Familienhotel.
  • 82 Gästezimmer sind vorgesehen.
  • 170 Erwachsene und rund 50 Kinder sollen bei Vollbelegung beherbergt werden.

Fehmarn – Während in den vergangen Jahren an der ostholsteinischen Ostseeküste Zug um Zug mehrere Hotels entstanden sind und Planungen für weitere Hotels in Angriff genommen wurden, herrschte auf Fehmarn diesbezüglich Ruhe. Oder: Stillstand. In Burgtiefe rührt sich seit mehr als einem Jahrzehnt nichts in Sachen Hotelbau, jetzt könnte es in Meeschendorf in einem vergleichbar kleinerem Rahmen die Ansiedlung eines Hotels geben, doch es gibt Widerstand, der sich kanalisiert in einem Bürgerentscheid, der am 18. April abgehalten wird.

Gerhard Wendel, Gründer der JUFA-Hotels.

In einem Gespräch mit dem FT nimmt Gerhard Wendl, Gründer und Geschäftsführer der JUFA-Hotels, Stellung zum Projekt, das das in Österreich ansässige Unternehmen auf dem rund 11000 m² großen Areal des Landkreises Hersfeld-Rotenburg umsetzen möchte.

Ein Familienhotel soll es werden. Von Beginn an – seit 1991 – habe man das Familienkonzept in den Mittelpunkt gestellt. Offenbar ein Erfolgsrezept, denn mittlerweile gibt es laut Wendl 61 JUFA-Hotels: 48 in Österreich, zehn in Deutschland und jeweils eine Einrichtung in Ungarn, Liechtenstein und der Schweiz.

Das JUFA-Hotelkonzept passt ideal zur Insel. Wir stehen für sanften Tourismus.

JUFA-Chef Gerhard Wendl

Und man passe diese Hotels in die jeweilige Region ein. So werde beim Bau und Betrieb des Hotels großer Wert auf Nachhaltigkeit und Regionalität gelegt.  JUFA-Hotels seien „das Gegenteil von dem, was man mit schlechten Nebeneffekten von Tourismus verbindet“, versichert Wendl, dass seine Hotels nicht in „Halligalli-Orten“ zu finden sind und nichts mit Massentourismus zu tun haben. „Das JUFA-Hotelkonzept passt ideal zur Insel. Wir stehen für sanften Tourismus.“ 

Für den Standort Meeschendorf sind 82 Gästezimmer vorgesehen: 48 Doppelzimmer (etwa die Hälfte mit Kinderbett), vier barrierefreie Einzelzimmer, 20 Familienzimmer für bis zu vier Personen sowie zehn Familieneinheiten, bestehend aus zwei Zimmern mit Verbindungstür. Ferner zehn Personalzimmer für Mitarbeiter und DLRG-Personal sowie eine Hotelleiterwohnung. Wendl schätzt, dass bei Vollbelegung rund 170 Erwachsene mit rund 50 Kindern beherbergt werden. Zielsetzung sei ein Ganzjahresbetrieb, in der Spitze mit rund 30 Arbeitsplätzen und eigenem Ausbildungsprogramm.

Ganz wichtig: JUFA-Hotels sind offene Häuser. Die Spielbereiche im Außen- sowie Indoorbereich – in Meeschendorf auf über 100m² – seien für jedermann frei zugänglich. Auch sonst stehe das Haus allen offen, so Wendl, der das Hotel in Meeschendorf auch als gesellschaftlichen Treffpunkt etablieren möchte. Die enge Bindung zur Region solle sich zudem in der Auswahl der Partner widerspiegeln, beispielsweise bei Lebensmittelproduzenten.

Heute digitale Projektvorstellung

Im Vorwege des Bürgerentscheids in knapp drei Wochen hofft Gerhard Wendl darauf, dass ausreichend Fehmaraner, die sich noch „nicht sicher sind, uns das Vertrauen geben“ und sich für das Familienkonzept der JUFA und somit für das Meeschendorf-Projekt entscheiden. In Bezug auf die Information der Öffentlichkeit sei man am Anfang möglicherweise etwas zu passiv gewesen, gibt der  JUFA-Chef unumwunden zu. Die Corona-Pandemie habe schließlich auch ihren Teil dazu beigetragen, sodass sie nicht vor Ort sein konnten. Als Alternative bietet Gerhard Wendel heute Abend um 18 Uhr eine Projektvorstellung auf digitaler Ebene an unter jufahotels.com/info-meeschendorf.

Doch auch auf dem Wochenmarkt in Burg sei die JUFA mittlerweile präsent. Und zwar mit Mitarbeitern aus anderen Häusern in Deutschland, die sich freiwillig gemeldet hätten, um für das Projekt zu werben. „Es muss nicht immer der Chef sein“, findet Wendl.

Er ist zuversichtlich, dass das Projekt starten kann. Sollte der Ausgang des Bürgerentscheids dazu führen, dass die Planungen gestoppt werden, drohe aus seiner Sicht die Gefahr, dass die Erholungsstätte Meeschendorf zu einer Bauruine wird, befürchtet der JUFA-Chef und versichert, dass „die JUFA ein verlässlicher Partner mit Handschlagqualität“ sei.  

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