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Gemeindewehrführer Torsten Steffen und Stadtvertreter Kai Schumacher

Fehmarn lässt Konditionen für eine Feuerwehrrente prüfen

  • Manuel Büchner
    VonManuel Büchner
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Mehr Menschen für die Feuerwehr begeistern – für Fehmarn ein wichtiges Thema, gilt es doch, zehn Wehren schlagkräftig zu halten. Ist die Feuerwehrrente ein probates Mittel? Die Meinungen gehen auseinander.

  • F3-Fraktion bringt Antrag ein auf Einführung einer Feuerwehrrente.
  • Diskussion über kurzfristige Anreize für Feuerwehrkameraden.
  • Konditionen für eine Feuerwehrrente auf Fehmarn will die Stadtverwaltung extern prüfen.

Fehmarn – Das Sturmwochenende hat es zuletzt gezeigt mit weit über 80 Einsätzen für die zehn Inselwehren. Wer in der Freiwilligen Feuerwehr ist, geht einem besonders herausfordernden, nicht vorhersehbaren Ehrenamt nach. Braucht Fehmarn deshalb eine Feuerwehrrente, um die Arbeit der Kameradinnen und Kameraden auch monetär wertzuschätzen? Die Politik diskutierte die Feuerwehrrente bereits in der Vergangenheit und entschied sich dagegen. Die Freie Fraktion für Fehmarn (F3) hatte im jüngsten Hauptausschuss das Thema mit einem Antrag wieder auf die Tagesordnung geholt. Die Rechnung: 30 Euro pro Monat für jeden Aktiven macht für Fehmarn rund 120000 Euro pro Jahr. Die kritischen Stimmen überwogen in der Sitzung, bis am Ende dann doch Einigkeit herrschte, der Feuerwehrrente nicht den Garaus zu machen.

Wir können uns das leisten.

F3-Stadtvertreter Kai Schumacher

F3-Stadtvertreter Kai Schumacher erläuterte kurz: Die Investition solle nicht vom Feuerwehrbudget abgezogen, sondern als eine freiwillige Leistung der Stadt Fehmarn eingeführt werden. „Wir können uns das leisten“, so Schumacher, zumal man die Arbeit der Feuerwehr gar nicht genug würdigen könne. Er sehe darin auch einen Anreiz für den Nachwuchs, was im Ausschuss allerdings bezweifelt wurde.

Aus Sicht der Antragsteller müsse man auch die zusätzliche Belastung durch den Brandschutz im künftigen Tunnel mit in die Betrachtung einbeziehen. Die logische Schlussfolgerung, sich das Geld aus Kiel zu holen, ist allerdings keine Option. Das zuständige Innenministerium hat die Anfrage der Stadt Fehmarn bereits verneint, teilte Günther Schröder, Fachbereichsleiter Allgemeine Verwaltung, Bildung und Sport, mit.

Feuerwehr ist eine Pflichtaufgabe, die wir erfüllen müssen – und dafür brauchen wir Personal.

Gemeindewehrführer Torsten Steffen

Gemeindewehrführer Torsten Steffen nahm auf Bitten des Ausschusses Stellung zum Thema: „Anreize für die Kameraden zu schaffen, ist sehr wichtig“, betonte Steffen, denn „Feuerwehr ist eine Pflichtaufgabe, die wir erfüllen müssen – und dafür brauchen wir Personal“. Es werde immer schwieriger, Feuerwehrleute zu finden. Unser aller Aufgabe sei es, dafür zu sorgen, „dass alle zehn Wehren auf Fehmarn schlagkräftig bleiben“. Eine Pflichtwehr gelte es, um jeden Preis zu vermeiden. Ein Teil dieser dann drohenden Kosten seien sinnvoller beim Ehrenamt aufgehoben.

Anreize schaffen – aber die richtigen

Steffen verdeutlichte, dass die Feuerwehrrente nur ein Anreiz sein kann, „wenn es fair für alle ist und die, die lange dabei sind, nicht vergessen werden“. Eine Lösung wäre eine Übertrittsvergütung bei Versetzung in die Ehrenabteilung. Steffen zählte auch eine paar Beispiele auf: Gutscheine bei Jubiläen, jungen Kameraden einen Zuschuss für den Führerschein geben, die Fahrten mit dem privaten Pkw zum Einsatz vergüten, Firmen anschreiben, um für Aktive der Wehr Vergünstigungen zu bekommen – oder mal einen Grillabend veranstalten, zu dem der Bürgermeister einlädt. „Das sollte nicht belächelt werden“, so Steffen.

Niemand geht zur Feuerwehr, weil er später mal eine Rente erhält.

Hauptausschussvorsitzender Lars Hviid (FWV)

Der Ausschussvorsitzende Lars Hviid (FWV) formulierte, was wohl in allen Fraktionen Zustimmung findet: „Unsere Wertschätzung eurer Arbeit steht außer Frage.“ Jedoch sehe er in der Feuerwehrrente keinen Anreiz für den Nachwuchs, in die Feuerwehr einzutreten. Eine Rente sei ein langfristiges Mittel, kurzfristige Möglichkeiten sinnvoller. „Niemand geht zur Feuerwehr, weil er später mal eine Rente erhält“, so Hviid.

Auch Heinz Jürgen Fendt, Marianne Unger (beide SPD) und Werner Ehlers (CDU) sprachen sich für kurzfristige Anreize aus. „Wir sollten Ideen sammeln und die Feuerwehrleute fragen, was sie sich wünschen“, so Unger. Hviid bat Steffen, eine entsprechende Wunschliste zu erstellen.

Belastbare Zahlen als Entscheidungsgrundlage

Marco Eberle (Grüne), der im Ausschuss nicht stimmberechtigt ist, hätte sich „belastbare Zahlen“ gewünscht. „Was kostet uns das?“ Schumacher flankierte die Frage mit einer weiteren: „Was kostet uns eine Pflichtwehr?“ – und relativierte seinen Antrag. Es gehe nicht um eine unmittelbare Entscheidung, sondern um die Frage, wie viel die Stadt finanziell in die Hand nehmen müsse, um „eine wahrnehmbare Anerkennung für die Aktiven zu generieren“. 

Die Diskussion drehte: Erst mal prüfen und zu einem späteren Zeitpunkt belastbare Zahlen vorlegen. Aber nicht durch das Ordnungsamt, schaltete sich Bürgermeister Jörg Weber ein. Da gebe es keine Kapazitäten. Am Ende hieß es: Externe Anbieter anfragen für eine Prüfung und andere Kommunen fragen, die mit einer Feuerwehrrente Erfahrungen gesammelt haben.

Was im Austausch ins Abseits geriet, „was sagen die Feuerwehrkameraden dazu?“, fragte Fendt. Steffen: Das sei altersabhängig – „ein schwieriger Spagat“.

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