Ein Luftfilter in einem Klassenraum
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Mobile Luftreinigungsanlagen können durchaus ein Baustein sein, um eine mögliche Viruslast in den Klassenräumen zu senken.

Förderprogramm greift für die Insel nicht

Fehmarn: Luftfilter gegen schlechte Luft?

  • Andreas Höppner
    VonAndreas Höppner
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Der Bund fördert den Einbau mobiler Luftfilter in Kitas und Schulen mit 200 Millionen Euro. Auf Fehmarn dürfte die Förderung nicht greifen.

  • Nur Räume mit eingeschränkter Lüftungsmöglichkeit werden gefördert.
  • Kosten ohne Förderung bei rund 180000 Euro.
  • Ausschuss berät am 1. September.

Am Montag beginnt in Schleswig-Holstein ein neues Schuljahr. Und wiederum wird es unter dem Einfluss der Corona-Pandemie stehen. Ziel des Bildungsministeriums ist es, 2021/22 möglichst dauerhaft einen Präsenzunterricht zu ermöglichen. Um in Innenräumen die Übertragung des Coronavirus durch Aerosole zu verhindern, ist nicht nur intensives Lüften angesagt. Der Einbau von Luftfilteranlagen kann ebenfalls dazu beitragen, eine mögliche Viruslast zu senken.

Vor Kurzem hat das Bundeskabinett beschlossen, den Einbau mobiler Luftfilter in Kitas und Schulen mit insgesamt 200 Millionen Euro zu fördern. Laut Bettina Hagedorn (SPD), Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium, entfielen davon 6,8 Millionen Euro auf Schleswig-Holstein, sofern sich das Land ebenfalls mit 6,8 Millionen Euro beteiligt.

Könnte also auch Fehmarn profitieren, zumal die Kommune nur ein Viertel des Landesanteils zu tragen hätte? Die Stadtverwaltung Fehmarn hat schon einmal prüfen lassen, wie viele Räume in den Schulen infrage kommen könnten. Allerdings: Die Aussicht auf Förderung ist mehr als gering. Also: viel heiße Luft.

So verweist Björn Maier, Teamleitung des Fachbereichs Kinder, Jugend, Sport, Kultur und Schule, auf die straffen Förderrichtlinien. Denn förderfähig sind demnach nur Räume mit eingeschränkter Lüftungsmöglichkeit (Kategorie 2) in Einrichtungen, in denen Kinder unter zwölf Jahren betreut und unterrichtet werden. Das sei zum Beispiel der Fall, wenn Fenster nur über eine Kippvorrichtung verfügten oder aber auch der Querschnitt von Lüftungsklappen zu klein sei. Auf sämtliche Klassenräume der 1. bis 6. Klassen treffe das nicht zu, sie seien gut belüftbar, so Maier gegenüber dem FT.

Sollten trotzdem mobile Luftfilteranlagen für die Klassenräume der Stufen 1 bis 6 angeschafft werden, müsste die Stadt Fehmarn als Schulträgerin alleine dafür aufkommen und rund 180000 Euro aufbringen, berichtet Maier, der die Kosten pro Luftreinigungsgerät auf 3000 bis 3500 Euro schätzt.

Thema für den Fachausschuss

Die Stadtverwaltung will das Thema am 1. September noch einmal zur Beratung in die Sitzung des Ausschusses für Kultur, Schule, Sport und Soziales geben.

Wir müssen alles tun, damit die Kinder sicher unterrichtet werden, es darf nicht auf den Euro ankommen

Marianne Unger (SPD), Ausschussvorsitzende

„Wir müssen alles tun, damit die Kinder sicher unterrichtet werden, es darf nicht auf den Euro ankommen“, macht Ausschussvorsitzende Marianne Unger (SPD) deutlich. Ihr erscheinen Einzelfallprüfungen sinnvoll, um nach Kontaktaufnahme mit den Schulleitungen und Elternvertretungen konkrete Entscheidungen treffen zu können. „Die Gesundheit der Kinder ist oberstes Gebot.“

Von den Schulleitungen habe es bislang noch „kein Signal gegeben“, berichtet indes Björn Maier. Zu Beginn des neuen Schuljahres könnte es diese dann aber vielleicht doch geben.  

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