André Ahlers und Sohn Noah mit den gefangenen Fischen
+
Angelguide André Ahlers (l.) geht auch mal gemeinsam mit Sohn Noah zum Spinnfischen. Stolz präsentieren die Angler ihre Ausbeute.

Spinnfischen mit Blinker

Meerforellen und Hornhechte: Unterwegs mit dem Angelguide auf Fehmarn

  • Lars Braesch
    vonLars Braesch
    schließen

Angelguide André Ahlers bietet Touren auf Fehmarn an. Gemeinsam mit seinem Sohn Noah und den SG IV-Spielern Yannic Slowy und Tobi Worm hat das FT die Angler beim Spinnfischen mit Blinker begleitet.

  • Angelguide-Touren auf Fehmarn wurden zum Hobby.
  • Fische kehren derzeit aus den Laichgebieten in die Ostsee zurück.
  • Gute Ausbeute nach vier Stunden Angeln.

Fehmarn – Derzeit ist es aufgrund der Corona-Pandemie schwer, Vereinssport zu treiben. Die Teamsportler können nicht in voller Stärke trainieren. Dennoch lassen sich die Fehmaraner durch Corona nicht entmutigen. Die Redaktion hat sich einmal umgeschaut und möchte in einer lockeren Serie einige Sportarten vorstellen, die trotz Corona ausgeübt werden können oder aber noch pausieren müssen. Über Hobby Horsing und Wingsurfen haben wir bereits berichtet, demnächst folgt Online-Darts. Heute: Angeln.

Es riecht nach Meer. Eine leichte Brise weht nach einem kurzen Regenschauer. Das FT trifft Angelguide André Ahlers und seinen Sohn Noah sowie die SG IV-Fußballspieler Yannic Slowy und Tobi Worm am Strand. Die vier Angler sind bestens mit Wathosen und -stiefeln ausgerüstet, denn es wird im Wasser, in Ufernähe, geangelt. 

Wegen des Angelns ist Ahlers vor sieben Jahren von Hamburg nach Fehmarn gezogen. Seit zehn Jahren angelt der Maler nach Meerforellen. Dabei sind Angelguide-Touren auf der Insel zu Ahlers‘ Hobby geworden. „Wir betreiben das sogenannte Spinnfischen mit Blinker“, erklärt der Angelguide. Der Blinker imitiere dabei kleine Fische als Köder. 

Derzeit würden die Fische aus den Laichgebieten in die Ostsee zurückkehren. Momentan falle nur der Dorsch unter das Baglimit. Hier sind maximal fünf Dorsche pro Tag erlaubt. „Die Fische müssen eine Größe von mindestens 40 Zentimetern haben. Ansonsten müssen wir den Fisch sofort wieder freilassen. Auch Fische, die noch ihr braunes Laichkleid anhaben, kommen sofort wieder zurück in die Ostsee“, erklärt der 50-jährige Angler. 

60 Zentimeter große Meerforelle beißt an

Ahlers hat an diesem Nachmittag Glück, denn eine 60 Zentimeter große Meerforelle beißt an. „Die Zeit der Rapsblüte ist Hornhecht-Zeit“, ergänzt Yannic Slowy. Durch den HSV und das Angeln sind Ahlers und Slowy gute Freunde geworden. Angefangen hatte alles vor rund drei Jahren in einer Bäckerei in Landkirchen, als sich die Handwerker beim Brötchenholen fast täglich begegneten. Slowy fragte einfach mal nach, ob beide nicht mal gemeinsam angeln wollten. Davor unternahm Slowy Kutterfahrten und ging zum Brandungsangeln. Die Meerforelle gilt als „Fisch der 1000 Würfe“ 1000-mal muss die Angelroute ausgeworfen werden, um eine Meerforelle an den Haken zu bekommen, heißt es.

Gerade zur Rapsblüte würden die Hornhechte besonders gut beißen. Hier hat einer bei Tobi Worm angebissen.

Nun ja: Ahlers‘ 14-jähriger Sohn Noah hatte seine erste Meerforelle in Marienleuchte gefangen. Und das gleich mit dem ersten Wurf. Bei Slowy hatte in Katharinenhof das erste Mal eine Meerforelle angebissen. „Was soll ich denn jetzt machen?“, fragte sich Slowy damals. Mit einem Kescher war Ahlers dem Neuling in Sachen Spinnfischen zu Hilfe gekommen. Mit einem Schlag gegen den Kopf wurde der Fisch fachgerecht getötet und anschließend ausgenommen. Tobi Worm fing seine erste Meerforelle in Wulfen. Nun sind die SG IV-Spieler vom Spinnfischen völlig begeistert. 

„Durch die Insellage kann man auf Fehmarn bei jeder Windrichtung angeln“, erklärt André Ahlers. Anfänger würde der Angelguide allerdings nicht in die Welle schicken.

Perfektes Wurfgewicht:  Bis zu 35 Gramm

Eine sogenannte Spinnrute von maximal drei Metern und einem Wurfgewicht bis zu 35 Gramm ist die perfekte Angelrute fürs Spinnfischen. Neben der Ausrüstung ist ein Angelschein Pflicht. Dieser kann in Schleswig-Holstein ab dem zwölften Lebensjahr nach einem 30-stündigen Präsenz-Kurs oder einem Online-Kurs und dem Bestehen der Abschlussprüfung erworben werden. 

„Die beste Zeit, um Meerforellen zu angeln, ist im Juni und nachts. Auch während der Hornhecht-Zeit beißen die Meerforellen an“, erklärt der Angelguide. Bei seinen Touren habe er meistens ein gutes Händchen. Als Insulaner würde Ahlers beim Angeln keinen Erfolgsdruck haben, da er ja fast jeden Tag angeln gehen könne. „Touristen, die Touren bei mir buchen, kommen von weither angereist und konnten wegen Corona hier nicht übernachten. Da gibt es dann einen gewissen Erfolgsdruck, etwas fangen zu müssen“, sagt Ahlers.

Darf man sich beim Angeln wirklich nicht unterhalten? „Das ist ein Mythos“, erklärten die vier Angler übereinstimmend. Die Gesamtbilanz gibt den Anglern recht, denn nach vier Stunden hatten zehn Hornhechte und eine Meerforelle angebissen – trotz Unterhaltung.

Vor Kurzem hat Yannic Slowy seinen Sportbootführerschein bestanden. Mit dem eigenen Boot soll es demnächst einmal zum Dorschangeln raus auf die Ostsee gehen. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.