Gunnar Gerth-Hansen Fährfahrten Wasser-Taxi
+
Kapitän der „Annika“: Gunnar Gerth-Hansen bietet wochentags 20-minütige Fährfahrten zwischen Burgstaaken und Burgtiefe an.

Kleine Fährverbindung startet durch

Alle einsteigen: Mit Kapitän Gunnar übern Burger Binnensee schippern

  • Manuel Büchner
    VonManuel Büchner
    schließen

Sich mal entspannt bei bester Unterhaltung von Burgstaaken nach Burgtiefe (oder umgekehrt) über den Burger Binnensee chauffieren lassen? Kein Problem! Kapitän Gunnar ist wochentags zur Stelle.

  • In der Tradition von Henry Lüthje: Fährverbindung für zwölf Personen zwischen Burgstaaken und Burgtiefe.
  • Touristischer Baustein und nachhaltige Mobilität: Tourismus-Service unterstützt das Angebot.
  • Nur zwei bis drei Liter Schiffsdiesel für zwölf Fahrten pro Tag.

Fehmarn – Den meisten ist er sicherlich noch als Kapitän auf dem Fischkutter „Tümmler“ bekannt: Gunnar Gerth-Hansen. Der Burgstaakener Jung ist allerdings seit einem Jahr in Frührente, hatte den „Tümmler“ an seinen langjährigen Mitarbeiter Frederik Otten übergeben. Schon damals hatte er Pläne geschmiedet, mit seinem kleinen Reusenboot „Annika“, benannt nach seiner Tochter, Fahrten über den Burger Binnensee anzubieten. Inzwischen ist die Idee längst umgesetzt. Von Montag bis Freitag – täglich zwölf Fahrten – ist die „kleinste Fährlinie Fehmarns“, wie sie Gerth-Hansen schmunzelnd bezeichnet, zwischen Burgstaaken und Burgtiefe unterwegs.

Zukünftig Zwischenstopp am Café „Sorgenfrei“

Damit greift der Fehmaraner eine Tradition auf, die zwischen 1950 und 1970 der Fischer Henry Lüthje aufleben ließ. Viele Gespräche habe er mit dem mittlerweile verstorbenen Fischer über das Wiederaufleben einer Fährlinie geführt. „Im Andenken an ihn wurde der neue Anleger am Café ‚Sorgenfrei‘ Henry-Lüthje-Steg getauft“, so Gerth-Hansen, der dort zukünftig gerne einen kleinen Zwischenstopp einlegen würde. „Das habe ich bei der Stadt bereits beantragt.“

Montags bis freitags täglich zwölf Fahrten

Momentan wird der 56-Jährige noch nicht überrannt – aber er bleibt gelassen. „Es läuft langsam an und muss sich erst herumsprechen.“ Die Resonanz, die er bisher bekommen habe, sei jedenfalls durchweg positiv. Auch ein bisschen Unterstützung vom Tourismus-Service Fehmarn bekommt der Skipper. „Wir sehen das Wasser-Taxi als weiteren touristischen Baustein im Gesamtangebot, aber auch als Faktor im Hinblick auf nachhaltige Mobilität ohne Auto“, sagt Tourismusdirektor Oliver Behncke. Zudem bringe man dem Gast mit dem Angebot das Erlebnis Wasser näher, so Behncke.

Mal das Auto stehen lassen und sich über den Binnensee schippern lassen.

Gunnar Gerth-Hansen

Gerth-Hansen hofft zudem, dass auch der eine oder andere Fehmaraner beim Spaziergang mal einen kurzen Abstecher nach Burgtiefe oder umgekehrt nach Burgstaaken machen möchte. „Mal das Auto stehen lassen und sich über den Binnensee schippern lassen.“ Maximal zwölf Personen haben plus Kapitän auf dem Boot aus Dänemark Platz. „Es gibt sogar einen Pool an Deck“, grinst der Fischwirtschaftsmeister und meint damit natürlich die Bünn, den wasserdurchfluteten Fischraum.

Das Reusenboot „Annika“ im Jachthafen Burgtiefe.

Überhaupt sei das Boot sehr stabil gebaut, „mit fast einem Meter Tiefgang ein richtiger Verdränger“, wenngleich es ziemlich entspannt zugehe, da man nur auf dem Binnensee fahre „und auch nicht mit voller Geschwindigkeit“. Nicht unerwähnt lässt der Burgstaakener, dass sein Elf-PS-Schiffsdiesel nur zwei bis drei Liter für die zwölf Fahrten am Tag benötigt. Bis Anfang September wird die „Annika“ in diesem Jahr wochentags unterwegs sein. Erste Fahrt des Tages ist um 10.30 Uhr in Burgstaaken, gegenüber des Großparkplatzes, immer stündlich, letzte Fahrt um 15.30 Uhr. In Burgtiefe, am Jachthafenvorplatz, legt die „Annika“ immer zur vollen Stunde ab, von 11 bis 16 Uhr.

20 unterhaltsame Minuten mit dem Kapitän

20 Minuten dauert eine Fahrt. Zeit genug für jede Menge Seemannsgarn – immerhin ist Gerth-Hansen seit 1981 Fischer, kennt Burgstaaken und die Umgebung wie seine Westentasche. Zum Start habe er sich eigentlich für eine Art Vortrag vorbereitet, dies aber schnell verworfen. „Es läuft eigentlich immer auf ein Frage-Antwort-Spiel hinaus, sehr familiär. Es sind schöne Gespräche.“

Wer also ein bisschen Abenteuer auf dem Wasser, gute Unterhaltung und eine geschmeidige Verbindung zwischen Burgstaaken und Burgtiefe schätzt, sollte bei Kapitän Gunnar an Bord sein. Eine Fahrt kostet fünf Euro für den ersten Erwachsenen, danach vier Euro pro Person in einer gemeinsamen Gruppe, Wer 16 Jahre und jünger ist, bezahlt zwei Euro.

Abschied vom „Tümmler“ fiel nicht einfach

Alles ein paar Nummern größer beobachtet Gerth-Hansen täglich beim Fischkutter „Tümmler“ – Ausflugs- und Schaufischtouren, nicht zuletzt seit 2005 die Erfolgsgeschichte Trauungen auf dem Kutter. „Den ‚Tümmler‘ im letzten Jahr ohne mich ein- und auslaufen zu sehen, war schon mit viel Wehmut verbunden“. Immerhin hatte Gerth-Hansen zusammen mit seinem Vater den Kutter 1983 in der Sakuth-Werft in Heiligenhafen bauen lassen. „Inzwischen kann ich damit aber gut leben“, schaut der Frührentner nach vorne und widmet sich längst mit viel Herzblut und Engagement seiner neuen Aufgabe.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.