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Fehmarn: Mit NDR-Musik Bio-Eier legen

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Von: Andreas Höppner

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Eine großer Hühnerstall
Der Bau des 20000 m² großen Hühnerstalls bei Matthiasfelde ist fast abgeschlossen. Der Besatz mit 14820 Legehennen soll am 14. Januar erfolgen. © Andreas Höppner

Mitte Januar geht Hans-Peter Rauert aus Puttgarden mit der Produktion von Bio-Eiern an den Start. In zwei Hallen werden ab März 29640 Legehennen auf Fehmarn gackern.

Fehmarn – In etwas mehr als zwei Wochen wird es bei Matthiasfelde aus den Kehlen von 14820 Legehennen gackern, wenn Landwirt Hans-Peter Rauert aus Puttgarden den ersten seiner zwei neuen Hühnerställe in Betrieb nimmt. Die Bezeichnung Stall trifft es nicht wirklich, denn es handelt sich vielmehr um eine 20000 m² große Halle, ausgestattet mit modernster Technik, in der die Legehennen untergebracht sind, um Bio-Eier zu legen. 

Großabnehmer gefunden

Neuland für Hans-Peter Rauert, das er aber auch schon vor knapp zwei Jahren beschritten hat, als er mit zwei Mobilställen in die Produktion von Freilandeiern eingestiegen ist und sein „KüstenEi“ auf Fehmarn etabliert hat. Doch ein Bio-Eier-Absatz in dieser Größenordnung ist eine ganz andere Nummer. Mit dem in Schackendorf (Kreis Segeberg) ansässigen Unternehmen Gutshof-Ei habe er aber einen Großabnehmer für sein Produkt gefunden, berichtet Rauert.

Der 40-Jährige geht davon aus, dass bei Matthiasfelde täglich durchschnittlich 12000 bis 13000 Eier produziert werden, ab März die doppelte Menge, wenn der zweite Großstall bei Gammendorf mit weiteren 14820 Legehennen besetzt sein wird. Übers Jahr gesehen summiert sich die Zahl der produzierten KAT (Kontrollierte alternative Tierhaltung)- und Öko-zertifizierten Bio-Eier auf etwa neun Millionen Stück.

Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) war bereits im September, als er sich direkt vor Ort über das Projekt informierte (wir berichteten), hellauf begeistert und sprach von einer „einzigartigen Innovation“, die „sicherlich Schule machen“ werde. Was ihn so beeindruckte, waren die hohen Haltungsstandards, die erfüllt würden. So haben die Hühner Auslauf auf einer acht beziehungsweise neun Hektar großen Fläche, auf der Pappeln angepflanzt sind, die den Hühnern vor praller Sonne und Greifvögeln Schutz bieten sollen. Die Legehennen könnten sich aber auch in einem Wintergarten frei bewegen oder aber in den großen Volieren sitzen, ergänzt der Landwirt aus Puttgarden. „Auch bei Hühnern gibt es Stubenhocker oder ganz agile Exemplare, die sich draußen am wohlsten fühlen“, beschreibt Rauert das Wesen der Zweibeiner.

Ausschließlich Biofutter kommt zum Einsatz

Zum Einsatz kommt seinen Angaben nach ausschließlich Biofutter. Etwa 125 Gramm benötigt eine Henne pro Tag, zusätzlich rund 200 Milliliter Wasser. Macht pro Tag und Anlage rund 1,8 Tonnen Biofutter und drei Kubikmeter Wasser. Der für den Betrieb der Anlage benötigte Strom wird mithilfe einer auf der Halle installierten Fotovoltaikanlage selbst erzeugt.

Gehalten werden die Tiere, so Hans-Peter Rauert, in voneinander getrennten Herden mit jeweils rund 2500 Stück. Pro Anlage demnach sechs Herden, die auch außerhalb der Halle einen durch Zäune abgetrennten Bereich für sich nutzen können.

Hans-Peter Rauert mit seinen drei Kindern vor der Verpackungsanlage
Hans-Peter Rauert mit seinen drei Kindern Thea (3), Carl (8) und Gesa (5) an der noch nicht vollständig montierten Verpackungsanlage. © Andreas Höppner

Der Termin für den Besatz der ersten Anlage mit den 16 Wochen alten Hennen steht, es ist der 14. Januar 2022. Rund zwei Wochen, in denen noch einiges zu tun ist. So sei beispielsweise die vollautomatisierte Verpackungsanlage noch nicht komplett aufgebaut, berichtet Rauert, der aber überzeugt ist, dass der enge Zeitplan eingehalten wird. Zur Hightech-Ausstattung der 20000 m² großen Hallen zählen neben einer 24-stündigen Kameraüberwachung des Tierbestandes auch eine dimmbare LED-Beleuchtung sowie eine Musikanlage, die dem Wohl der Tiere dienen würde, so Hans-Peter Rauert, der sich ein Schmunzeln nicht verkneifen kann als er erzählt, dass der Tierarzt gesagt habe „NDR 1 geht, aber kein delta.“ Harte Rockmusik könnte sich demnach unter Umständen negativ auf die Legeleistung auswirken …

„KüstenEi“ neben „FehmarnEi“

Für seine treuen Kunden auf Fehmarn hat Hans-Peter Rauert die positive Nachricht, dass er mindestens einen Mobilstall weiterbetreiben und das „KüstenEi“, das sich auf der Insel einen Namen gemacht habe, auch in Zukunft anbieten wolle. Parallel stößt in Kürze das Bio-Ei hinzu, das unter dem Namen „FehmarnEi“ und entsprechender Verpackung in die Ladenregale kommen soll. Der optische Unterschied: Das Eigelb des Bio-Eis wird nicht so kräftig sein wie beim Freiland-Ei.

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