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Neuer Sportverein „Mobilität & Vielfalt“ steht in den Startlöchern

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Von: Nicola Krüger

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Nadine Witt, Ananthavudhi Bihlmaier und professor Thomas Grundmann
Die Gründungsmitglieder des VMV im Kaunertal: Nadine Witt (v.l.), Ananthavudhi Bihlmaier und Professor Thomas Grundmann (vorne). © Privat

Auf Fehmarn entsteht gerade der Sportverein „Mobilität & Vielfalt“. Gründerin Nadine Witt hat viele Ideen, um künftig Sportangebote für Menschen mit Behinderungen anzubieten. In der Vorbereitung ist ein Monoskikurs für Rollstuhlfahrer und Beinamputierte.

Fehmarn – Die Vereinsgründung von Nadine Witt und ihren Mitstreitern als äußerst ambitioniert und vielschichtig zu bezeichnen, wäre eine glatte Untertreibung. Der Sportverein „Mobilität & Vielfalt“ (VMV) befindet sich zwar aktuell noch in der Entstehungsphase, die Ideen sprudeln aber schon aus Nadine Witt heraus. Als Integrationslotsin für den Landessportverband Schleswig-Holstein hat sie schon mit vielen Vereinen in der Region zusammengearbeitet, möchte die vielen einzelnen Angebote durch Vernetzung jedoch bündeln und ausbauen.

Angesprochen fühlen können sich alle Personen, die sportlich aktiv sind oder es werden möchten – Frauen und Männer, mit und ohne Migrationshintergrund, mit und ohne Behinderung.

Verein ist nicht an bestimmten Ort gebunden

Anders als die üblichen Vereine ist der VMV ortsungebunden und frei. Einen festen Vereinsraum wird es nicht geben, die Mitglieder müssen sich nicht an die Hallenzeiten anderer Vereine halten. Die meisten der geplanten Sportangebote sollen nämlich an der frischen Luft und somit in der Natur stattfinden. „Der Einklang mit der Natur tut auch der Seele gut“, so Nadine Witt. Das Besondere: Alle Sportprogramme werden individuell und ausschließlich durch Kooperationen gestaltet und umgesetzt. Zudem wird von dem Verein für jedes Angebot ein individuelles Konzept entwickelt.

Die sportlichen Aktivitäten finden dann überwiegend als Ferienfreizeit, als Tagesveranstaltung oder in einem bestimmten Zeitraum statt. Eben ganz individuell – wie der Verein selbst. Viele Vereine würden ihr eigenes Süppchen kochen, meint Nadine Witt, stattdessen sollen lieber „die Grenzen aufgeweicht werden, denn gemeinsam ist mehr möglich“. Geplant ist es, mit Vereinen, Verbänden und Institutionen eigene Projekte zu realisieren, ohne in Konkurrenz zu treten. Die Konzepte liefert der VMV, ganz nach dem Motto: „Einzelkämpfer war gestern – gemeinsam kann man mehr erreichen“. Durch diese Zusammenarbeit erhofft Nadine Witt sich eine breite Vielfalt an Sportmöglichkeiten und damit eine bessere Zugänglichkeit für jedermann. So entstehen Projekte nicht nur auf lokaler Ebene, sondern finden auch länderübergreifend und sogar international statt. 

Witts Ziel sei es, zu vermitteln, dass es trotz Behinderung keine Grenzen geben muss. Gerade für verunfallte Personen sei oft der auferlegte neue Lebensabschnitt besonders zu Beginn schwierig. „Viele wissen dann nicht, wie es weitergeht. Wir wollen neue Möglichkeiten aufzeigen und auch mal etwas anderes anbieten. Das Leben ist zwar ein anderes, muss aber kein schlechteres sein“, so die ambitionierte Vorsitzende in spe.

Geplantes Projekt: Monoski

Und konkrete Projekte hat Nadine Witt auch schon in Vorbereitung: In den Startlöchern steht bereits der Monoskikurs für Rollstuhlfahrer und Beinamputierte. Die geplante Reise wird in der Zeit vom 27. bis zum 31. März (Montag bis Freitag) angeboten. „Mit diesem Kurs werden gleich zwei Schwerpunkte des neuen Vereins bedient: Integration und Inklusion“, so Nadine Witt.

Nadine Witt und Alois Praschberger
Nadine Witt und Alois Praschberger. Praschberger hat den Monoski vor 38 Jahren weiterentwickelt und salonfähig gemacht. © Privat

Zur Vorbereitung war sie in der vergangenen Woche bereits gemeinsam mit zwei weiteren Gründungsmitgliedern, dem Hamburger Professor Thomas Grundmann und dem Lübecker Ananthavudhi Bihlmaier, ins österreichische Kaunertal gereist, um schon einmal „Kooperationsluft zu schnuppern“. Vor Ort lernten die drei neben vielen Teilnehmern aus sechs Ländern auch das Monoskifahren für Rollifahrer und Beinamputierte näher kennen. „Das war toll. Alle Rennfahrer und Skilehrer hatten eine Ausbildung zum Monoskifahrer und Behindertenskilehrwart für Blinde, Amputierte und Cerebralparese. Die Teilnehmer lernen nur von den Besten“, so Witt. Und weiter: „So stellte ich mir gelungene Kooperationsgemeinschaften vor.“ Darüber hinaus ist geplant, Boxtraining für Rollstuhlfahrer anzubieten. Auch ein Segelturn für Blinde, integrative pädagogische Betreuung mit Pferden und ein Kombiprojekt aus Yoga und SUP für Frauen mit Migrationshintergrund stehen auf der Agenda des zukünftigen Sportvereins. 

Zu den weiteren Schwerpunkten zählen „Frauen“, „Kinder & Jugendliche“ und „Bewegung im Alter“.

Wer mehr über den Verein oder die anderen Schwerpunkte erfahren oder Kontakt aufnehmen möchte, kann sich über die Vereinswebseite www.mobilitaetundvielfalt.de informieren. Dort können sich Interessierte auch noch für den Monoskikurs anmelden.

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