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Die Arbeitsagentur ist in der Krise für zahlreiche Betroffene zur Anlaufstelle geworden.

Gastgewerbe in Notlage

Gewerkschaft fordert Einführung Mindest-Kurzarbeitergeld

  • Andreas Höppner
    vonAndreas Höppner
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Der verlängerte Lockdown ruft die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) auf den Plan. Die NGG fordert ein Mindest-Kurzarbeitergeld.

  • Restaurants, Cafés und Hotels weiterhin geschlossen.
  • 568 gastgewerbliche Betriebe in Ostholstein haben Kurzarbeit angemeldet.
  • Letzte Reserven sind aufgebraucht.

Fehmarn – Am Mittwoch haben der Bund und die Länder die Verlängerung des Lockdowns bis zum 7. März verkündet. Restaurants, Cafés und Hotels müssen bis auf Weiteres geschlossen bleiben. Diese Situation ruft die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) auf den Plan, die eine „dramatische Lage im Gastgewerbe“ ausgemacht und eine „wachsende Notlage der Beschäftigten“ erkannt hat. Sie fordert deshalb die Einführung eines Mindest-Kurzarbeitergeldes in Höhe von 1200 Euro.

NGG: Ausmaße wie im Frühjahr

Die NGG geht davon aus, dass die Kurzarbeit aktuell erneut die Ausmaße des Lockdowns vom Frühjahr vergangenen Jahres angenommen hat. Damals meldeten 568 gastgewerbliche Betriebe im Kreis Ostholstein Kurzarbeit an – das sind 64 Prozent aller Betriebe der Branche im Kreis.

Im Unterschied zu anderen Branchen dauert der derzeitige Lockdown für die Gastronomie und Hotellerie immerhin schon seit Anfang November. 

Dirk Himmelmann, Geschäftsführer der NGG-Region Lübeck

„Im Unterschied zu anderen Branchen dauert der derzeitige Lockdown für die Gastronomie und Hotellerie immerhin schon seit Anfang November. Die Beschäftigten wissen nicht mehr, wie sie noch ihre Miete bezahlen sollen. Ihre letzten Reserven sind längst aufgebraucht. Und es könnten noch Monate vergehen, bis Hotels und Gaststätten wieder öffnen“, sagt Dirk Himmelmann, Geschäftsführer der NGG-Region Lübeck. „Wegen ohnehin niedriger Löhne und fehlender Trinkgelder spitzt sich die Lage der Beschäftigten auch im Kreis Ostholstein dramatisch zu. Ohne schnelle und unbürokratische Hilfe drohen den Menschen existenzielle Probleme“, betont Himmelmann.

Die Zahl der Köchinnen, Kellner und Hotelfachleute in Kurzarbeit habe im April 2020 bei 4157 gelegen, so Himmelmann, der Bezug nimmt auf eine Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit. Im zweiten Lockdown seien nach Angaben des Ifo-Instituts im Januar bundesweit 56 Prozent aller Beschäftigten des Gastgewerbes in Kurzarbeit gewesen. „Zum Vergleich: In der Gesamtwirtschaft lag die Quote bei lediglich 7,8 Prozent.“

„Wenn die Politik Unternehmen mit enormen Steuermitteln unterstützt, um eine Pleitewelle zu verhindern, dann muss auch genug Geld für die da sein, die jetzt jeden Cent zweimal umdrehen müssen“, meint Dirk Himmelmann. Gerade in kleineren Pensionen und Gaststätten in der Region verdienten viele Beschäftigte kaum mehr als den gesetzlichen Mindestlohn. Eine Kellnerin, die in Vollzeit zum Mindestlohn arbeitet, komme im ersten Bezugsmonat auf nur 728 Euro Kurzarbeitergeld (ledig, ohne Kinder, Kirchensteuer), so die NGG. Selbst nach der Erhöhung auf 80 Prozent des Einkommens, wie sie nach sieben Monaten Kurzarbeit greift, blieben nur 971 Euro im Monat. 

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