Krissy Matthews und seine Band
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Krissy Matthews (l.) und seine Band hatten Blues, Rock und Funk im Gepäck.

1000 Zuschauer zugelassen

Fehmarn-Open-Air: Perfekter Tag für Rock- und Bluesfans

  • Simone Walper
    VonSimone Walper
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Das Fehmarn-Open-Air war ein voller Erfolg. 1000 Zuschauer waren zugelassen.

  • 21. Jimi-Hendrix-Revival-Festival: Ein Tag voller Sonne und Musik.
  • Festival zu Corona-Zeiten ein Highlight.
  • Alle Bands sofort zugesagt.

Fehmarn – Einfach mal alles, was es sonst noch so auf der Welt gibt, vergessen – das konnte man am Sonnabend den ganzen Tag lang beim 21. Jimi-Hendrix-Revival-Festival, auch Fehmarn-Open-Air genannt. Es war ein Tag voller Sonne und Musik, wie er perfekter nicht hätte sein können. Die Anwesenden, die zu den glücklichen Menschen gehörten, die vorab eines der 1000 Tickets ergattert hatten, ließen keinen Zweifel daran, dass sie es so richtig genossen, dabei zu sein. Ganz bestimmt haben sie das Festival auch in früheren Zeiten genossen, jedoch war das diesjährige Festival in Zeiten von Corona ein ganz besonderes Highlight. 

Und das nicht nur für die Besucher, sondern auch für die Musiker, die mit ihren Bands wie früher auftreten konnten und sich sehr darüber freuten. So haben sie ihrer Freude nicht nur mit Worten Ausdruck verliehen, sondern auch durch ihre Musik.

Krissy Matthews‘ Corona-Geschichte

Der britisch-norwegische Bluesrock-Gitarrist und Sänger Krissy Matthews beispielsweise erzählte im Rahmen seines Konzerts am frühen Nachmittag seine Corona-Geschichte, dass er von allen Supermärkten, bei denen er auf der Suche nach einem Job vorsprach, ein „No“ kassierte, dann monatelang als Pizza-Ausfahrer arbeitete und schließlich im Juni dieses Jahres als Statist einen deutschen Soldaten im neuen Indiana Jones spielen durfte, um sich irgendwie finanziell über Wasser zu halten. Seine AblehnungsErfahrungen haben ihn zu einem dennoch peppigen Song inspiriert, den er dann gern auch zum Besten gab.

Die tausend Festivalbesucher, die zum Teil von weit her gekommen waren, genossen das Fehmarn-Open-Air in vollen Zügen.

Aber nun zurück zum Anfang. Ziemlich pünktlich um 11 Uhr machten Mario Wendt und die „Mighty Brothers“ als erste von sechs Bands den Auftakt des Festivals. Sie heizten dem Publikum ein mit Eigenkompositionen und Coverversionen, selbstverständlich auch von Hendrix-Songs, und wurden nach einer guten Stunde erst nach einer Zugabe – die neue Single der Band, die Ende des Jahres erscheinen soll – von der Bühne entlassen. Rockig ging es weiter mit den vier Jungs von „Jay The Bird“, die die Festivalbesucher mit ihrem Blues-Rock begeisterten. Gegen 14.30 Uhr kam dann der junge Musiker Krissy Matthews mit seiner Band auf die Bühne und lieferte unter anderem Blues vom Feinsten. Seine musikalische Bandbreite beinhaltete aber auch Rock und Funk. Bei der ruhigen Eigenkomposition „Grateful“ kam seine weiche, klare Stimme besonders gut zur Geltung. Und natürlich fehlte auch Jimi Hendrix im Repertoire nicht. Zum Abschluss gab es „Foxy Lady“. 

Mit der Texanerin Elizabeth Lee eroberte Southern-Flair die Bühne. Begleitet von Martin Hauke, dem Gitarristen der Rolling Stones Tribute Band „Voodoo Lounge“, präsentierte sie mit ganz eigener, ausdrucksstarker Stimme wunderschöne Balladen. Eine weitere großartige Musikerin schloss sich Elizabeth Lee an: Vanja Sky. 

Die Kroatin begeisterte das Publikum nicht nur mit ihrer rauchigen, „dreckigen“ Stimme, sondern verstand es auf sehr charismatische Art, die Festivalbesucher ganz nach vorne vor die Bühne zu locken und mit ihnen so richtig abzufeiern. Ihr Metier ist der Rock ‘n‘ Roll, wie sie in Stücken von Rory Gallagher bewies, aber auch in eigenen Songs. Dass ihr auch leise Töne sehr gut liegen, davon überzeugte sie ihr Publikum mit dem Bee-Gees-Song „To Love Somebody“. 

Und den Abschluss des musikalischen Tages bildeten ab 20.30 Uhr mit Rock in allen Facetten Jeff Aug, Kurty Münch und Florian Walter alias „Ape Shifter“, die die Bühne denn auch mit Menschenaffen-Masken verkleidet, stürmten. Bis 22 Uhr wurde noch einmal so richtig abgerockt, was das Zeug hielt. Die Fehmarn-Festival-Group (FFG) kann mehr als zufrieden sein. Trotz vieler zusätzlicher Auflagen haben es Vorstand und Mitglieder mit einer super Organisation, vielen Helfern und Sponsoren geschafft, ein großartiges Musikfestival auf die Beine zu stellen. Das kann ihnen so leicht keiner nachmachen.

Die Organisation war schon aufwendiger als früher. Zusätzlich zur Vorabregistrierung mussten wir jetzt auch einen Sicherheitsdienst beauftragen

Werner Feldmann, 1. Vorsitzender der Fehmarn-Festival-Group

„Die Organisation war schon aufwendiger als früher. Zusätzlich zur Vorabregistrierung mussten wir jetzt auch einen Sicherheitsdienst beauftragen“, gab der 1. Vorsitzende der FFG, Werner Feldmann, zu bedenken, ergänzte jedoch allzu gern: „Zum Glück war es gar kein Problem, die Bands nach Fehmarn zu bekommen. Sie haben alle sofort zugesagt, dass sie gern bei uns spielen.“ Dankbar ist die FFG auch für das Engagement der Freiwilligen Feuerwehr Süderort, die sich wie in früheren Jahren bereit erklärt hatte, für den Parkplatz auf dem Feld neben der Festivalwiese zu sorgen und ebenso fürs leibliche Wohl in Form von Pommes, Würstchen und Steak. 

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