1. Fehmarnsches Tageblatt
  2. Fehmarn

Parzelle 401 ist picobello

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Nicole Rochell

Kommentare

Die aufgeräumte Parzelle 401
Drei Wochen dauerte es, die Parzelle 401 bei der Burger St.-Jürgen-Kapelle zu entmüllen und wieder ordentlich auf Vordermann zu bringen. © Brigitte Lafrentz

Die Parzelle 401 der Stadt Fehmarn in der Nähe der Burger St.-Jürgen-Kapelle ist wieder picobello. Müll und Gerümpel wurde dort illegal entsorgt.

Fehmarn – Na, hätten Sie’s erkannt? Es handelt sich tatsächlich um ein und dieselbe Fläche. Ein Vorher-nachher-Effekt, der kaum drastischer sein könnte, oder? Das Areal unweit der Burger St.-Jürgen-Kapelle hatte zuletzt im Mai vergangenen Jahres für unrühmliche Aufmerksamkeit gesorgt.

Auf rund 4300 Quadratmetern, die der Stadt gehören und dort als „Parzelle 401“ geführt werden, fand sich noch vor einigen Monaten vieles, was da nicht hingehörte. Müll und Gerümpel lagerten dort dicht, illegale Müllentsorger hatten das Gelände als vorerst letzte Ruhestätte für ihren unerlaubt entsorgten Krempel gewählt: Teppichstücke und Treckerreifen, Holzablagerungen und Asbest, Metall, Fensterrahmen, Farbreste in Tuben und große Fässer. Neben Plumpsklo-Fragmenten und zerdepperten Flaschen im großen Stil gab es auch Brandlasten alter Wohnwagen und die Überbleibsel provisorischer Gartenhäuser, die ihre beste Zeit hatten, als das Areal noch hobbygärtnerisch genutzt wurde. Das ist rund 15 Jahre her. 

Das Grundstück war in einem ganz schlechten Zustand. Da musste sofort gehandelt werden

Kevin Kühl, stellvertretender Leiter des Inselbauhofs

„Das Grundstück war in einem ganz schlechten Zustand. Da musste sofort gehandelt werden“, so Kevin Kühl, stellvertretender Leiter des Inselbauhofs, und meint nicht nur das optische Erscheinungsbild der Fläche. Da das Areal mal eine ehemalige Kleingartenanlage war, verfügte nahezu jede Parzelle über einen Brunnen. Nur: In den seltensten Fällen waren die teils maroden Schächte abgedeckt.

Brunnenschächte mussten abgedeckt werden

Bei einer Vor-Ort-Begehung Ende Oktober, an der neben Benjamin May, Leiter des Fachbereichs Bauen und Häfen, auch Landschaftsplaner Johannes Hügel sowie Timo Jädke und Kevin Kühl vom Bauhof teilgenommen hatten, sei schnell festgestellt worden, dass Gefahr in Verzug sei, so Kühl. Gleich nach der Begutachtung des Geländes wurden die Schächte abgedeckt. Einer war sogar vier bis fünf Meter tief. Da möchte man sich gar nicht vorstellen, was dort alles hätte passieren können. 

Die vermüllte Parzelle 401
Die Parzelle 401 war in einem schlechten Zustand © Archiv

Drei Wochen hat die Räummaßnahme gedauert, die Mitte November an die Firma Von Schönfels vergeben worden war. „Das ganze Gelände war bereits eins mit der Natur, verwachsen mit Brombeersträuchern“, so Birger Scheef, der die Bauleitung innehatte. Neben zwei bis drei Mann waren auf dem zunächst noch restlos vermüllten Gelände auch Kettenbagger, Radlader und Mobilhacker vor Ort, um der Situation Herr zu werden. Gebüsch und Stammholz wurden entsorgt, gemischte Bauabfälle, Asbest und Brandholz weggefahren, und alles dem entsprechenden Recycling zugeführt. 

Bauhof schlägt Blumenwiese vor

Es wurde alles geräumt. Der Knick am Feldrand wurde auf den Stock gesetzt, die Fläche wurde geebnet. Im April oder Mai soll das Gelände einmal durchgefräst werden, „dann wollen wir intern einmal besprechen, was mit dem Gelände weiter passieren kann“, so Kevin Kühl. Der Vorschlag des Bauhofs: die Fläche zur Blumenwiese machen. 

Die aufgeräumte Parzelle 401
Erst schlimm zugemüllt, jetzt herrscht Ordnung, auf der komplett leer geräumten Fläche. © Reinhard Gamon

Was die Stadt dahingehend vorsieht, ist jedoch nicht bekannt. Denn weder auf unsere Frage, was als Nachnutzung auf der Fläche nun vorgesehen ist, noch wie hoch die Kosten für die dreiwöchigen Räumarbeiten auf dem Gelände waren, hat die Stadt geantwortet. 

Auch interessant

Kommentare