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Plattfische sind der Lichtblickt für Ostseefischer

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Von: Andreas Höppner

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Fischkutter in Burgstaaken auf Fehmarn
Die Fischkutter legen auch in Burgstaaken immer seltener zum Fischen ab. © Andreas Höppner

Der Fangstopp in der westlichen Ostsee bleibt bestehen: Dorsch darf auch 2023 nur noch als Beifang in die Netze gehen. Erfreulicher stellt sich die Situation bei den Plattfischen dar.

Fehmarn – Der Dorsch war bis vor wenigen Jahren die wichtigste Einnahmequelle der hiesigen Fischer und wurde deshalb auch als deren Brotfisch bezeichnet. Das ist vorbei und dürfte in der westlichen Ostsee auch für längere Zeit so bleiben, denn der Bestand hat sich auch nach dem Fangstopp für 2022 keineswegs erholt. Deshalb dürfen auch 2023 gerade einmal 490 Tonnen Dorsch in der westlichen Ostsee gefangen werden – und auch nur als Beifang. Freizeitfischer müssen sich weiterhin mit nur einem Dorsch pro Tag begnügen.

Nur unwesentlich besser sieht es für den Hering aus. Hier dürfen in der westlichen Ostsee im nächsten Jahr 788 Tonnen gefangen werden, doch nur mit Kuttern unter zwölf Metern Länge oder mit Stellnetzen. Das sind die neuen Vorgaben, die der EU-Ministerrat beschlossen hat.

„Für die Fischer in der westlichen Ostsee bleibt es schwierig“, stellt Benjamin Schmöde, stellvertretender Vorsitzender des Landesfischereiverbandes und Prokurist bei der Fischergenossenschaft Fehmarn, fest. Recht erfreulich sei hingegen die Situation bei den Plattfischen. So sei die Quotierung bei der Scholle um 25 Prozent angehoben worden. Bereits vor einem Jahr war es laut Schmöde ein Plus von 20 Prozent gewesen. Alle anderen Plattfischarten seien unquotiert, sodass Umsatzverluste wenigstens zum Teil ausgeglichen werden könnten. Als ergänzende Maßnahme zur Stützung der Einkommen der Ostseefischer nennt der Fische-
reiexperte die Möglichkeit der Beantragung von 30 zusätzlichen Stilllegungstagen, für die ein finanzieller Ausgleich gewährt wird. Die Fördermittel würden helfen, mehr aber auch nicht, so Schmöde. 

Leichter Grund zur Hoffnung beim Hering

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat zumindest beim Hering leichten Grund zur Hoffnung, es sieht zumindest mittelfristig eine Erholungsperspektive. Auch der Deutsche Fischerei-Verband (DFV) äußerte sich verhalten optimistisch: „Der Bestand des westlichen Herings scheint sich mittlerweile etwas zu erholen, sodass vielleicht bereits 2024 wieder eine geringe Menge für die gezielte Fischerei zur Verfügung stehen wird.“

Vom Ministerium heißt es aber weiter: „Der Dorschbestand leidet unter einer Vielzahl von negativen Umwelteinflüssen und den Folgen der Klimakrise.“ Ob und wann wieder eine gesunde Bestandsgröße erreicht werde, sei derzeit unklar. Nach Ansicht des DFV fressen Kormorane zudem zu viele junge Dorsche. Diese Auffassung, dass die unter Naturschutz stehenden Kormorane auch dazu beitragen, dass sich die Dorschbestände nicht erholen, teilt auch Benjamin Schmöde.

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