Formaler Beschluss am 29. Oktober im Bau- und Umweltausschuss / dm „Imagegewinn für Fehmarn“

Scheitert es am Drogeriemarkt?

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Kaum wiederzuerkennen: Aldi und Edeka wollen neu bauen. Mit dm soll ein Drogeriemarkt den Gebäudekomplex ergänzen. Insgesamt hat das Planvorhaben eine Größe von über 5000 m2 Einzelhandelsfläche.

Fehmarn -Von Manuel Büchner- An einem Drogeriemarkt scheiden sich die Geister. Zumindest auf Fehmarn ist dies in den letzten knapp drei Jahren der Fall gewesen. Rückblick: Ende November 2017 stimmte eine Mehrheit im Bau- und Umweltausschuss grundsätzlich für das Ansinnen. Kritik an der Ansiedlung von dm, im Zuge der Erweiterung und Modernisierung von Edeka und Aldi, war bereits damals deutlich zu vernehmen. Zentraler Reibungspunkt der Einzelhandelsentwicklung im Gewerbegebiet Burg-West ist und bleibt sicherlich die Frage, ob es sich um eine Konkurrenzsituation zur Innenstadt handelt oder um eine Ergänzung, wie die Investoren betonen.

  • Erweiterung der Märkte unumstritten, Drogeriemarkt umstritten 
  • Edeka, Aldi und dm: Vorhabenträger werben für ihr Ansinnen
  • dm als "Chance für Fehmarn"

Knapp 15 Monate später wurde aufgrund eines unklaren Meinungsbildes im Bauausschuss die Drogeriemarktansiedlung losgelöst vom Gesamtvorhaben abgefragt – und fiel mit5:5-Stimmen durch. Wiederum eine Woche später kippte die Stadtvertretung die Entscheidung erneut, und die Planung war wieder auf dem Weg. Zugleich wurde eine Abstimmung unter den Stadtvertretern negativ beschieden, die Bauleitplanung vom Ausschuss in die Stadtvertretung zu holen.

Anderthalb Jahre kein Lebenszeichen

Danach wurde es still rund ums Vorhaben. Anderthalb Jahre später wieder ein Lebenszeichen. Die Vorhabenträger bringen jetzt ihr Ansinnen in der Öffentlichkeit in Position – Aufsteller in den Märkten und eine Pressemitteilung rufen das Projekt wieder ins Gedächtnis.

Vor 38 Jahren wurde der Edeka-Markt als ENO-Markt (Edeka-Discounter) gebaut, längst würden die Räumlichkeiten der hohen Nachfrage nicht mehr gerecht werden, begründen die Projektvertreter, zumal die Nutzungsdauer eines Lebensmittelmarktneubaus etwa 15 Jahre betrage. „Eine umfangreiche Sanierung ist längst überfällig“, was in der Politik unstrittig ist – ebenso die deutliche Erweiterung der Märkte. Aldi wächst um rund 500 Quadratmeter (m2), Edeka um etwas mehr als 800 m2, wobei die Edeka-Fläche samt Getränkemarkt 2910 m2 betragen wird, wovon als eine reine Verkaufsfläche 1910 m2 vorgesehen sind.

Alleinstellungsmerkmal im Umkreis von 30 Kilometern

Den Drogeriemarkt bezeichnen die Vorhabenträger als „Chance für Fehmarn“, weil eine höhere Produktvielfalt entstehe, da das dm-Angebot vom Drogeriemarkt in der Innenstadt, der unter anderem ein breites Angebot an Spiel-, Schreib-, Tabak- und Süßwaren sowie Fahrradartikel vorhalte, „klar abgrenzbar“ sei. Darüber hinaus erwarten sich die Investoren einen Imagegewinn für Fehmarn. „Mit einem dm-Markt werden Kommunen zu einem Einkaufsziel für Menschen aus einem weiten Umkreis.“ Burg hätte mit der Ansiedlung ein Alleinstellungsmerkmal im Umkreis von 30 Kilometern – und „zusätzliche Kaufargumente gegenüber dem Festland“. Im von den Vorhabenträgern beauftragten CIMA-Gutachten heißt es allerdings auch, dass für die Drogerie in der Innenstadt, „eindeutige Wettbewerbsnachteile bestehen“, und: „Der erwartete Mehrumsatz wird größtenteils durch Kaufkraftverlagerungen innerhalb des eigenen Stadtgebietes erwirtschaftet werden.“

Drogeriemarkt schrumpft um 20 Prozent

Damit das Projekt bessere Chancen auf Erfolg hat, haben die Planer nochmals nachgebessert. Wichtigster Punkt ist sicherlich die Verkleinerung der dm-Verkaufsfläche um 20 Prozent von 750 auf 600 m2. Ein Entgegenkommen der Vorhabenträger, denn der Beschluss der Stadtvertretung sieht dies nicht zwingend vor. Gleichzeitig wird von einer Vergrößerung des Surfshops abgesehen. Geplant ist die Schaffung von zwei zusätzlichen Feuerlöschwasserentnahmestellen. Generell sei die Architektur in der Wirkung „noch heller und freundlicher“, auch soll es grüner zugehen auf dem Gelände: „Stadtnatur“. Hinter dem Begriff verstecken sich zusätzliche Bepflanzungen auf und eine Begrünung der Dachflächen.

„Die Planung ist beratungsfähig."

Aus dem Bauamt hieß es am Donnerstag (24. September), dass einem „konkreten, formalen Beschluss“ nichts im Wege stehe. Bauamtsleiter Benjamin May: „Die Planung ist beratungsfähig. Es gibt momentan keine Konflikte, die dem Verfahren entgegenstehen.“ Somit wird das Vorhaben am 29. Oktober, im nächsten Bau- und Umweltausschuss, als Aufstellungsbeschluss wieder auf der Tagesordnung stehen.

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