Eine Packstation
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Die neue Packstation in der Gertrudenthaler Straße soll in Zukunft auch bei benachrichtigten Sendungen vermehrt eingebunden werden.

Für Post-Retouren bis nach Großenbrode

Ist Fehmarn eine Servicewüste?

  • Andreas Höppner
    vonAndreas Höppner
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Elektroschrott kann seit Jahresbeginn auf Fehmarn nicht mehr abgegeben werden. Nicht zugestellte Postsendungen werden nach Großenbrode gebracht.

  • Postfiliale im Kaufhaus Stolz hat coronabedingt geschlossen.
  • Bus-Stop in der Bahnhofstraße keine Anlaufstelle mehr für Retouren.
  • Elektroschott kann coronabedingt nicht mehr beim Inselbauhof abgegeben werden.

Fehmarn – Servicewüste Fehmarn. Zugegeben, eine provokante Feststellung, doch diesen Eindruck dürften zumindest Postkunden gewinnen, die auch noch eine alte Kaffeemaschine entsorgen wollen. Postkunden, denen ein Paket oder eine sonstige Sendung nicht zugestellt werden kann und diese deshalb retour gehen, schauen auf Fehmarn derzeit in die Röhre. Die Postfiliale im Kaufhaus Stolz hat coronabedingt geschlossen, der Bus-Stop in der Bahnhofstraße ist für die „Rückläufer“ seit Kurzem nicht mehr Anlaufstelle, sodass diese sogenannten benachrichtigten Sendungen nach Großenbrode gebracht wurden.

Das ist wirtschaftlich nicht mehr darstellbar

Auf diesen Missstand hatte Marco Eberle (Grüne) in der jüngsten Sitzung der Stadtvertretung aufmerksam gemacht. Florian Rietzrau, Inhaber des Bus-Stop, bestätigte dem FT auf Nachfrage die Sachlage. Wirtschaftlich sei das nicht mehr darstellbar gewesen, deshalb habe er diesen Dienst einstellen müssen. Sämtliche sonstigen Leistungen in seinem DHL-Paketshop blieben aber uneingeschränkt bestehen, macht Rietzrau deutlich.

Zuletzt habe es „bedauerlicherweise Kapazitätsprobleme“ gegeben, deshalb seien „einige Sendungen, die wir nicht direkt bei unseren Kunden zustellen konnten, ausnahmsweise nach Großenbrode gebracht“ worden, bedauert eine Sprecherin der Deutschen Post AG gegenüber dem FT.

Für eine Verbesserung der Situation seien kurzfristig Maßnahmen getroffen worden. Dazu zähle auch bei benachrichtigten Sendungen eine verstärkte Einbindung der beiden neuen Packstationen in Burg und Petersdorf.

Gespräche mit dem ZVO

Bleibt noch die alte  Kaffeemaschine oder das defekte Bügeleisen – Elektroschrott, der seit Jahresbeginn auf Fehmarn nicht mehr abgegeben werden kann. Wegen verschärfter Auflagen sei das beim Inselbauhof nicht mehr möglich, und auch die Recyclinghöfe in Puttgarden und an der Hochfelder Mühle verfügten nicht über das erforderliche Zertifikat, so Bürgermeister Jörg Weber in der Sitzung der Stadtvertretung. Derzeit führe er Gespräche mit dem Zweckverband Ostholstein (ZVO), um eine zufriedenstellende Lösung für die Fehmaraner zu erreichen. Denn: Es könne nicht sein, dass man für einen defekten Rasierapparat oder eine defekte Kaffeemaschine 50 Kilometer fahren müsse.

Die nächste Annahmestelle für Elektroschrott ist der Recyclinghof des ZVO in Neuratjensdorf – auf dem Festland.  

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