Vorvermarktung: ZVO-Breitbandsparte ändert Strategie und zieht Ausbau-Tempo an

„Fehmarn ist ein Spezialfall“

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Auf dem Hinterhof des ZVO: TNG-Geschäftsführer Dr. Volkmar Hausberg (v.l.), ZVO-Breitbandspartenleiter Torsten Hindenburg und TNG-Projektleiter Arne Pürwitz stehen in einem von zwei Hauptmateriallagern für den Breitbandausbau in Ostholstein.

SIERKSDORF - mb - Der kommunale Glasfaserausbau im Kreis schreitet voran. In 14 Gemeinden, darunter Gremersdorf, Göhl und Wangels, wurde die Vorvermarktung bereits erfolgreich abgeschlossen. Das heißt im Klartext, mindestens 60 Prozent der unterversorgten Haushalte haben einen Vorvertrag mit dem Netzbetreiber TNG abgeschlossen. Fertig will man mit allen 29 Gemeinden Mitte 2019 sein. Fehmarn muss sich gedulden und ist ab März 2019 zum Schluss dran.

„6500 Verträge konnten wir bisher abschließen. Es waren hinsichtlich der Quote teilweise knappe Ergebnisse in den Gemeinden, es gab aber auch mit über 90 Prozent Ausreißer nach oben“, sagte ein zufriedener TNG-Geschäftsführer Dr. Volkmar Hausberg beim gestrigen Pressegespräch zum Stand des Breitbandausbaus.

Insgesamt scheint das „Solidarprojekt“, wie es der Leiter der Breitbandsparte beim ZVO, Torsten Hindenburg, gerne nennt, gut in der Spur zu sein. Tiefbauarbeiten haben im ersten Cluster, beispielsweise in Kasseedorf, bereits in dieser Woche begonnen. 25 Prozent aller Arbeiten sind schon ausgeschrieben. Selbstbewusst geht es in die weiteren Vorvermarktungen. Diese Termine wurden bisher immer sehr kurzfristig bekannt gegeben – von der Strategie haben sich ZVO und TNG nun verabschiedet. Alle Zeitpunkte stehen fest – darunter Heringsdorf und Neukirchen (14. Januar bis 24. Februar) und Großenbrode vom 28. Januar bis zum 10. März.

Fehmarn wird vom 11. März bis zum 30. Juni 2019 die letzte Kommune sein, in der die Vorvermarktung stattfinden wird. „Fehmarn ist ein Spezialfall“, so Hindenburg, denn aufgrund der Größe der Insel werde diese Phase mit über drei Monaten länger als in jeder anderen Gemeinde sein. Auch deshalb wolle man das Tempo anziehen. Ein Indiz dafür: Bisher wurde Schritt für Schritt mit nur minimalen zeitlichen Verschränkungen vermarktet. Jetzt gibt es deutliche Überschneidungen.

Auch über die sogenannten Mitverlegungsoptionen berichtete Hindenburg. „Das Thema wird traditionell unterschätzt.“ Wenn Arbeiten – beispielsweise von SH Netz – stattfinden, können Leerrohre gleich mitverlegt werden. Das spare nicht nur Geld, sondern trüge auch zur Entlastung der Bevölkerung bei, die nicht ständig Tiefbauarbeiten vor der Tür hätte. Rund 20 km dieser Optionen habe man bei der Bundesnetzagentur insgesamt angemeldet – mittlerweile sei man bereits bei bis zu 45 km. Alles in allem sind es übrigens rund 1000 km Rohre, die in den 29 Kommunen verlegt werden.

Wann am Ende wirklich alle schnelles Internet haben, könne man seriös nicht versprechen, meinte Hindeburg. Dafür seien die vielfältigen Prozesse zu komplex. Dennoch halte man am Ziel Ende 2019 fest. Zu guter Letzt betonte Hindenburg, dass bisher zwar alle Gemeinden die 60-Prozent-Hürde gemeistert hätten, der Rest des Weges sei dennoch kein Selbstläufer. Erstmal abwarten und später mitmachen, könne fatal sein, so Hindenburg: „Wir wollen, dass in den bisher unterversorgten Gebieten alle mitmachen.“

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