Räumlichkeiten in der Priesterstraße genügen nicht mehr hygienischen Anforderungen

Fehmarn-Tafel zieht um in die ehemalige Leichenhalle

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In das früher als Leichenhalle genutzte Gebäude auf dem Neuen Friedhof zieht die Fehmarn-Tafel ein. Die erste Ausgabe soll am 16. Januar 2018 erfolgen.

FEHMARN -hö- Die Fehmarn-Tafel zieht um. Die beengten Räumlichkeiten in der ehemaligen Garage des Pastorats in der Priesterstraße können endlich verlassen werden. Neues Domizil wird die frühere Leichenhalle auf dem Neuen Friedhof an der Sahrensdorfer Straße in Burg. Am 16. Januar 2018 soll hier zum ersten Mal die Tafel-Ausgabe erfolgen. Das wurde den Gemeindegliedern auf der Gemeindeversammlung am Sonntag unterbreitet.

„Dass es sich bei dem neuen Gebäude ausgerechnet um die frühere Leichenhalle handelt, ließ alle Beteiligten verständlicherweise erst einmal schlucken“, so Marco Heinen, Pressesprecher des Kirchenkreises Ostholstein. Nach einem Ortstermin mit den rund 25 ehrenamtlichen Helfern der Tafel habe aber fast einhellig die Auffassung bestanden, dass dieser Standort schlicht besser geeignet sei als der bisherige. Die räumliche und konzeptionelle Ausstattung in der Priesterstraße habe nicht mehr den hygienerechtlichen Ansprüchen entsprochen, so Heinen, der auf eine entsprechende Aussage des Kreisveterinäramts verweist. Zwar würden für das neue Gebäude noch nicht alle erforderlichen behördlichen Genehmigungen vorliegen, doch das mit Blick auf die hygienischen Voraussetzungen entscheidende Kreisveterinäramt habe sich bereits sehr positiv geäußert, berichtet Heinen.

„Wir freuen uns, dass wir künftig sogar einen kleinen Raum für unsere Kunden zur Verfügung haben, sodass sie bei Regen, Kälte und Schnee nicht draußen stehen müssen“, erklärt auch die Vorsitzende der Fehmarn-Tafel, Brigitte Kempe, zum bevorstehenden Umzug.

Und auch Margarethe Heydebreck, Vorsitzende des Kirchengemeinderats, ist zufrieden mit der Lösung: „Ich bin sehr froh, dass sich der Kirchengemeinderat und die Fehmarn-Tafel der Kirchengemeinde einvernehmlich auf diese Lösung haben einigen können. Wir sind sehr stolz auf die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Tafel, die seit Jahren einen großen Beitrag zur Unterstützung derjenigen Menschen in Burg leisten, denen es finanziell nicht so gut geht.“

Heinen: Alles andere als eine Notlösung

Die frühere Leichenhalle, in den letzten Jahren für den eigentlichen Zweck kaum noch genutzt und auch schon umgewidmet, sei alles andere als eine Notlösung, ergänzt Marco Heinen. „Das Gebäude hat nicht nur Parkplätze direkt vor der Tür, sondern bietet auch einen gewissen Sichtschutz und ein Maximum an Diskretion. Da alles ebenerdig ist, wird sich überdies die Anlieferung der Lebensmittel künftig erheblich leichter gestalten.“

Die Kirchengemeinde St. Nikolai will jetzt noch einmal 6000 Euro investieren, „um in dem Gebäude die bestmöglichen Voraussetzungen für die ehrenamtlichen Mitarbeiter zu schaffen“. Gestern war bereits der Maler in den Räumlichkeiten.

Umbauarbeiten stehen demnächst auch im Pastorat in der Priesterstraße an. Hier soll demnächst eine neue Pastorenfamilie einziehen, denn nach dem Weggang von Pastorin Barbara Häußler im September ist die zweite Pastorenstelle in der St.-Nikolaigemeinde vakant.

Am brennendsten waren die Anwesenden an der Frage interessiert, wann die vakante zweite Pfarrstelle in Burg wieder besetzt wird und Pastorin Dr. Susanne Platzhoff ein Kollege oder eine Kollegin zur Seite gestellt wird. In der öffentlichen Gemeindeversammlung, die von der evangelischen Kirche Burg traditionsgemäß zum Beginn jedes neuen Kirchenjahres am 1. Advent durchgeführt wird, konnte die Vorsitzende des Kirchengemeinderats, Margarethe Heydebreck, vor knapp 40 Teilnehmern mitteilen, dass im Januar über diese Frage entschieden werde, es sich dabei aber um eine Personalie handle, die letztlich der Propst entscheide.

Der Burger Kirchengemeinde gehören zurzeit 4184 Gemeindeglieder an, etwa 100 weniger als im vorigen Jahr, berichtete Pastorin Platzhoff. In der Hauptsache sei dieser Rückgang auf den Wegzug jüngerer Leute zurückzuführen, denn Kirchenaustritte habe es nur 28 gegeben, denen aber 13 Neueintritte gegenüberstünden. Die sonntäglichen Gottesdienste wurden im Durchschnitt von 68 Menschen besucht (Vorjahr: 80). Die Kollekte erbrachte im zurückliegenden Jahr rund 16000 Euro. Weitere Zahlen aus der Jahresstatistik: 36 Taufen, 32 Konfirmationen, elf Trauungen, 79 Beerdigungen.

Der Haushalt 2018 liege ab sofort zur Einsicht im Kirchenbüro aus, teilte Finanzausschussvorsitzende Jutta Paetow mit. Die kirchlichen Finanzen seien gesund und es existiere eine Rücklage, betonte sie. Als größte Maßnahme sei demnächst der Umbau des Pastorats in der Priesterstraße als Wohnung für den neuen Pastor oder die Pastorin geplant. Auf dem alten Friedhof werde in der Westecke zur alten ehemaligen Turnhalle ein Urnengemeinschaftsgrabfeld angelegt, dass mit einer Eibenhecke eingefriedet werde. 6000 Euro werde die Gemeinde aufwenden, um die ehemalige Leichenhalle auf dem Neuen Friedhof für die Bedürfnisse der Fehmarn-Tafel herzurichten.

Der Vorsitzende des Bauausschusses, Jörg Josef Wohlmann, fasste noch einmal die Liegenschaften der Kirche zusammen. Zurzeit würden die beiden Pastoratsgärten saniert, dringend notwendig sei auch eine Renovierung der Toiletten in den beiden Gemeindehäusern.

Johannes Schlage vom Ausschuss für Öffentlichkeit dankte allen ehrenamtlichen Helfern. Besonders hob er die professionelle grafische Gestaltung des Gemeindebriefes durch Andrea Nissen hervor. Ein umfangreiches Programm mit eigenem Flyer habe es auch 2017 für die Urlauber gegeben. Die Zahl der musikalischen Veranstaltungen habe 33 Konzerte betragen, berichtete er.

Platzhoff: Kinderkirche weiter beleben

Die Kontakte zur Partnergemeinde Mlondwe in Tansania/Afrika durch Irene Montkowski, Strandgottesdienste und Ostseetaufe, die Feierlichkeiten zum Luther-Jubiläum mit Kino-Gottesdienst und anderen Aktivitäten und vieles mehr zeugen von einem aktiven Leben in der Gemeinde. Auch sei man dabei, die Kinderkirche weiter zu beleben, erklärte Pastorin Platzhoff. Nach Vorbild des kürzlich stattgefundenen St.-Martins-Gottesdienstes für die Grundschüler seien weitere Gottesdienste für Kinder geplant.

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