DB-Teamleiterin Heike Timm  und Deges-Projektleiterin Martina Fettner stehen einen Laptop.
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Die neue Fehmarnsundquerung: DB-Teamleiterin Heike Timm (r.) und Deges-Projektleiterin Martina Fettner informierten die Fraktionsspitzen aus Fehmarn und Großenbrode – die Öffentlichkeit blieb wegen Corona außen vor.

Deges und DB geben Update zum Planungsstand / Baugrunderkundung ab April 2021

Sundtunnel: Was gibt‘s Neues?

  • Manuel Büchner
    vonManuel Büchner
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Die Deutsche Bahn informierte erstmals über den geplanten Sundtunnel. Der Tunnel soll westlich der Fehmarnsundbrücke entstehen.

  • Eine Veranstaltung für die Öffentlichkeit war durch die Pandemie bisher nicht möglich.
  • Erste Pflöcke für Baugrunderkundung im April 2021 sind eingeschlagen.
  • Es wird keine Tunnelelementfabrik in Großenbrode geben, sondern ein Trockendock.

Großenbrode –mb– Im März gab das Bundesverkehrsministerium grünes Licht für einen Absenktunnel als neues Querungsbauwerk durch den Fehmarnsund – inklusive Erhalt der Fehmarnsundbrücke für die langsamen Verkehre. Zeit für ein Informations-Update. Im Großenbroder „MeerHuus“ informierten die Vorhabenträger am Donnerstag erstmals wieder umfänglich über den neuen Planungsstand. Informiert wurden die Spitzen der politischen Fraktionen in Großenbrode und auf Fehmarn mit deren Bürgermeistern, Jens Reise und Jörg Weber, sowie Regionalmanager Jürgen Zuch, die froh darüber waren, dass überhaupt ein Treffen zustande kam. 

Eine Veranstaltung für die Öffentlichkeit war durch die Pandemie bisher nicht möglich. „Wir hatten alles dafür geplant“, so Heike Timm, Teamleiterin bei der Deutschen Bahn. Jetzt müsse man abwarten. „Wenn eine öffentliche Veranstaltung realisierbar ist, werden wir einen Termin abstimmen“, versprach Timm und gab zu: „Wir sind bisher nicht so im Dialog, wie wir uns das gewünscht hatten. Das soll sich ändern.“ Weber, Zuch und Reise hörten genau hin.

Wir steigen jetzt tief in die Planung ein

Deges-Projektleiterin Martina Fettner

Im März war der Planungspartner an der Seite der DB noch der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein, mittlerweile hat die Deges, die länder- und bundeseigene GmbH für besondere Straßeninfrastrukturmaßnahmen, das Ruder für die Straße übernommen. „Wir steigen jetzt tief in die Planung ein“, sagte Deges-Projektleiterin Martina Fettner. Konkret: DB und Deges haben die Vorplanung abgeschlossen, befinden sich am Übergang zur Entwurfs- und Genehmigungsplanung. 

Im April 2021 soll die Baugrunderkundung starten. „Die ersten Pflöcke sind dafür eingeschlagen“, erklärte Timm, denn Gespräche mit Betroffenen, dem Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume und dem Landesumweltministerium seien im Gange.

Großenbrodes Bürgermeister Jens Reise (l.), Regionalmanager Jürgen Zuch (M.) und Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber informierten sich über den Planungsstand des geplanten Sundtunnels.

Zum zuletzt diskutierten Thema Arbeitshafen auf Großenbroder Gebiet: „Eine Tunnelelementfabrik wird es nicht geben, sondern ein Trockendock“, so Fettner. Das entstehe im Trassenbereich und sei geflutet, sodass die Elemente mit Pontons rausschwimmen können. Wenn das letzte Element gefertigt ist, wird das Dock trockengelegt und an der Stelle die Straße gebaut, führte Fettner weiter aus und gab zu Protokoll: „Eine zusätzliche Flächeninanspruchnahme ist für die Fertigung somit nicht nötig.“

Dass natürlich Fläche in Anspruch genommen wird, zeigt aber bereits die Menge an Bodenaushub. Großenbrodes Bürgermeister Jens Reise hatte für sich rund eine Million Kubikmeter über den Daumen errechnet. Das möge doch für Deich- und Hochwasserschutz vor Ort eingesetzt werden, so Reise. „Das ist eine Chance und etwas, das wir immer wieder gewünscht und auch gefordert haben“, ergänzte Jörg Weber.

Erste Kennzahlen und Infos zum Tunnel

Länge: 1,7 km, von der Einfahrt bis zur Ausfahrt: 2,2 km

Besteht voraussichtlich aus acht Betonelementen, jeweils bis zu 223 m lang, 47 m breit und zehn Meter hoch.

Zwei Röhren für die Straße, zwei für die Schiene, die allerdings getrennt sind durch einen Versorgungs- und Rettungstunnel.

Der Tunnel entsteht westlich der Fehmarnsundbrücke.

Zuch mahnte erneut die Zusammenlegung der Verfahren Tunnel, Schiene und Ausbau B207 an. „Wir sind dran, suchen Schnittstellen, um die Auswirkungen der Bauvorhaben so gering wie möglich zu halten“, antwortete Fettner und gab mit Blick auf den rechtskräftigen Planfeststellungsbeschluss Schiene zu bedenken: „Zum Teil sind uns aber auch die Hände gebunden.“

Zeitgleich mit Belttunnel fertigwerden

Entschieden habe man sich für die kostengünstigste und am schnellsten zu bauende Variante, betonte Timm. Bei der Bauzeit gehen beide Vorhabenträger weiterhin von fünf Jahren aus.  

Auf die im März getätigte Aussage, der Tunnel sei 2028 betriebsbereit, wollten sich beide nicht festlegen lasen. Aber: „Wir wollen zeitgleich mit der Festen Fehmarnbeltquerung fertigwerden“, so Timm. Und Christian Merl, verantwortlich für Projektkoordination und -kommunikation bei der Deges in Norddeutschland, ergänzte: „Erst, wenn alles durchgeplant ist, können wir eine Schätzung abgeben, wann das Bauvorhaben abgeschlossen sein wird.“

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