Müll und Gerümpel im großen Stil
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Ein schöner Anblick geht anders. Müll und Gerümpel wurden unweit der Burger St.-Jürgen-Kapelle entsorgt.

Entsorgung von Unrat und Gerümpel

Die vermüllte Parzelle 401

  • Nicole Rochell
    vonNicole Rochell
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Die Parzelle 401, unweit der Burger St.-Jürgen-Kapelle, ist völlig vermüllt. Unrat und Gerümpel wurde hier im großen Stil illegal entsorgt.

  • Fläche in Burg auf Fehmarn wurde bis 2008 bewirtschaftet.
  • Stadt Fehmarn kündigte damals Verträge mit den Nutzern.
  • Entsorgung des Mülls kostet wohl rund 10000 Euro.

Fehmarn – Wer jetzt denkt: Moment mal, das haben wir doch alles schon mal gelesen, der irrt leider nicht. Illegaler Sperrmüllberg hier, wilde Müllkippe dort – die Müllentsorgungen auf irregulären Wegen nehmen überhand. Auch an Stellen, die, eingebettet in ursprünglich schöne Botanik, früher mal einen Zweck erfüllten und der „Naherholung“ und Entschleunigung dienten. Wie Parzelle 401. Unter dieser Bezeichnung ist das Areal bei der Stadt aktenkundig. Fast schon verwunschen gelegen, vielleicht 100 bis 150 Meter von der Burger St.-Jürgen-Kapelle entfernt, befindet sich eine Fläche, die jenen, die sie vorher kannten, heute bei ihrem Anblick feuchte Augen bescheren würde.

Treckerreifen, große Fässer, ausrangierte Plastikmöbel, Plumsklo-Fragmente, Teile eines alten Zauns, Glassplitter en masse, Teppichstücke, leere Farbtuben, Bauwagen-Reste und klägliche Überbleibsel von Häuschen, die heute mehr an zugige Bushaltestellen erinnern als an provisorische Gartenlauben, die sie früher einmal gewesen sein mochten.

Eine provisorische Gartenlaube, die ihre beste Zeit definitiv hinter sich hat, umgeben von Müll.

Möglich wär‘s, denn das Areal, das der Stadt gehört, befand sich früher einmal in der Nutzung von Menschen mit grünem Daumen, die die Fläche von der Stadt pachteten und bis 2008 bewirtschafteten. Einen vereinstechnischen Zusammenschluss auf diesem Areal schließt Heinz Matthias Lafrenz, seit zehn Jahren Vorsitzender des Burger Kleingärtnervereins, aus. Er vermutet Grabeland-Aktivitäten auf der jetzt ungerodeten und schwer vermüllten Fläche in Nähe der Kapelle: hobbygärtnerisch genutztes Land, das vor 13 Jahren jedoch nicht länger zur Nutzung überlassen wurde. Aufgrund eines politischen Beschlusses seien die Verträge seinerzeit gekündigt worden, so Mareike Zickermann, die im Bauamt für Grundstücks- und Vertragsangelegenheiten zuständig ist. Das Gelände könne als Tauschland/Ausgleichsfläche bei der Ausweisung von baulichen Vorhaben dienen und werde derzeit für solche Zwecke vorgehalten.

Die großen Sachen müssen mit einem Kettenbagger raus.

Mareike Zickermann, Bauamt der Stadt Fehmarn

Das Thema, das Brigitte Lafrentz, die ehemals im Kapellenweg wohnte, ans FT herangetragen hatte, ist auch bei der Stadt bekannt. Schon einige Male habe der Bauhof von der illegalen Müllkippe Unrat und Gerümpel entfernt, müsse aber bei den großen Brocken wie landwirtschaftliche Anhänger mit Resten von Laubenpieper-Häuschen und Wohnwagen sowie Treckerreifen und anderen „Großgeräten“, passen. „Die großen Sachen müssen mit einem Kettenbagger raus“, so Mareike Zickermann, die wissen ließ, dass die Stadt das Vorhaben nicht aus den Augen verloren hat und im nächsten Jahr, wenn entsprechend Geld zur Fremdvergabe für diese Maßnahme in den Haushalt eingestellt sei, in Angriff nehmen werde. Rund 10000 Euro koste die Müllbeseitigung im großen Stil. 

Die Schonzeiten für Tiere sowie für Bäume und Sträucher werde die Stadt dabei natürlich im Blick haben, so Zickermann. Das könnte ein herrliches Fleckchen sein, pries Brigitte Lafrentz den schönen Baumbestand der Fläche. Ein eigentlich idyllischer Ort, „der wunderschön sein könnte“, wenn er erst einmal wieder hergerichtet sei, so Brigitte Lafrentz. 

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