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Jörg Weber, Einzelbewerber

Bürgermeisterkandidat für Fehmarn

Jörg Weber: „Auf alle negativen Auswirkungen für unsere Insel mit allen Konsequenzen reagieren“

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  • Manuel Büchner
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  • Andreas Höppner
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  • Nicole Rochell
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Zur Wahl zum Verwaltungschef auf Fehmarn am 7. März hat die FT-Redaktion den Kandidaten, die ins Rathaus einziehen wollen, eine Reihe von Fragen ganz unterschiedlicher Natur gestellt. Die Antworten des Amtsinhabers Jörg Weber gibt‘s hier.

Nennen Sie Ihren Hauptcharakterzug?
Ehrlichkeit, Bodenständigkeit und Fleiß.
Wo befindet sich Ihr Lieblingsplatz auf Fehmarn?
Neben meinem Büro natürlich mein Zuhause und immer dort, wo ich mit Freunden die Spiele des HSV im Fernsehen verfolgen kann.
Was bedeutet Ihnen Ehrlichkeit? Was bedeutet Ihnen Ethik?
Ehrlichkeit ist eine der wichtigsten Voraussetzungen für ein gutes Zusammenleben und Zusammenarbeiten. Dasselbe gilt für Ethik als ein moralisches Wertesystem.
Wer oder was hätten Sie sein mögen?
Bürgermeister von Fehmarn.
Welche ist Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Mein Beruf.
Mit wem würden Sie gerne einmal frühstücken? 
Mit der Bundeskanzlerin Angela Merkel würde ich gerne über ihre Erfahrungen in der Corona-Pandemie reden.
Wer ist Ihre Lieblingsgestalt in der Geschichte?
Da gibt es nicht nur eine Person, gerade wenn es um Widerstand gegen das Naziregime geht oder um den Einsatz für Menschenrechte. Auf Fehmarn habe ich aber erfahren, dass Sir William Strang Baron of Stonesfield als britischer Unterhändler 1945 Fehmarn vor einer sowjetischen Besatzungszone bewahrt hat. Damit hat er sich in der Geschichte um Fehmarn sehr verdient gemacht.
Warum ist es ein toller Job, gerade auf Fehmarn Bürgermeister/in zu sein?
Weil der Job gleichermaßen abwechslungsreich und herausfordernd ist. Und ich schätze unsere Sonneninsel mit ihrem eigenen Charakter und die Fehmaranerinnen und Fehmaraner mit ihrer eigenen Mentalität sehr.
Was dürfen die Mitarbeiter der Verwaltung von Ihnen erwarten?
Weitere sechs Jahre gute und kollegiale Zusammenarbeit.
Was wäre Ihre erste politische Maßnahme? 
Da in den letzten sechs Jahren viele Projekte auf den Weg gebracht wurden, von denen noch einige zu Ende gebracht werden müssen und wir ja noch einiges vor uns haben, werde ich meine bisherige Arbeit wie bisher fortführen. Besonders konzentriere ich mich auf den Ausbau der Digitalisierung unserer Schulen.
Fehmarn wird zur Baustelle, steht in den kommenden Jahren vor bedeutsamen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Festen Fehmarnbeltquerung. Ziehen Sie gegenüber Vorhabenträgern, Land und Bund eher die Samthandschuhe an oder wollen Sie klare Kante zeigen?
Gemeinsam mit der Verwaltung werde ich auch weiterhin jede Phase des Projektes genauestens beobachten und auf alle negativen Auswirkungen für unsere Insel mit allen Konsequenzen reagieren, wenn es sein muss, auch auf juristischem Weg.
Fachkräftemangel ist auch in der öffentlichen Verwaltung gerade in ländlichen Regionen längst ein Thema. Wie wollen Sie als Verwaltungschef als attraktiver Arbeitgeber beim vorhandenen Personal und der Suche nach neuen Mitarbeitern punkten?
Wir sind schon in den letzten Jahren flexibler geworden, zum Beispiel bei den Arbeitszeiten, wir haben uns beim Thema Homeoffice, gerade auch in der Coronazeit, großartig weiterentwickelt, das Thema Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spielt eine Rolle, von der Ausstattung der Büros über Betriebssport bis hin zu betrieblichem Wiedereingliederungsmanagement, Weiterbildung ist bei uns wichtig,…
Spätestens ab 2030 will Fehmarn klimaneutral agieren. In den nächsten sechs Jahren wird diese Maxime also das politische Handeln bestimmen. Welche Rolle spielt dabei der Chef im Rathaus? Was sehen Sie als Ihre vordergründigste Aufgabe, um das Ziel zu erreichen?
Die Stadtvertretung hat im Dezember 2020 die neuen Strategischen Ziele für Fehmarn einstimmig verabschiedet. Das Kapitel 4 umfasst die Ziele für den Bereich Klima- und Umweltschutz. Die Verwaltung ist unter anderem beauftragt, den Maßnahmenkatalog „2030 – klimaneutrale Insel“ bis zum 31. Dezember 2021 zu erarbeiten und der Stadtvertretung zur Beschlussfassung vorzulegen. Das wird quasi der Masterplan, um die Klimaneutralität zu erreichen. Dafür werde ich mich auch persönlich stark engagieren.
Der Tourismus auf Fehmarn boomt, was Vor- und Nachteile mit sich bringt. Was sind in diesem Zusammenhang die zwei dringendsten Probleme, und wie können diese beantwortet werden?
Der Tourismus muss nachhaltiger gestaltet werden, bei den Ferienwohnungen haben wir aus meiner Sicht keinen Bedarf mehr, im Gegenteil. Dauerwohnraum darf nicht zu Ferienwohnraum umgenutzt werden. Aufgrund bestehender Baurechte ist das allerdings ein Prozess, der uns noch eine Vielzahl an Entscheidungen abverlangen wird. Hier benötigen wir intelligente Steuerungsmechanismen, die auch bereits auf den Weg gebracht sind (Erhaltungssatzung). Es sollte zukünftig auf jeden Fall gelten: Qualität und Nachhaltigkeit vor Quantität. Unsere Infrastruktur ist in den letzten zehn bis 20 Jahren nicht mit der Entwicklung des Tourismus in gleichem Maße mit- entwickelt worden. Hier ist Nachholbedarf.
Am Südstrand könnte auf der Spielwiese mittelfristig ein weiteres Hotel entstehen ebenso westlich der Strandburg. Auf der anderen Seite muss sich in Meeschendorf ein geplanter Hotelbau einem Bürgerentscheid stellen. Fehmarn braucht mehr Hotels. Stimmt die Aussage noch?
Als ich 2015 mein Amt angetreten habe war es immer ein Thema, wie in den Nachbargemeinden Hotels entwickelt würden, nur bei uns nicht. Das Thema Südstrand war neben der FFBQ das große Thema. Es hat hier viel Zeit gebraucht, den Knoten zwischen Grundstücksinhaber und möglichen Investoren durchzuschlagen. Jetzt wird wieder verhandelt. In Meeschendorf haben wir auf Wunsch des Kreises, der dort das Ferienlager nicht mehr betreiben wollte, einen Investor vermittelt. Hier passt das Thema Familienhotel gut hin. Wenn diese zwei Hotels entstehen würden, was für die Vor- und Nachsaison ein Gewinn wäre, wären wir aus meiner Sicht auch mit Hotels gut aufgestellt.
Wie sieht Ihre Vision für Fehmarn bis 2030 aus?
Fehmarn hat das Ziel Klimaneutralität erreicht. Die Digitalisierung der Schulen und der Verwaltung ist auf dem modernsten Stand. Jedes Kind hat einen Platz in einer Kita oder anderen Betreuungsform. Das Angebot für bezahlbaren Wohnraum ist gut. Die Burger Altstadt inklusive Marktplatz ist in vielen Bereichen barrierefreier geworden. Der Autoverkehr und das Parkverhalten werden durch Schaffung weiterer Angebote entzerrt. Ein gut ausgebautes Fahrradnetz lädt die Fehmaranerinnen und Fehmaraner, aber auch unsere Gäste ein, immer mehr das Fahrrad als Alternative zum Auto zu nutzen. Der Tourismus hat sich in der Qualität, zum Beispiel durch neue Infrastrukturen an den Stränden, deutlich verbessert. Der Tourismus wird aber auch den Gegebenheiten vor Ort angepasst. Die Freiwilligen Feuerwehren der Insel sind personell und materiell weiterhin gut aufgestellt. Die Landwirtschaft ist neben dem Tourismus weiter prägend für unsere Insel. Die Gewerbesteuer durch die heimische Wirtschaft fließt weiter durch eine gute Konjunktur, auch in der Windkraft und bei Scandlines. Es gibt mindestens eine Wasserstofftankstelle auf Fehmarn, die auch gut genutzt wird.

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