Thomas Weber im Porträt
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Thomas Weber, Einzelbewerber

Bürgermeisterkandidat für Fehmarn

Thomas Weber: „Ein intelligentes Verkehrskonzept für Burg“

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  • Manuel Büchner
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  • Andreas Höppner
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Zur Wahl zum Verwaltungschef auf Fehmarn am 7. März hat die FT-Redaktion den Kandidaten, die ins Rathaus einziehen wollen, eine Reihe von Fragen ganz unterschiedlicher Natur gestellt. Die Antworten des Einzelbewebers Thomas Weber gibt‘s hier.

Nennen Sie Ihren Hauptcharakterzug?
Ich bin sehr zielstrebig, wenn ich ein Ziel vor Augen habe. Dabei bin ich sehr selbstkritisch und nicht auf meinen eigenen Vorteil bedacht.
Wo befindet sich Ihr Lieblingsplatz auf Fehmarn?
Es gibt viele Plätze auf Fehmarn, welche ich liebe. Ich sitze sehr gerne auf der Bank am Katharinenhof und genieße den Ausblick aufs Wasser, und ich liebe lange Spaziergänge auf dem Deich in Westermarkelsdorf. Aber am liebsten bin ich bei meiner Familie zu Hause.
Was bedeutet Ihnen Ehrlichkeit? Was bedeutet Ihnen Ethik?
Ehrlichkeit ist für mich die wichtigste Tugend und die Grundvoraussetzung im Umgang mit anderen Menschen. Diese Ehrlichkeit erwarte ich auch von den Menschen mir gegenüber. Ethik ist für mich sehr wichtig. Die wichtigsten Grundsätze von Ethik sind für mich die Wahrung der Menschenwürde, gegenseitige Toleranz im Umgang miteinander und ein stetiges moralisches Handeln. Ethik muss zum Besten von allen sein.
Wer oder was hätten Sie sein mögen?
Dichter oder Schriftsteller, durch deren Werke den Menschen viel Spaß und Freude bereitet wird. Bücher überdauern die Zeit. 
Welche ist Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Ich liebe das Laufen. Ich selbst laufe Strecken von 10 km bis zur Marathondistanz. Dabei kann ich am besten abschalten und nachdenken. Für mich ist dies pure Erholung. Im Gegensatz dazu liebe ich es aber auch, Quizaufgaben zu lösen.
Mit wem würden Sie gerne einmal frühstücken? 
Mickie Krause und Ilka Bessin. Beide stehen bzw. standen als Partysänger/Comediantin im Rampenlicht. Im Hintergrund betreiben sie ohne großes Aufsehen großes soziales Engagement. Mickie Krause z. B. durch seine Stiftung „Fly and help“, Ilka Bessin setzt sich sehr für benachteiligte Menschen ein und ist Botschafterin des Straßenkinder e.V.
Wer ist Ihre Lieblingsgestalt in der Geschichte?
Leonardo da Vinci. Er war ein Universalgenie und hat viele Talente gehabt. Egal ob als Maler, Architekt, Bildhauer oder Erfinder. Er hat schon vieles entworfen, was seiner Zeit voraus war.
Warum ist es ein toller Job, gerade auf Fehmarn Bürgermeister/in zu sein?
Fehmarn ist die neue Heimat von mir und meiner Familie. Wir sind glücklich hier, und niemand mehr möchte zurück in die alte Heimat. Wir wurden hier sehr gut aufgenommen und haben keine Berührungsängste. Aber in der Zeit, wo wir auf der Insel leben, habe ich die Augen und Ohren offen gehalten und habe dabei durch viele Gespräche, aber auch durch eigene Erfahrungen, gemerkt, dass es viele Probleme gibt und Verbesserungen, gerade für die einheimische Bevölkerung, notwendig und gewünscht sind. Ich möchte diese Veränderungen und Verbesserungen einleiten, bzw. durchführen und somit als Dank der Insel und deren Bevölkerung etwas zurückgeben.
Was dürfen die Mitarbeiter der Verwaltung von Ihnen erwarten?
Ich bin ein sehr guter Teamplayer und habe durch meine Vergangenheit, in der ich auch viele Jahre selbstständig war, stets ein offenes Ohr für meine Kollegen und Mitarbeiter. Ich bin für Kritik, egal ob positiv oder negativ, sowie für Verbesserungsvorschläge und Ideen der Mitarbeiter offen und lasse dies in meine Arbeit mit einfließen. Bedingt durch meine Selbstständigkeit, aber auch durch meine Arbeit als Angestellter kenne ich die Probleme aus Sicht des Arbeitgebers wie auch des Arbeitnehmers. Die Mitarbeiter der Verwaltung dürfen einen fairen und respektvollen Umgang von mir erwarten. Ich sehe uns alle zusammen als großes Team.
Was wäre Ihre erste politische Maßnahme? 
Als erstes würde ich ein intelligentes Verkehrskonzept für Burg entwickeln, um – speziell in den Sommermonaten – die Innenstadt vom Verkehr zu entlasten. Aber auch das Problem mit bezahlbarem Wohnraum und die Sanierung, der Straßen und der Ausbau des Radwegenetzes sollten schnellstmöglich umgesetzt werden.
Fehmarn wird zur Baustelle, steht in den kommenden Jahren vor bedeutsamen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Festen Fehmarnbeltquerung. Ziehen Sie gegenüber Vorhabenträgern, Land und Bund eher die Samthandschuhe an oder wollen Sie klare Kante zeigen?
Samthandschuhe sind da fehl am Platz, es gilt mit aller Entschlossenheit klare Kante zu zeigen, damit die Beeinträchtigung aller Einwohner, aber auch der Urlauber auf ein Minimum reduziert wird. Dazu zählen der Lärmschutz, die Verkehrsbelastung, die Verschmutzung/Zerstörung der Umwelt und ein funktionierendes Sicherheitskonzept. Aber auch finanzielle Belastungen sowie die Verantwortung verschiedener Dinge für die Stadt Fehmarn und somit auch deren Bewohner müssen so weit wie möglich vermieden werden. Als Bürgermeister der Stadt habe ich mich deshalb mit aller Macht für das Wohl der Stadt und aller Bewohner der Insel einzusetzen. Daher werde ich ganz klare Kante allen gegenüber zeigen.
Fachkräftemangel ist auch in der öffentlichen Verwaltung gerade in ländlichen Regionen längst ein Thema. Wie wollen Sie als Verwaltungschef als attraktiver Arbeitgeber beim vorhandenen Personal und der Suche nach neuen Mitarbeitern punkten?
Ein gutes und gesundes Arbeitsklima ist Voraussetzung für zufriedene, motivierte und leistungsstarke Mitarbeiter. Aber dies alleine reicht noch nicht aus. Wenn es auf der Insel selbst nicht genug Fachkräfte gibt, sind diese von außerhalb anzuwerben. Damit diese aber mit ihren Familien auf die Insel ziehen, sind wir wieder beim Thema, dass entsprechender bezahlbarer Wohnraum vorhanden ist. Dieser muss auf jeden Fall zur Verfügung stehen. Weiterhin müsste geprüft werden, ob Mitarbeiter mehr Verantwortung bekommen, es könnten diverse Leistungsprämien ausgelobt werden. Für Mitarbeiter der öffentlichen Verwaltung könnte es auch zusätzliche Sachvergünstigungen geben.
Spätestens ab 2030 will Fehmarn klimaneutral agieren. In den nächsten sechs Jahren wird diese Maxime also das politische Handeln bestimmen. Welche Rolle spielt dabei der Chef im Rathaus? Was sehen Sie als Ihre vordergründigste Aufgabe, um das Ziel zu erreichen?
Der Chef im Rathaus sollte selbst vom Erreichen des Ziels überzeugt sein und eine entsprechend positive Einstellung dafür mitbringen. Um eine Klimaneutralität zu erreichen, muss das Umwelt- und Energiemanagement optimiert werden, um die CO2-Emissionen zu senken. Dafür gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten: Einsparung von CO2-Ausstoß durch eine optimale Gebäudedämmung, auch der öffentlichen Gebäude, Vermeidung von Autoverkehr, Ausbau von Ladestationen für E-Autos, Schutz und Ausbau von Naturschutzgebieten etc. Die Möglichkeiten sind vielfältig und müssen miteinander kombiniert werden. Das Erreichen der Klimaneutralität muss im Interesse aller Bewohner und Urlauber auf der Insel sein.
Der Tourismus auf Fehmarn boomt, was Vor- und Nachteile mit sich bringt. Was sind in diesem Zusammenhang die zwei dringendsten Probleme, und wie können diese beantwortet werden?
Die beiden größten Herausforderungen sind, einen inselverträglichen und nachhaltigen Tourismus auf Fehmarn zu schaffen, gleichzeitig aber das Verhältnis zwischen Einwohnern und Touristen zu verbessern. Dies ist in der letzten Zeit etwas in Schieflage geraten, was aber daher rührt, dass der Tourismus immer weiter zugenommen hat, die öffentliche Hand aber wenig dafür getan hat, dass bestehende Regeln eingehalten werden. Es gilt, weitere Ferienwohnungen zu vermeiden, bestehende zu schützen und eine bessere Überwachung durch die Stadt. Nicht zuletzt wegen der Corona-Krise. Viele leben vom Tourismus, und so soll es auch sein. Meine Maxime lautet: Tourismus ja, aber bitte inselverträglich.
Am Südstrand könnte auf der Spielwiese mittelfristig ein weiteres Hotel entstehen ebenso westlich der Strandburg. Auf der anderen Seite muss sich in Meeschendorf ein geplanter Hotelbau einem Bürgerentscheid stellen. Fehmarn braucht mehr Hotels. Stimmt die Aussage noch?
In dieser Form stimmt die Aussage nicht mehr. Auf der einen Seite wären Neubauten wegen des stetig wachsenden Tourismus notwendig, andererseits aber muss man sich die Frage stellen, ob man dies möchte. Es muss verhindert werden, dass entsprechende „Bettenburgen“ entstehen. Mehr Hotels bedeutet mehr Tourismus, Verkehrsbelastung etc. Bei der Entscheidungsfindung sollte die Bevölkerung eingebunden werden, um die Meinung der Einwohner dazu zu kennen. Wenn man sich dafür entscheidet, dann sollte die Bettenzahl verringert werden gegenüber der jetzigen Planung. Die Objekte müssen nahtlos in die vorhandene Bebauung eingebunden werden. Es ist eine schwierige Entscheidung.
Fehmarns Verwaltung der Zukunft – wie sieht diese für Sie aus?
Die Verwaltung muss so bürgerfreundlich wie möglich sein. Vieles muss digital möglich sein, was die Menschen von zu Hause aus erledigen können, um sich den Weg in die Verwaltung zu sparen. Aber auch der persönliche Kontakt vor Ort muss weiterhin möglich sein. Die Bürokratie muss auf ein Minimum reduziert werden. Die Verwaltung muss aus Umweltschutzgründen soweit wie möglich papierlos sein. Ferner sehe ich die Verwaltung komplett in einem Gebäude untergebracht, um Besuchern die Erledigung ihrer Dinge an einem Ort zu ermöglichen. Dazu müsste auch ein neues Verwaltungsgebäude entstehen. Dies wäre auch die Chance, aus Umweltgründen einen Bau nach aktuellem Stand der Energieeinsparung zu errichten.
Kann die Bürgerbeteiligung bei politischen Entscheidungsprozessen optimiert werden? Wenn ja, wie?
Die Bürgerbeteiligung kann auf jeden Fall optimiert werden. Die Bürger brauchen mehr Mitspracherecht bei Projekten. Die Meinung sollte gehört werden, bevor über ein Projekt abgestimmt oder entschieden wird. Regelmäßige Bürgerversammlungen und feste Bürgersprechstunden sollen eingerichtet werden, wo die Bürger über geplante Projekte informiert werden. Es können zu Projekten Umfragen gestartet werden, um die Meinung der Bürger dazu zu hören und zu kennen. Probleme oder Diskussionen können somit im Vorfeld vermieden werden und erleichtern die Abstimmung über die Projekte. Entscheidungen der Stadtvertretung sollen nach Möglichkeit im Sinne der Bevölkerung erfolgen, dessen Vertreter sie sind.
Wie sieht Ihre Vision für Fehmarn bis 2030 aus?
Fehmarn ist eine moderne, aber gleichzeitig auch natürliche Insel, die ihre Identität bewahrt hat. Sie muss sich klar von Orten mit Massentourismus abheben, der Tourismus ist inselverträglich und nachhaltig. Die Klimaneutralität wurde erreicht, Fehmarn ist eine lebens- und liebenswerte Insel und ein toller Wohnort für Jung und Alt. Die Insel soll als Vorreiter für andere Urlaubsregionen dienen, viele offene Fragen oder Probleme sind geklärt und wurden in Angriff genommen. Die heimische Wirtschaft ist gestärkt und hat sich als Marke etabliert. Kurz gesagt: Die Bewohner der Insel müssen stolz darauf sein, hier zu leben und Fehmaraner zu sein. Dies auch zusammen mit den Urlaubern.

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