Doris Klemptner im Porträt
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Doris Klemptner, Einzelbewerberin

Bürgermeisterkandidatin für Fehmarn

Doris Klemptner: „Die wichtigste Aufgabe besteht in der Steuerung“

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  • Manuel Büchner
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  • Andreas Höppner
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  • Nicole Rochell
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Zur Wahl zum Verwaltungschef auf Fehmarn am 7. März hat die FT-Redaktion den Kandidaten, die ins Rathaus einziehen wollen, eine Reihe von Fragen ganz unterschiedlicher Natur gestellt. Die Antworten der Einzelbewerberin Doris Klemptner gibt‘s hier.

Nennen Sie Ihren Hauptcharakterzug?
Drei Charakterzüge haben bei mir die gleiche Wertigkeit: Offenheit, Mut und Zielstrebigkeit.
Wo befindet sich Ihr Lieblingsplatz auf Fehmarn?
In meinem Zuhause – bei meiner Familie.
Was bedeutet Ihnen Ehrlichkeit? Was bedeutet Ihnen Ethik?
Ehrlichkeit bedeutet Mut zur Wahrheit. Wahrheit sind Fakten objektiv betrachtet. Subjektiv kann schon nur durch ein kleines weggefallenes Wort oder eine Umsetzung der Worte die Ehrlichkeit anders interpretiert werden, und damit kann aus einer ehrlichen Aussage sich ganz schnell eine Unwahrheit verbreiten. Darum braucht man Mut zur Ehrlichkeit. Ehrlichkeit erfährt man immer an der Quelle. Das bedeutet für mich, mein Handeln erfolgt nach ethischen Grundsätzen. Für mich steht das Allgemeinwohl im Vordergrund. Mein Handeln wird sich daher für das Allgemeinwohl und zum Nutzen der Menschen, die hier wohnen und arbeiten und zum Wohle von Tier und Natur richten.
Wer oder was hätten Sie sein mögen?
Ich bin der, der ich bin, und das ist für mich okay. Ich möchte nicht tauschen.
Welche ist Ihre Lieblingsbeschäftigung?
Lesen, Musik hören, Kochen und ganz wichtig, Zeit für meine Familie.
Mit wem würden Sie gerne einmal frühstücken? 
Nicht nur einmal – sondern immer! Mit meinem Ehemann und meiner Tochter, und wenn es wieder geht, auch mit meinen Eltern und weiterer Familie. Alle anderen Menschen treffe ich gerne auf einen Kaffee. Das Frühstück soll meiner Familie vorbehalten sein..
Wer ist Ihre Lieblingsgestalt in der Geschichte?
Evita Peron.
Warum ist es ein toller Job, gerade auf Fehmarn Bürgermeister/in zu sein?
Weil die Wirtschaft auf Fehmarn noch gesund ist und so eine gesunde Basis bildet, tatsächlich noch Dinge gestalten zu können. Parteienübergreifende Vernunft und eine gesunde wirtschaftliche Basis sind geradezu gute Grundlagen und unsere Insel, die ich liebe, auf der ich lebe ... nenne ich Heimat. Diese Schönheit mit allen Menschen die hier auch wohnen, gemeinsam Fehmarn in allen Facetten zu gestalten, das ist mein Ansinnen. Deshalb ist es für mich auch kein Job, sondern eine Aufgabe.
Was dürfen die Mitarbeiter der Verwaltung von Ihnen erwarten?
Ehrlichkeit, Offenheit und Loyalität. Das erwarte ich auch von meinen Mitarbeitern.
Was wäre Ihre erste politische Maßnahme? 
Ich werde keine Politikerin, sondern Verwaltungschefin. Ich werde, kann und möchte keine politischen Maßnahmen treffen. Politik wird von unserer Kommunalpolitik gemacht. Ich habe Visionen.
Fehmarn wird zur Baustelle, steht in den kommenden Jahren vor bedeutsamen Entwicklungen im Zusammenhang mit der Festen Fehmarnbeltquerung. Ziehen Sie gegenüber Vorhabenträgern, Land und Bund eher die Samthandschuhe an oder wollen Sie klare Kante zeigen?
Die gewählte Verhandlungsstrategie hängt davon ab, was erreicht werden soll. Es gibt unterschiedliche Modelle von Verhandlungsstrategien, die je nach Ergebnisorientierung eingesetzt werden. Die Frage ist daher nicht pauschal zu beantworten. Verhandlungsgespräche basieren immer auf konstruktiven Gesprächen mit der Erzielung einer Win-Win-Situation.
Fachkräftemangel ist auch in der öffentlichen Verwaltung gerade in ländlichen Regionen längst ein Thema. Wie wollen Sie als Verwaltungschef als attraktiver Arbeitgeber beim vorhandenen Personal und der Suche nach neuen Mitarbeitern punkten?
Weiterbildung, gute innerbetriebliche Kommunikation, Zielgespräche und Feedback sowie eine Work-Life-Balance betrachte ich bereits als selbstverständlich. Hinzu kommt für mich die Gesundheitsvorsorge und soziales Engagement, damit ist dann auch die Verwaltung ein attraktiver Arbeitgeber. Unbedingt einführen möchte ich die Erweiterung der Ausbildung und zwar neben der klassischen Ausbildung auch eine Ausbildung im dualen Studium.
Spätestens ab 2030 will Fehmarn klimaneutral agieren. In den nächsten sechs Jahren wird diese Maxime also das politische Handeln bestimmen. Welche Rolle spielt dabei der Chef im Rathaus? Was sehen Sie als Ihre vordergründigste Aufgabe, um das Ziel zu erreichen?
Die wichtigste Aufgabe besteht in der Steuerung. Nachdem die notwendigen Instrumente und Mechanismen installiert sind, muss ein stetiger Soll-Ist-Abgleich stattfinden. Durch den Ausruf des Klimanotstandes ist erst einmal eine Konzepterstellung erforderlich. Wir sind nun angehalten, Maßnahmen zu ergreifen, die über das gesetzliche Maß hinaus Erfolg versprechen. Würden wir „nur“ die gesetzlichen Vorgaben einhalten müssen, könnten wir sofort die ersten Maßnahmen starten. Vielleicht kann ich durch eine SWOT-Analyse zu einem nachhaltigen Umdenken anregen.
Der Tourismus auf Fehmarn boomt, was Vor- und Nachteile mit sich bringt. Was sind in diesem Zusammenhang die zwei dringendsten Probleme, und wie können diese beantwortet werden?
Insbesondere die Verkehrs- und Wohnungssituation für Einheimische sind dringlichste Handlungsfelder. Für das Thema Wohnraum stehen die städtischen Grundstücke Gorch-Fock-Straße und Reiterkoppel auf dem Programm. Ebenso das Vorantreiben einer Zweckentfremdungs- und Erhaltungssatzung. Auf eine zügige Optimierung der Infrastruktur ist bereits im Beherbergungskonzept 2016 hingewiesen worden. Hierzu zählt für mich vor allem eine Verkehrsentlastung durch eine Umgehungsstraße sowie ein automatisiertes Parkraumkonzept. Ich beurteile die Situation so, dass Fehmarn am Zenit des touristischen Angebots angekommen ist und erst die Hausaufgaben für die Bevölkerung gelöst werden müssen, bevor weitere Investitionen für den Tourismus erfolgen.
Am Südstrand könnte auf der Spielwiese mittelfristig ein weiteres Hotel entstehen ebenso westlich der Strandburg. Auf der anderen Seite muss sich in Meeschendorf ein geplanter Hotelbau einem Bürgerentscheid stellen. Fehmarn braucht mehr Hotels. Stimmt die Aussage noch?
Nach öffentlicher Beschlusslage und aufgrund der Planungen im Rahmen der Sanierungssatzung „Arne -Jacobsen-Siedlung“ ist eine „Lebendige Mitte“ geplant, für die sogar ein Wettbewerb angestrebt wird. Auf die Begleitung dieser Maßnahmen hätte ich mich gefreut. Da aktuell Überlegungen zur Erneuerung des Beherbergungskonzeptes bestehen und die Erhaltungssatzung als Instrument zur Regulierung von Ferienwohnungen genutzt werden soll, ist es verfrüht zu entscheiden, ob auf Fehmarn mehr Hotels benötigt werden. Grundsätzlich stehen Hotelbauten am Südstrand in Einklang mit den beschlossenen strategischen Zielen.
Fehmarns Verwaltung der Zukunft – wie sieht diese für Sie aus?
Digital, smart (spezifisch, messbar, akzeptiert, realistisch und terminiert), bürgernah und unternehmerfreundlich, dazu noch einen Fördergeldmanager implementiert und eine Stelle für die Baukoordinierung, dann passt es für alle.
Kann die Bürgerbeteiligung bei politischen Entscheidungsprozessen optimiert werden? Wenn ja, wie?
Besser informieren:
Der Zugang zu Informationen kann optimiert werden.
Aktuell ist die Suchfunktion des Rats- und Informationssystems eine Zumutung. Ausschreibungen und Vergaben könnten leichter zu finden sein.
Miteinander sprechen:
Ortsbeiräte, Bürgerversammlungen, Bürgerforum; viele dieser Instrumente werden nicht genutzt.
Bürger beteiligen:
Wir haben kreative Köpfe auf Fehmarn. Wir sollten geeignete Arbeitskreise nutzen und nicht verfluchen.
Wie sieht Ihre Vision für Fehmarn bis 2030 aus?
Die bedarfsgerechte Kita hat sich gut etabliert. Der Digitalpakt Schule ist abgeschlossen. Die Wirtschaft ist tourismusunabhängiger. Unser Mini-Campus geht in das 4. Semester und wir sind anerkannt für Algenforschung. Alle Baustellen auf Fehmarn werden gut und gemeinsam durch eine/n Baukoordinator/in gesteuert, die Bevölkerung ist eingebunden in alle Prozesse. Die erste Gesellschafterversammlung der Energie GmbH, einer Bürgerbeteiligungsgesellschaft, ist abgeschlossen. Die Umgehungsstraße ist fertig und unsere Altstadt erstrahlt barrierefreundlich. Das Wohngebiet Gorch-Fock-Straße ist fertig, der Wohnungsmarkt entspannt, das Mehrgenerationenhaus ist bewohnt. Fehmarn erhält den Innovationspreis für ein modernes Mobilitätskonzept in Verbindung mit eigener Stromversorgung. Die Energiekosten im „FehMare“ sind nachhaltig gesenkt. Die Freiwillige Feuerwehr Burg hat die neue Wache in Betrieb genommen. Mit der Umsetzung des Klimaschutzprogrammes sind wir sehr gut unterwegs. Digitalität im Rathaus wird gelebt, die E-Akte ist implementiert.

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