Teil 1: Alles rund um die Wolle lernt man bei Christa Höpner / Montags ist Handarbeitstreff

Fehmarn im Winter: Was ist los?

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Fachsimpeln bei der Handarbeit: Fehmaranerinnen beim Klönschnack bei Christa Höpner (l.).

Fehmarn –wa– Die dunkle und ruhigere Jahreszeit hat auf Fehmarn Einzug gehalten. Aber wer nun meint, nur weil sich nicht mehr so viele Touristen auf der Insel tummeln, sei auch nichts mehr los, der irrt. Neben einigen Veranstaltungen vom Vortrag über die Buchpräsentation bis zum Konzert und dem Filmtheater, gibt es auch jede Menge kreative Angebote zu entdecken, die regelmäßig stattfinden.

Um auf diese aufmerksam zu machen, hat sich die Redaktion des FT umgeschaut und wird in unregelmäßigen Abständen darüber informieren. Falls auch Sie, liebe Leserinnen und Leser, im Winter etwas Schönes für Fehmaraner und Gäste anbieten, lassen Sie es uns wissen.

Weben, stricken, spinnen, färben

Der häufig leider triste November hat auch seine bunten Seiten. So öffnet zum Beispiel Christa Höpner ihren Laden „wollgemacht“ in der Bahnhofstraße 15, direkt neben dem Café „liebevoll“ und unschwer am umhäkelten Fahrrad vor der Tür zu erkennen, auch im Winter montags, dienstags und freitags von 9 bis 13 und von 15 bis 18 Uhr sowie mittwochs und sonnabends am Vormittag.

Bei der Fachfrau, die sich ihr Wissen rund um die Wolle im Laufe der Jahre selbst angeeignet hat, kann man nicht nur hochwertige Wolle kaufen, sondern sich auch für die Handarbeit selbst bestens beraten lassen. Gern nimmt Christa Höpner auch Auftragsarbeiten an. So kann man sich bei ihr beispielsweise einen nach den eigenen Wünschen gestrickten Pullover bestellen.

Jeden Montagnachmittag ab 15 Uhr lädt sie zudem zum Handarbeitsklönschnack bei einer Tasse Kaffee ein. Jeder, der Lust hat, in gemütlicher Runde einer Handarbeit nachzugehen, ist herzlich eingeladen. „Jeder bringt seine Sachen mit und arbeitet daran. Wir tauschen uns aus und geben uns gegenseitig Tipps“, erklärt sie das Prinzip. Es sei ganz egal, ob man Anfänger oder Profi sei. Höpner freut sich, dass ihr Klönschnack gut angenommen wird: „Jetzt im Winter haben auch die Fehmaraner ein bisschen Zeit, um vorbeizukommen.“

„Mit zwölf Jahren habe ich meinen ersten Pullover gestrickt, mit 15 den ersten Norwegerpullover“, verrät Christa Höpner im Gespräch mit dem FT. Man könne sich beim Handarbeiten, wenn denn die Muster nicht so kompliziert seien, gut konzentrieren, lacht die gebürtige Nordrhein-Westfälin und gesteht, dass sie in der Schule in den 1980-Jahren mit ihren Freundinnen gestrickt habe.

Eigentlich hatte sie zunächst Erzieherin gelernt, sich aber vor anderthalb Jahren aus ihrer Leidenschaft ein Geschäft aufgebaut. „Das war ein langgehegter Traum“, lässt sie wissen. Ihr Laden „wollgemacht“ ist in den Räumen einer ehemaligen Wohnung entstanden, und so fühlt man sich in der „Wohnwerkstatt“ auch gleich behaglich und ein bisschen wie in der Wohnstube mit den alten Holzdielen, zwei Sofas und einem schönen Holztisch. Webstuhl und Spinnrad fehlen selbstverständlich nicht.

Wolle kommt auch von hiesigen Schäfern

Die Woll-Fachfrau kauft die Wolle und Garne, die sie in ihrem Laden vertreibt, nicht nur bei ausgewählten Händlern, die unter anderem auf Sozial- und Biostandards achten, sondern auch bei den hiesigen Schäfern, darunter Mathias Krause aus Westermarkelsdorf. Und das Rohmaterial verspinnt sie dann selbst zu Wolle. Auch das Einfärben von Wolle ist für sie kein Problem. So verpasst sie heller Wolle das gewisse Etwas. Auch der Webstuhl steht nicht nur zur Zierde im Geschäft. Momentan webt Höpner einen Teppich. „Aber wer möchte, dem kann ich den Webstuhl natürlich auch für ein eigenes Projekt zur Verfügung stellen“, verrät sie. Auf www.wollgemacht.de erhält man einen ersten Einblick ins Wirken der Woll-Expertin.

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