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Fehmarn: „Wir alle für Maxi“

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Von: Nicola Krüger

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Maxims Familie wünscht sich für ihn eine ganz normale Kindheit. © Privat

Der dreijährige Fehmaraner Maxim benötigt dringend eine Stammzellspende. Am 3. Dezember findet in Dänschendorf im Haus des Gastes eine Registrierungsaktion statt.

Fehmarn – Maxim ist in einem Alter, in dem es sein gutes Recht sein sollte, unbeschwert zu leben und die Welt zu entdecken. Das Schicksal meinte es leider anders mit dem dreijährigen Fehmaraner. Maxim hat Blutkrebs und benötigt dringend eine Stammzellspende, um zu überleben. Bislang ist eine weltweite Suche nach dem genetischen Zwilling durch die DKMS erfolglos geblieben. 

Aufgefallen war den Eltern Ann-Katrin und Christopher bereits Ende Mai 2021, dass etwas mit ihrem jüngsten Sohn nicht stimmt. Maxim ging es nicht gut, er war blass. Deutlich zu viele blaue Flecken und Einblutungen waren auf seiner Haut zu erkennen. Ein Kinderarzt vor Ort überwies den kleinen Jungen in die Kinderklinik nach Eutin. Nach vielen Blutuntersuchungen mit eindeutigen Werten kam heraus: Maxim hat Leukämie. 

„Ich habe sofort meinen Mann angerufen, ihn von der Baustelle weggeholt und wir haben uns in Eutin getroffen. Meinem Mann ging es so schlecht, dass er sprachlos war“, erinnert sich Ann-Katrin gegenüber der DKMS. „Ist es wirklich so? Stimmt die Diagnose? Diese Fragen hatten wir im Kopf.“ 

Für weitere Maßnahmen sollte Maxim nun nach Kiel gebracht werden. Ein zusätzlicher Kraftakt, denn neben dem bodenlosen Gedankenwirrwarr, warteten zu Hause in Lemkendorf noch drei weitere ganz besondere kleine Menschen auf ihre Eltern: Wer sollte sich um Leon, damals 11, Noah (7) und Elias (5), Maxims große Brüder, kümmern? Glücklicherweise erklärten sich Ann-Katrins Schwager und die Großeltern sofort bereit, die drei Jungs zu hüten.  

Im Rettungswagen in die Klinik nach Kiel

Im Rettungswagen ging es also weiter in die Klinik nach Kiel. Diverse unangenehme Untersuchungen folgten. Leider zeigten die Ergebnisse, dass der Dreijährige an der selteneren Variante der akuten lymphoblastischen Leukämie (ALL) leidet. Nur etwa 20 Prozent der Kinder mit Blutkrebs würden an dieser Variante erkranken, auch die Prognose sei schlechter, berichtet Mutter Ann-Katrin. 

Maxim erhielt fortan blockweise Chemotherapie. „Am 2. Februar gab es die letzte Chemospritze. Nach circa zwei Wochen war Max‘ Knochenmark so weit erholt, dass wir in die Erhaltungstherapie starten konnten. Er war wieder fit und freute sich darauf, am 24. Oktober in den Kindergarten zu dürfen, wo auch sein Bruder dieses Jahr noch ist“, so die Mutter gegenüber unserer Zeitung.

Diese besseren Zeiten hat die Familie mit all dem verbracht, was ein Junge in seinem Alter auch erleben sollte: auf Ponys reiten, Laufrad fahren, schwimmen, den Tierpark besuchen und gemeinsam zelten. „Wir haben den Sommer genossen und versucht, diese schrecklichen acht Monate zu vergessen.“ 

Zu hohe Zellbelastung im Hirnwasser

Im September dieses Jahres war Strahlemax, wie seine Eltern ihn liebevoll nennen, dann zu einer seiner regelmäßigen Kontrollen. Es war die fünfte von sechs Lumbalpunktionen. Bis zu diesem Zeitpunkt verlief alles normal, das Knochenmark hatte sich gut erholt. Doch die vorerst vorletzte Untersuchung sollte wieder alles im Leben der Familie verändern. „Der Arzt war am Telefon und erzählte, dass in der letzten Probe des Hirnwassers eine zu hohe Zellbelastung war. Wir sollten den Tag darauf kommen, für eine Knochenmarks- und Lumbalpunktion. Danach war alles weg, der Boden, die Luft. Ich habe meinen Mann angerufen und ihm von dem Telefonat erzählt. Er war auch stumm“, so Ann-Katrin.

Nach diesen dringend notwendigen Untersuchungen wieder auf dem Weg nach Hause, rief der behandelnde Arzt erneut an, dieses Mal mit den Ergebnissen: Es handele sich um ein Rezidiv im Zentralen Nervensystem. Ein Rückfall. Ein Schock.

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Maxim benötigt er eine lebensrettende Stammzellspende. Alle Fehmaraner werden gebeten, sich am 3. Dezember zu registrieren © Privat

Nach dieser Diagnose war klar, dass der dreijährige Maxim von Fehmarn dringend eine Stammzellspende benötigt, um zu überleben. Aktuell ist der Junge nach einer überstandenen Coronainfektion im Krankenhaus. „Man merkt, dass es ihm wieder die Füße wegzieht. Es ist nicht absehbar wann wir wieder kurz nach Hause dürfen. Für Anfang nächsten Jahres ist die Stammzellentransplantation geplant. Dass Max nur noch mit einer Stammzellentransplantation überleben kann, war von Anfang an klar, als man wusste, dass es ein Rezidiv ist. Alles andere würde nie zu einer Heilung führen. Auch jetzt sind seine Chancen nur 50/50, dass er wirklich gesund wird und bleibt. Wenn es nicht funktioniert, gibt es keine Alternativen mehr für ihn“, so die besorgte Mutter.

Jetzt registrieren und Maxims Leben retten

Maxim sucht dringend seinen genetischen Zwilling. „Deshalb ist es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen als potenzielle Stammzellspender registrieren lassen. Denn nur dann können sie als Lebensretter gefunden werden“, weiß Heiko Wagner, ein Freund der Familie. 

Unter dem Motto „Wir alle für Maxi“, organisiert er gemeinsam mit der DKMS, Familie und Freunden die Registrierungsaktion auf Fehmarn am Sonnabend (3. Dezember) in der Zeit von 11 bis 15 Uhr im Haus des Gastes in Dänschendorf, Schlagsdorfer Straße 9.  

Die Registrierung ist denkbar einfach: Lebensretter können alle Personen im Alter von 17 bis 55 Jahren werden. Es wird ein Wangenschleimhautabstrich mittels Wattestäbchen vorgenommen und die Gewebemerkmale im Anschluss im Labor untersucht. Einmal registrierte Personen sind mit ihren Daten dauerhaft in der weltweiten Datenbank zu finden, eine erneute Registrierung ist also nicht notwendig. Eine medizinische Maske muss mitgebracht werden.

Wer an diesem Tag verhindert ist, kann sich auch online hier registrieren. Auf der Homepage sind auch weitere Informationen zu finden.

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