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Fehmarn: Zukunftskonzept für den Hafen Burgstaaken vorgestellt

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Von: Andreas Höppner

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Für den Kommunalhafen Burgstaaken ist ein Gesamtkonzept erstellt worden, das den Rahmen vorgeben soll für zukünftige Investitionen, die eine nachhaltige Entwicklung des Areals sicherstellen. © Stadt Fehmarn

Im Stadtwerke- und Hafenausschuss der Stadt Fehmarn wurde das Zukunftskonzept für den Hafen Burgstaaken vorgestellt.

Fehmarn – In nur etwas mehr als einem halben Jahr ist von zwei Planungsbüros ein Zukunftskonzept für den Hafen Burgstaaken erarbeitet worden, das der Öffentlichkeit in der Sitzung des Stadtwerke- und Hafenausschusses durch Jan Sönnichsen (Destination LAB) und Torsten Wild (Claussen-Seggelke Stadtplaner) vorgestellt wurde. Zielsetzung war es, einen nachhaltigen Konzeptrahmen zu erstellen, der der wirtschaftlichen Nutzung des Kommunalhafens ebenso Rechnung trägt wie der touristischen Anziehungskraft Burgstaakens.

Für die Erarbeitung des Gesamtkonzeptes rückten die Planer einige wesentliche Kriterien in den Vordergrund, die es zu berücksichtigen galt. Laut Jan Sönnichsen sei es darum gegangen, Handlungsempfehlungen zu entwickeln, die für eine Steigerung der Aufenthaltsqualität und eine verbesserte Verkehrslenkung sorgen, dabei die Barrierefreiheit nicht außer Acht lassen und Entwicklungsperspektiven für die Zukunft aufzeigen.

Torsten Wild: Ein liebevolles Chaos

Torsten Wild sprach gleich zu Beginn seiner Ausführungen von einem „liebevollen Chaos“, das in Burgstaaken herrsche und der neutrale Besucher gerade dies möge und es Teil des Charmes sei, der den Hafen ausmache. „Die Besucher kommen da hin, weil etwas passiert“, so Wild.

Für die Stadt Fehmarn sei es positiv, dass ein Großteil der Flächen rund um den Kommunalhafen in öffentlicher Hand sei. So sei es möglich, mit „öffentlichen Impulsprojekten“ Anreize zu schaffen für private Folgeinvestitionen, sieht der Planer gute Chancen für eine nachhaltige Entwicklung des Gebietes. Wichtig sei es auf jeden Fall, die Vielfalt zu erhalten, die Burgstaaken auszeichne.

So lautet die Empfehlung der Planer, das Hafengebiet im Wesentlichen an fünf Punkten beziehungsweise Inseln zu entwickeln. Am Hafenkopf als Zulaufpunkt vor allem für Radfahrer, am Hafenmeisterplatz südlich des Kranplatzes auf der Westseite, am Netzplatz vor der Fischergenossenschaft, an der Fischerkaje zwischen Ostkai und Parkplatz sowie am Wasserdeck östlich des Parkplatzes am Binnensee. Jede Insel sollte zudem mit Sitzgelegenheiten, Beleuchtung und Aussichtspunkten ausgestattet sein.

Unübersichtliche Verkehrslenkung ein großes Manko

Dem großen Manko einer unübersichtlichen Verkehrslenkung würden die Planer im Bereich des Parkplatzes mit einer deutlichen Aufpflasterung der Anwohnerstraße entgegentreten. Sie können sich zudem vorstellen, dezentrale Fahrradabstellplätze zu schaffen, den derzeitigen Großparkplatz zu verkleinern und stattdessen im Bereich des jetzigen Bolzplatzes eine Stellplatzfläche zu errichten. Zudem schlagen sie vor, Burgstaaken an den ÖPNV anzubinden und im Bereich des Wasserdecks Infrastruktur für Wassersportangebote zu schaffen. Die Entwicklung der Maßnahmen könnte in einzelnen Etappen geschehen, machten die Planer deutlich, die aber auch empfahlen, testweise kurzfristig „einige Sachen auszuprobieren“. Beispielsweise Zonen auszuweisen, in denen Radfahrer ihr Rad nur schieben dürfen, oder auch einen Teil des Großparkplatzes zu sperren und dafür Stellplätze, wenn auch unbefestigt, auf dem Bolzplatz auszuweisen.

Die Planer haben den Ort verstanden.

Bauamtsleiter Benjamin May

„Die Planer haben den Ort verstanden“, zeigte sich Bauamtsleiter Benjamin May angetan von der erarbeiteten Gesamtkonzeption.  Ohnehin war im Ausschuss nur Lob zu hören. „Eine beeindruckende Arbeit“, machte Ausschussvorsitzende Christiane Stodt-Kirchholtes (Grüne) deutlich. Als Einwohner hatte sich eingangs der Sitzung auch Holger Micheel-Sprenger zu Wort gemeldet und die Einbindung der Bürger in den Prozess gelobt. Allerdings übte er Kritik daran, dass die Ceravis AG sich als Betreiberin der Getreidesilos und große Anliegerin „dem Prozess entzogen“ habe. „Die Beteiligung ist freiwillig. Es ist natürlich schade, wenn nicht alle Akteure eingebunden werden können“, hätte sich aber auch Benjamin May erhofft, dass sich die Silobetreiberin in den Prozess eingebracht hätte. 

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