Luftaufnahme Baustelle Fehmarnbelttunnel Dänemark
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Seit rund einem Dreivierteljahr wird an der Südküste Lollands östlich des Fährhafens Rødbyhavn an der Baustelle für den Fehmarnbelttunnel gearbeitet.

Vier Konsortien können sich bewerben

Belttunnelbau: Auftragsvolumen für elektrische Anlagen 750 Millionen Euro

  • Andreas Höppner
    vonAndreas Höppner
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Femern A/S hat vier internationale Konsortien auserkoren, die sich auf die Ausschreibung der elektrischen Anlagen bewerben können. Was wird aus den regionalen Betrieben?

  • Ausschreibungswert für elektrische Anlangen des Fehmarnbelttunnel liegt bei 750 Millione Euro.
  • Auftragsvergabe im Herbst 2022, Installationsarbeiten sollen Anfang 2023 beginnen.
  • IHK Lübeck ermutigt Betriebe der Region, sich als Zulieferer zu bewerben.

Fehmarn – Auf dänischer Seite sind die Bauarbeiten am Fehmarnbelttunnel in vollem Gange, aber auch auf deutscher Seite beginnen in diesen Tagen die ersten Arbeiten zur Einrichtung der Tunnelbaustelle. Tunnelbauer Femern A/S hat nun vier internationale Konsortien (Zusammenschluss von mehreren Unternehmen) präqualifiziert, die sich auf die Ausschreibung für die Errichtung der elektrischen Anlagen des Tunnels im Wert von 750 Millionen Euro beworben haben.

Anbieter müssen sich mit klima- und umweltfreundliche Anlagen bewerben

„Wir sind mit den Konsortien, die sich für die Lösung der anspruchsvollen technologischen Aufgabe anbieten, sehr zufrieden“, so Claus F. Baunkjær, Vorstandsvorsitzender von Femern A/S. Für Tunnelplaner sei es bei der Auftragsvergabe von entscheidender Bedeutung, dass die Anbieter in der Lage sind, den Fehmarnbelttunnel mit klima- und umweltfreundlichen Anlagen auszustatten und ihn somit zukunftssicher zu gestalten.

Auftragsvergabe im Herbst 2022

„Femern A/S rechnet damit, dass die vorläufigen Angebote der Anbieter bis Ende dieses Jahres eingehen. Die endgültigen Angebote werden für Mitte 2022 erwartet.“ Im Herbst 2022 soll voraussichtlich die Vertragsvergabe erfolgen, Anfang 2023 mit den Installationsarbeiten begonnen werden.

Vorausgewählt wurden ABB-Saipem (Norwegen, Italien, Dänemark, Schweden), Braveco (Schweden, Frankreich, Dänemark, Norwegen), SICE-Cobra (Spanien, USA, Schweden, Neuseeland, Australien) sowie Femern Technical Constructors (Österreich, Siemens Mobility Deutschland, Niederlande, Schweiz).

Die IHK zu Lübeck macht aber auch vielen Betrieben aus der Region Mut, sich als Zulieferer zu bewerben und Teil des Projekts zu werden.  Im Rahmen eines Webinars hat die IHK kürzlich rund 150 interessierte Unternehmen begrüßen können. 

Lars Friis Cornett, Deutschland-Direktor von Femern A/S, hatte zunächst den aktuellen Stand und den weiteren Ablauf der Bauarbeiten am Fehmarnbelt erläutert und auf zwei internationale Baukonsortien hingewiesen, die mit dem Tunnelbau beauftragt sind: das niederländische Konsortium Fehmarn Belt Contractors (FBC), das für die maritimen Aushubarbeiten und die Landgewinnung, einschließlich des Baus der zwei Arbeitshäfen, zuständig ist, sowie das Konsortium Femern Link Contractors (FLC), das mit dem Bau der Tunnelelementfabrik im dänischen Rødbyhavn, der Portale und Rampen für Straße und Schiene, die Errichtung der Arbeiterunterkünfte und Büroräume sowie der Fertigung und Platzierung der Tunnelelemente befasst ist.

Baustelle auf Fehmarn soll vorzugsweise mit deutschsprachigen Arbeitskräften besetzt werden

Carsten Lehmann (FLC), Manager für die Ausführung des Baus der Tunnelportale und Rampen ergänzte, dass es zwar ein internationales Projekt sei, die Baustelle auf Fehmarn aber vorzugsweise mit deutschsprachigen Arbeitskräften besetzt werde. Es würden unterschiedliche Vertragsformen zum Einsatz kommen, „um der lokalen mittelständischen Wirtschaft die Möglichkeit zu bieten, auch ohne internationale Erfahrung am Projekt teilzunehmen“.

Mittelständische Wirtschaft soll zum Zuge kommen

Vagn Rahbek (FLC) erläuterte zudem, dass es auch kleinere Aufgaben geben werde, beispielsweise bei der Versorgung der Baustelle. Dabei spielten Anforderungen an die Sicherheit auf der Baustelle und die Zuverlässigkeit der Subunternehmen eine große Rolle.

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