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Fehmarnbelttunnel: Halbzeit beim Tunnelgraben

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Von: Andreas Höppner

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Fehmarn Belttunnel Bagger Magnor
Der Tieflöffelbagger Magnor in Aktion beim Aushub vor Fehmarn. © Olaf Malzahn

Beim Fehmarnbelttunnel sind die Aushubarbeiten für den Tunnelgraben zur Hälfte abgeschlossen.

Fehmarn – Im Juli 2021 gab die dänische Projektgesellschaft Femern A/S auf dänischer Seite den Startschuss für den Aushub des Tunnelgrabens. Im September begann auch im deutschen Teil des Fehmarnbelts die Ausbaggerung. Nach rund elf Monaten feiert Femern A/S nun Halbzeit – 50 Prozent der rund 19 Millionen Kubikmeter Aushub sind bereits auf Arbeitsschiffe verladen, abtransportiert und hauptsächlich in die Landgewinnungsflächen vor Lolland verbracht worden.

Wir sind stolz darauf, die Hälfte der Aushubarbeiten abgeschlossen zu haben.

Bart Pröpper, Projektleiter bei Fehmarn Belt Contractors (FBC)

„Wir sind stolz darauf, die Hälfte der Aushubarbeiten abgeschlossen zu haben. Möglich ist das dank des Einsatzes mehrerer Spezialschiffe im Fehmarnbelt. Das ist aber auch das Ergebnis vieler Beteiligter, die sich mit Know-how und Engagement ins Projekt einbringen: Mitarbeiter und Partner von FBC, aber auch die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit Femern A/S“, lobt Bart Pröpper, Projektleiter bei Fehmarn Belt Contractors (FBC). Das niederländische Konsortium ist für Aushub und Landgewinnung beim Bau des Fehmarnbelttunnels verantwortlich.

Der Aushub des Grabens, in den die 89 Tunnelelemente ab 2024 abgesenkt werden, läuft nach Angaben von Femern A/S auf Hochtouren. Nach jetzigem Stand sollen die Aushubarbeiten im Sommer 2023 abgeschlossen sein, so Denise Juchem, Pressesprecherin von Femern A/S. Der größte Teil des Materials wird für die Landgewinnungsflächen bei Rødbyhavn genutzt. Dort entstehen rund 300 Hektar neue Natur- und Erholungsflächen. Auf der landseitigen Baustelle bei Puttgarden wird das Material beispielsweise für den Bau von Überführungen, Rampen und Dämmen eingesetzt. Später wird dort eine 16,5 Hektar große Landgewinnungsfläche östlich des Fährhafens angelegt.

FBC hat für die Aushubarbeiten einige der größten Baggerschiffe der Welt im Einsatz. Darüber hinaus unterstützen Lastkähne, Schlepper und andere Schiffe die Arbeiten. Bei der Wahl der Ausbaggerungsgeräte gehe es jedoch nicht nur um die Größe, sondern auch darum, dass die Arbeiten mit Rücksicht auf die Meeresumwelt umgesetzt werden. Die Arbeiten würden so schonend wie möglich durchgeführt, so Femern A/S in einer Pressenotiz.

Das Projekt ist für die Wirtschaft von großer Bedeutung.

Trine Bramsen, dänische Verkehrsministerin

„Das Projekt ist für die Wirtschaft von großer Bedeutung. Es schafft neue Arbeitsplätze auf Lolland und in der gesamten Region sowie Ausbildungsplätze, sodass wir auch in Zukunft qualifizierte Fachkräfte haben. Gleichzeitig wird der fertige Tunnel einen wichtigen Beitrag zum umweltfreundlichen Verkehrssektor und zu einer schnellen Bahnverbindung nach Mitteleuropa leisten. Es ist daher eine sehr gute Nachricht, dass der Bau des Fehmarnbelttunnels im Zeitplan liegt und ein wichtiger Meilenstein des Projekts erreicht wurde“, freut sich die dänische Verkehrsministerin Trine Bramsen.

Auch für den Bauherrn Femern A/S sei dieser Baufortschritt eine sehr positive Nachricht, so Henrik Vincentsen, Vorstandsvorsitzender von Femern A/S. „Wir freuen uns natürlich, dass die Arbeiten planmäßig verlaufen. Wir konzentrieren uns jetzt auf die nächsten Ziele innerhalb des Projekts. Für uns ist es wichtig, dass der Fehmarnbelttunnel so klima- und umweltfreundlich wie möglich gebaut wird.“

Erste Fabrikhalle wird hochgezogen

Auf Nachfrage teilt Denise Juchem mit, dass die nächsten großen Etappen des Projektes der Bau der Tunnelelementefabrik und die Errichtung des Tunnelportals östlich Rødbyhavn seien. Hier werde die erste der drei Fabrikhallen gerade hochgezogen. „Hier liegen wir aktuell sogar vor dem Zeitplan“, so Juchem. 

Femern A/S geht davon aus, voraussichtlich noch Ende des laufenden Jahres mit der Produktion des ersten Tunnelelements beginnen zu können. Der Bau des dänischen Tunnelportals startet gerade.

Auf der Baustelle bei Puttgarden sollen demnächst die Bodenlager für den marinen Aushub sowie die Baugrube für das Tunnelportal fertiggestellt werden.

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