Die Brüder Thomas und Helmut Börke mit einer Auswahl von Berlinern
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Thomas und Helmut Börke (v.l.) von der Insel-Bäckerei Börke mit einer Auswahl von Berlinern. Eine originelle Deko des Saison-Gebäcks darf selbstverständlich nicht fehlen.

Börke erwartet deutlichen Corona-Umsatzrückgang

Süßes zum Jahreswechsel: Berliner-Produktion brummt

  • Reinhard Gamon
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Die Backstuben sind derzeit sehr gut ausgelastet, da auf Fehmarn Berliner zum Jahreswechsel Tradition ist. Auch die Insel-Bäckerei Börke liefert das Traditionsgebäck in seine Filialen zwischen Fehmarn und Oldenburg.

  • Berliner aus eigener Herstellung bei der Insel-Bäckerei.
  • Filiale am Südstrand bis auf Weiteres geschlossen.
  • Unterschiedliche Legenden zur Entstehungsgeschichte.

Fehmarn – Nur noch wenige Stunden, dann verabschiedet sich das Corona-Jahr 2020. Jung und Alt werden dieses Mal wohl häufig ganz anders als sonst und wesentlich ruhiger den Jahreswechsel im engsten Kreise der Familie verbringen. Zur Tradition gehört es in unserer Region, schon einmal die Flasche Sekt für die Begrüßung des neuen Jahres kaltzustellen. Und es darf auf keinen Fall versäumt werden, rechtzeitig die beliebten Berliner beim Lieblingsbäcker zu ordern.

„Bei uns heißt das Gebäck Berliner, in anderen Regionen Pfannkuchen oder Kreppel“, berichtet Bäckermeister Helmut Börke von der gleichnamigen Insel-Bäckerei, der zurzeit – wie seine Berufskollegen auch – viel zu tun hat. Denn jetzt werden von den Kunden die Berliner-Bestellungen in den Filialen oder auch telefonisch vorgenommen. So sind in diesen Tagen die Backstuben mit der Produktion des Traditionsgebäcks sehr gut ausgelastet.

Auslieferung in acht Filialen

Mit den Berlinern aus eigener Herstellung werden acht der insgesamt neun Filialen der Insel-Bäckerei zwischen Oldenburg und Fehmarn beliefert. Das Geschäft am Burger Südstrand in Burgtiefe ist bis auf Weiteres geschlossen. Da zurzeit im Lockdown touristische Übernachtungen untersagt, sind, fehlen am Südstrand die Touristen als Abnehmer der Berliner.

„Aufgrund der Pandemie rechnen wir damit, dass wir in Sachen Traditionsgebäck etwa 60 Prozent Umsatzrückgang haben“, erläutert Helmut Börke. Nicht nur die Urlauber fehlten, so Börke, „viele Familien feiern den Jahreswechsel nur im kleinen Kreis oder auch gar nicht“, fügt er hinzu. 

Doch die Produktion des süßen und zugegebenermaßen kalorienreichen Gebäcks läuft auch bei Börke auf Hochtouren. Die Außenschicht der Berliner besteht entweder aus einer Glasur oder sie werden eingezuckert beziehungsweise eingepudert. Im Inneren des Gebäcks befindet sich wahlweise jeweils eine Portion Pflaumenmus, eine Himbeer-, Johannisbeer- oder Erdbeerfüllung oder auch Füllungen mit Marzipan, Eierlikör-, Schoko- und Vanille-Creme. 

Auf Bestellung gibt es auch schon mal eine Senf-Füllung, aber wie gesagt, nur auf besonderen und ausdrücklichen Wunsch.

Bäckermeister Helmut Börke

„Auf Bestellung gibt es auch schon mal eine Senf-Füllung, aber wie gesagt, nur auf besonderen und ausdrücklichen Wunsch“, schmunzelt Helmut Börke. 

Stolz ist der Bäckermeister darüber, dass er eigens mit anderen Bäckern bundesweit den richtigen Geschmack für das Traditionsgebäck entwickelt hat. Es wird alles nach eigener Rezeptur hergestellt, und über Nacht reift dann das Gebäck. „Aromastoffe werden auf keinen Fall eingesetzt“, ergänzt Helmut Börke.

Berliner, Pfannkuchen, Krapfen oder Kreppel sind als Gebäck bereits mehrere Hundert Jahre bekannt. Sie bestehen aus einem Hefeteig mit Milch, Butter und viel Ei und werden in Fett schwimmend ausgebacken.

Wie es zur Erfindung des berühmten Gebäcks gekommen ist, darüber gibt es unterschiedliche Geschichten. Die berühmteste Legende dreht sich um einen Berliner Zuckerbäcker, der die Berliner erstmals im Jahr 1756 für das Regiment Friedrich des Großen gebacken haben soll. Daher auch die Form, die an eine Kanonenkugel erinnert.

Vorläufer des Berliners – also einfache, in Schmalz gebackene Hefeballen, sind jedoch schon aus früheren Zeiten und Kulturen bekannt.

Kurzarbeit angemeldet

Zurück zur trüben Corona-Gegenwart: Helmut Börke rechnet damit, dass der derzeitige Lockdown mit seinen Einschränkungen noch über den 10. Januar hinaus andauern wird. Daher haben er und sein Bruder Thomas Börke vorsorglich für den Betrieb Kurzarbeit beantragt. „Es wird den Verkauf treffen“, bedauert Helmut Börke, „Ob auch die Produktion betroffen sein wird, ist noch fraglich“, stehe eine abschließende Bewertung noch aus. 

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