Gefahr Straßenüberquerung Burg auf Fehmarn
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Setzen sich für eine sichere Straßenüberquerung ein: Fenna Wohler (l.), Leah Schmidt und David Remling.

Kinder- und Jugendparlament Fehmarn will was bewegen

Fehmarns Jugend eine Stimme geben

  • Manuel Büchner
    VonManuel Büchner
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Das Kinder- und Jugendparlament Fehmarn setzt sich ein für die Belange der jungen Menschen. Warum eigentlich? Und: Im November geht die zweijährige Legislatur des Parlaments zu Ende.

  • Mehrere Antärge und Themen des Nachwuches auf Fehmarn auf der großen politischen Bühne.
  • Interessen und Belange der jungen Menschen nach vorne stellen.
  • Im November wird auf Fehmarn ein neues Kinder- und Jugendparlament gewählt.

Fehmarns Kinder und Jugendliche werden durch das Kinder- und Jugendparlament vertreten. Acht Mitglieder und zwei Stellvertreter hat die politische Stimme des Nachwuchses auf der Insel. Aus den eigenen Reihen kamen zuletzt gleich drei Anträge und zwei weitere Themen auf die große politische Bühne.

Die Parlamentsvorsitzende Leah Schmidt (17), ihr Stellvertreter David Remling (18) und Mitglied Fenna Wohler (18) gehen im FT-Gespräch darauf ein. Aber zuerst: Warum haben sie sich ins Nachwuchsparlament wählen lassen?

Wir wollen die Kinder und Jugendlichen vertreten, da gehört es dazu, deren Interessen und Belange nach vorne zu stellen.

Fenna Wohler

Als wichtig erachten die drei Jugendlichen, sich sozial zu engagieren. „Wir wollen die Kinder und Jugendlichen vertreten, da gehört es dazu, deren Interessen und Belange nach vorne zu stellen“, sagt Fenna Wohler. Für die 18-Jährige ist vor allem wichtig: „Wir dürfen die Dörfer nicht vergessen, auch dort gibt es Kinder und Jugendliche.“

Ich will was verändern, deshalb engagiere ich mich.

Leah Schmidt

Für David Remling, der auch bei der Feuerwehr Vadersdorf-Gammendorf ist, gehe es vor allem um Mitspracherecht, um die Interessen der jungen Menschen zu wahren. „Vieles wird zu alt gedacht“, meint Leah Schmidt, die sich auch als Jugendgruppenleiterin beim Ferienpass einbringt. „Ich will was verändern, deshalb engagiere ich mich“, sagt sie.

Integrativer Spielplatz in Dänschnedorf kann geplant werden

Ein gutes Beispiel ist der integrative Spielplatz in Dänschendorf. Mit Erleichterung hatten die Nachwuchspolitiker Anfang Juni vernommen, dass nun doch ein Planungsbüro gefunden werden konnte. „Wir haben die Fläche begutachtet, Geräte angeschaut und Preise geprüft“, sagt Wohler. „Anfang Juli soll es eine weitere Begehung geben“, ergänzt Schmidt. Es geht also voran.

Das trifft auch auf die Schaffung einer zweiten Stelle in der Jugendpflege zu. Einstimmig sprach sich der Ausschuss für Kultur, Schule, Sport und Soziales zuletzt für eine Unterstützung des Stadtjugendpflegers Michael Likus aus. Sehr zur Freude des Kinder- und Jugendparlaments.

Eher kontrovers diskutiert wurden im besagten Ausschuss zwei Anträge des Nachwuchsparlaments: eine flächendeckende Mülltrennung in der Inselschule und die Überdachung der Fahrradstellplätze samt Fotovoltaik auf diesen Dächern.

Mülltrennung an der Inselschule muss machbar sein

Für die Mülleimer sollen zunächst die Kosten geprüft werden ebenso die Frage der Entsorgung im Zusammenhang mit den Reinigungskräften. „Müllstationen auf den Etagen, dort können die Schüler die Eimer selber entleeren“, wiederholt Schmidt, was sie im Parlament bereits gesagt hatte und fragt: „Die Grundschulen und die Montessorischule bekommen es hin, warum wir nicht“, so die Schülerin der Inselschule. Wohler: „Das sollte im Sinne des Umweltschutzes verpflichtend sein.“

Dem Vorschlag, die Fahrradständer zu überdachen, traf auf breite Zustimmung – die Idee, die Dachfläche für die Erzeugung grünen Stroms zu nutzen, dagegen nicht. „Die Idee ging aus einem Schulprojekt hervor. Uns ist die Überdachung wichtig“, so Leah Schmidt, wenngleich es Förderung von der Aktivregion und der Sparkassenstiftung geben würde. „Das Geld ist da“, wurde im Ausschuss eine zusätzliche Belastung des Haushaltes als Gegenargument angeführt. „Die Fläche ist bereits versiegelt, und so kann man sie doppelt nutzen“, meinen Fenna Wohler und David Remling.

Chaos, wenn die Jüngeren über die Straßen rennen.

David Remling

Weiterhin in der Pipeline haben die Jugendlichen einen sicheren Übergang über den Niendorfer Weg. Die viel befahrene Straße trennt Schule und Bushaltestelle. „Unser Ziel ist ein Zebrastreifen“, sagt Wohler. „Die Kinder und Jugendlichen stehen hier teilweise ewig, sie sehen dann bereits den Bus an der Haltestelle“, verdeutlicht Schmidt. „Das ist ein Stressfaktor“, fügt Wohler hinzu. Remling spricht von „Chaos, wenn die Jüngeren über die Straßen rennen“.

Nach den Sommerferien soll es eine Verkehrszählung geben, um die schwierige Situation zu untermauern. Mit dem Ergebnis werden sie sich wieder an die große Politik wenden.

Im November wird ein neues Parlament gewählt

Ein wichtiges Anliegen haben die drei Parlamentsmitglieder am Ende des Gespräches. Im November dieses Jahres stehen Neuwahlen zum Kinder- und Jugendparlament an, und dann sollen möglichst viele 14- bis 21-Jährige kandieren. 

Wählen dürfen alle Zwölf- bis 21-Jährigen, die ihren Hauptwohnsitz auf Fehmarn haben. Wer Interesse hat, neugierig ist, kann die Mitglieder direkt ansprechen, ihnen jederzeit bei Instagram (jugendparlament_fehmarn) schreiben oder Kontakt mit Jugendpfleger Michael Likus oder der Stadtverwaltung aufnehmen.

Wer sich ein bisschen für Politik interessiert und etwas in seinem Umfeld bewegen möchte, ist bei uns richtig aufgehoben.

David Remling

„Wer sich ein bisschen für Politik interessiert und etwas in seinem Umfeld bewegen möchte, ist bei uns richtig aufgehoben“, sagt David Remling. Er will sich jedenfalls, genauso wie Leah Schmidt, weitere zwei Jahre für die jungen Menschen der Insel einsetzen.

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