Museums-Verein steht vor gravierenden Herausforderungen

Mit Fehmarns Museen in die Zukunft blicken

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Das Fehmarn-Museum in Burg.

FEHMARN -mb- Fehmarn hat mit dem Fehmarn-Museum in Burg und dem Mühlenmuseum in Lemkenhafen zwei Museen. Sie sind wichtige Bestandteile der Kulturszene vor Ort. Doch das Interesse der Besucher schwindet in der Tendenz von Jahr zu Jahr. „Die Eintrittsgelder decken nicht mehr unsere Kosten“, sagt Dr. Klaus-Friedrich Bumann, 2. Vorsitzender des Vereins zur Sammlung Fehmarnscher Altertümer. Der Museums-Verein betreibt beide Standorte.

Neue Ideen müssen also her, damit beide Museen zukunftsfähig aufgestellt sind. „Im Rahmen touristischer Konzepte haben alte Mühlen bundesweit in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen“, weiß der 1. Vorsitzende des Museums-Vereins. Auch „Jachen Flünk“ stelle einen Identifikationspunkt für Fehmarn dar. Zurzeit plant der Verein für die nächste Saison Mahlvorführungen (wir berichteten) – auch beispielsweise ein kleines Mühlencafé, Brotverkauf oder Ähnliches könnten die Mühle als Ausflugsziel interessanter werden lassen, so Erich, der auch eine enge Kooperation mit dem Tourismus-Service für sinnvoll erachtet. „Damit ist eine Chance auf Attraktivitätssteigerung verbunden.“ In den 80er-Jahren seien jährlich bis zu 30000 Besucher in die Museen geströmt. Das sehe mittlerweile ganz anders aus. In Burg sind es im Schnitt 1800 und in Lemkenhafen rund 4500 Gäste im Jahr. „Das hat die finanziellen Spielräume des Vereins mittlerweile stark begrenzt“, so Erich. Die Stadt Fehmarn unterstützt bereits, auf Dauer wird dies wohl nicht ausreichen.

Fragen zur finanziellen Zukunft sind aber nicht die einzigen Herausforderungen, denen sich der Verein stellen muss: Uwe Erich hört zum Ende des Jahres als 1. Vorsitzender und Kassenwart auf, ebenso seine Frau Sabine als Schriftführerin (wir berichten).


Vorstand braucht Hilfe, sonst droht das Aus

Heute Abend trifft sich der Vorstand, will über das weitere Vorgehen beraten und wird die Einberufung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung planen. Bisher ist die Suche durch den 2. Vorsitzenden noch nicht von Erfolge gekrönt. „Ich habe mich schon umgehört, aber bisher keine Zusagen erhalten“, erklärt Bumann und hofft auf Unterstützung aus der Bevölkerung. „Wir suchen einen Vorstandsvorsitzenden, einen Kassenwart und einen Schriftführer. Wer Interesse hat oder sich über die Arbeit informieren möchte, kann mit mir unter 043719395 Kontakt aufnehmen.“

Im schlimmsten Fall wäre der Museums-Verein am 1.1.2019 handlungsunfähig, wenn sich kein 1. Vorsitzender und kein Kassenwart finden. Dann müsste Bumann zum Amtsgericht, das könnte einen Notvorstand einsetzen, der dann eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberuft, um einen ordentlichen Vorstand zu wählen. Scheitert dies, müsste der Verein sich auflösen. Die Museen gehen in das Eigentum der Stadt Fehmarn über. Bis dahin will Bumann weiterhin alle Hebel in Bewegung setzen, um erst gar nicht in diese Situation zu geraten.

Nachfolgesorgen gibt es auch an anderer Stelle: „2019 geht Klaus R. Klahn in seine letzte Saison als Museumsleiter in Burg – auch für diesen Posten brauchen wir einen Nachfolger“, ergänzt Bumann.

Museen gehen in die Winterpause

Am kommenden Wochenende öffnen die beiden Museen vor der Winterpause das letzte Mal ihre Türen. „Jachen Flünk“ ist noch bis einschließlich Sonntag (28. Oktober) von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Das Burger Museum kann vor der Pause noch täglich bis zum Sonnabend (27. Oktober) von 11 bis 16 Uhr besucht werden. Abseits der regulären Schließzeiten bleiben in den Wintermonaten nach vorheriger Anmeldung unter 043715513 oder 043712788 Führungen durch das Fehmarn-Museum in Burg möglich.

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