1,1 Millionen Euro Schaden durch Hochwasser – TSF hofft auf Unterstützung aus Kiel

An Fehmarns Stränden fehlen fast 70000 Kubikmeter Sand

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Mit Radladern fahren die Bauhofmitarbeiter die am Grünen Brink angespülten Seegrasmassen zusammen.

FEHMARN -hö- Die Schäden an Fehmarns Stränden, die das Hochwasser Anfang Januar verursacht hat, sind doch viel höher als angenommen. Das Ingenieurbüro Wald & Kunath hat im Auftrag des Tourismus-Service Fehmarn (TSF) eine Bestandsaufnahme durchgeführt und ist nach Mitteilung von Tourismusdirektor Oliver Behncke auf eine Schadenssumme von 1,1 Millionen Euro gekommen. Die Deichschäden sind nicht inbegriffen, sie fallen in die Zuständigkeit des Landes.

Diese Summe ist dem Kreis Ostholstein in der vergangenen Woche mitgeteilt worden. Dieser leitet den „Bedarf“ sämtlicher Gemeinden, die Schäden angemeldet haben, an das zuständige Kieler Ministerium weiter, wo dann über eine etwaige Mittelvergabe entschieden wird.

Grüner Brink: Antrag auf Sandverschiebung

Das Wichtigste aus Sicht von Oliver Behncke ist neuer Sand für die Strände in Meeschendorf, Burgtiefe und Bojendorf. Am Südstrand werden 26000 Kubikmeter benötigt, in Meeschendorf sind es 12000 Kubikmeter. In Bojendorf, wo ein „kompletter Sandverlust“ festgestellt worden sei, müssen laut Behncke 3500 Kubikmeter neu verfüllt werden. Diese etwas mehr als 40000 Kubikmeter Sand müssten zugekauft und dann per Schiff angeliefert werden. Am Grünen Brink verhält es sich etwas anders. Auch hier ist reichlich Material abgetragen worden, doch die fehlenden 27000 Kubikmeter Sand könnten aus dem Wasserbereich entnommen und nur verschoben werden. Ein entsprechender Antrag sei bei der Unteren Naturschutzbehörde gestellt worden, berichtet der Tourismusdirektor.

Am Grünen Brink sind die Mitarbeiter des Bauhofs bereits tätig geworden, um mit schwerem Gerät den Strandbereich von Seegrasmassen zu befreien.

Oliver Behncke hofft auf eine möglichst zügige Rückmeldung aus Kiel, um entsprechende Maßnahmen rechtzeitig einleiten zu können. Ziel sei es, den Gästen bis zu Ostern Mitte April wieder einen vernünftigen Strand präsentieren zu können. Ende März, Anfang April sollen die jährlich stattfindenden Arbeiten durchgeführt werden. Nur: In diesem Jahr fehlt noch reichlich Sand.

Harald Haase, Sprecher des Wirtschaftsministeriums, teilte dem FT am Montag auf Nachfrage mit, dass das Thema Sturmflutschäden aktuell im Kabinett behandelt werde, sodass noch keine konkreten Aussagen gemacht werden könnten.

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