Der Tourismus-Service gibt sich ein Leitbild, das ein steter Begleiter sein soll

Fehmarns Urlaubsmacher

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Stellvertretend für alle Urlaubsmacher, die sich für ein Foto nicht von ihren Arbeitsplätzen loseisen konnten.

Fehmarn – Von Manuel Büchner Der Tourismus-Service Fehmarn (TSF) hat sich seit geraumer Zeit das Thema Qualitätsmanagement auf die Fahnen geschrieben und fokussiert sich seit 2018 darauf, als Dienstleister im Tourismus das Siegel „Q“ vom Verein Servicequalität Deutschland zu erlangen. Teil des Prozesses ist auch die Erstellung eines neuen Leitbildes, sozusagen einer Firmenphilosophie, die zudem für die zukünftige strategische Ausrichtung des TSF dienen soll.

„Von unseren Leistungsträgern, den Vermietern, verlangen wir stets Qualität – die müssen wir im Umkehrschluss natürlich auch liefern. Wir können uns jedes Jahr verbessern“, betont Fehmarns Tourismusdirektor Oliver Behncke im Gespräch mit dem FT. Für ihn genießt die stete Optimierung von Prozessen oberste Priorität. Die Auflagen, die mit dem Gütesiegel verbunden seien und auch das Leitbild, so der oberste Touristiker der Insel, würden Struktur und Orientierung schaffen.

Den Stein ins Rollen gebracht habe zunächst eine Umfrage unter den Mitarbeitern, denen damit die Möglichkeit gegeben wurde, sich mit ihrer Meinung und ihren eigenen Ideen in den Prozess einzubringen, erklärt Almut Wiemold, Leiterin Marketing und Produktentwicklung. „Wir haben verschiedene Abteilungen, die Schwerpunkte für ein Unternehmensleitbild ganz unterschiedlich setzen“, ergänzt Behncke.

Zur Seite stand dem TSF die Werbeagentur Marktrausch. Auf die Auswertung der Befragung folgte ein Workshop, in dem anhand der gewonnenen Erkenntnisse Prioritäten, Selbstverständnis, Werte und Ziele erarbeitet wurden. Oliver Behncke spricht von einem „inneren Prozess“, dennoch werde das Leitbild in begrenzter Form auch in der zukünftigen Marketingstrategie erkennbar werden, deutet Wiemold an.

Ein Leitbild mit konkretem Praxisbezug

Das Leitbild soll allerdings nicht irgendwo über den Dingen schweben, sondern als Handlungsorientierung und steter Begleiter im Arbeitsalltag fungieren. „Wofür wir eigentlich arbeiten, kann man schnell mal vergessen. Das passiert in jeden Unternehmen. Ein Leitbild kann dem entgegenwirken“, so Behncke. Zudem würde es auch bei der Identifikation mit dem Unternehmen helfen.

„Wir sind Dienstleister. Werden Anliegen an uns herangetragen, fangen wir nicht an, Zuständigkeiten zu prüfen. Wir denken nicht in Problemen, sondern in Lösungen. Da gilt es, unsere Ermessensspielräume walten zu lassen – fair und unkompliziert“, gibt der Tourismusdirektor einen Einblick in die Leitsätze und Unternehmenswerte, denen sich der TSF verpflichtet hat. Dazu gehöre auch: Engagement zeigen, neugierig sein, einen Blick für die Details haben, Fehmarns einzigartige Vorzüge erhalten, aber dennoch den Mut aufbringen, Neues auszuprobieren. „Lieber etwas wagen und eventuell einen Fehler riskieren, als nichts zu machen“, interpretiert Oliver Behncke für sich selbst.

Als Vision und Anker steht über allem ein Schlagwort: Urlaubsmacher. Das ist das zentrale Thema, in dem sich alle 50 Mitarbeiter inklusive Saisonkräfte in den Bereichen, sei es Buchhaltung, Tourist-Infos, Bauhof, Kurabgabe, Infrastruktur, Zimmervermittlung, Jachthafen oder Marketing, wiederfinden würden, so Wiemold. „Jeder im Haus ist ein Urlaubsmacher“, führt Behncke weiter. „Das hat ein Stück weit mit Wertschätzung zu tun. Jeder ist wichtig“, stellt der TSF-Chef klipp und klar fest. Schließlich gestalte man die schönste Jahreszeit „für unsere Gäste auf Fehmarn“. Der Begriff sei zudem auf den Punkt gebracht, einfach gehalten und komme ohne Anglizismus aus, was zur Abwechslung mal ganz erfrischend sei.

Am Ende verbindet sich mit dem Begriff eine Überzeugung, ja eine Mission. „Für unsere Gäste verstehen wir uns als Urlaubsmacher, für unsere Partner und die lokale Wirtschaft als Inselförderer und als Ideenentwickler für eine touristische Zukunft Fehmarns“, fasst es Tourismusdirektor Behncke treffend zusammen.

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