Steffi Breuer seit 1. Oktober im Amt / Insel voranbringen / Ansprechpartnerin für alle Firmen

Fehmarns Wirtschaftsförderin

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Noch ist der Schreibtisch fast leer: Steffi Breuer ist seit dem 1. Oktober Fehmarns Wirtschaftsförderin.

Fehmarn – Von Manuel Büchner – Seit dem 1. Oktober hat Fehmarn mit Steffi Breuer eine hauptamtliche Wirtschaftsförderin. Gestern erfolgte ihre offizielle Vorstellung im Rathaus, und ein sichtlich erleichterter Bürgermeister Jörg Weber (SPD) bekannte: „Endlich haben wir es geschafft.“ Immerhin habe er seit 2016 dafür gekämpft, so Weber, der sich viel von der neu geschaffenen Stelle verspricht, wenngleich der Start sicherlich nicht einfach sein werde.

Gleich am ersten Tag hat die gebürtige Schwerinerin damit begonnen, Kontakte zu knüpfen. „Das ist erst mal meine Hauptaufgabe“, weiß Breuer, die sich nicht ins gemachte Nest setzen kann. Sie übernimmt nicht den Staffelstab, ihr Schreibtisch ist noch leer.

Sich selbst ein Netzwerk aufzubauen, hängt auch davon ab, wie gut sie bestehende Netze in der Wirtschaft der Insel durchdringen kann. Als Zugezogene bringe sie frischen Wind mit, andererseits wisse sie auch, dass es zunächst ein Nachteil sein könnte, nicht alle auf der Insel zu kennen.

Breuer, die nach ihrer Ausbildung zur Bürokauffrau in Hamburg im ,Sommer noch ein Studium der Wirtschaftswissenschaften erfolgreich abschloss, hat längst die Ärmel hochgekrempelt. Erste Gespräche habe sie beispielsweise schon mit dem Unternehmerstammtisch Fehmarn und dem Verein Attraktive Burger Altstadt geführt. Kontakt zur Landwirtschaft über den Bezirksvorsitzenden auf Fehmarn des Kreisbauernverbandes, Gunnar Müller, habe sie schon aufgenommen – die Tourismusbranche, die Windkraft und das Fischereigewerbe sollen möglichst schnell folgen.

Auf ihrer To-do-Lis­te stehen auch Ansprechpartner jenseits der Insel wie der Unternehmensverband Ostholstein-Plön, der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) oder auch die Entwicklungsgesellschaft Ostholstein (EGOH). Nicht zuletzt will sie auch auf Tuchfühlung mit der Politik gehen. Mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft EGOH hat es bereits in der letzten Woche auf Fehmarn ein Gespräch gegeben. „Wir sehen uns nicht als Konkurrenten, sondern werden eng zusammenarbeiten“, so Breuer, die sich mit ihrer Tochter im Kindergarten und ihrem Mann, der als Berufssoldat nach Marienleuchte versetzt wurde, Schritt für Schritt an die neue Umgebung gewöhnt. „So langsam sind wir auf Fehmarn angekommen.“

Sich vorstellen, Hände schütteln. „Damit die Menschen wissen, wer ich bin“, erachtet die Wahlfehmaranerin als essenziell. Die 29-Jährige versteht sich als Ansprechpartnerin für alle Unternehmen auf Fehmarn. „Ich bin da, um zu helfen“, betont sie und will schnell Fuß fassen im sehr diversen Feld der Wirtschaftsförderung, das Bereiche umfasst wie beispielsweise Fördermittelakquise, Standort- suche für Unternehmen, Erweiterung und Übernahme von Betrieben, Marketing für Fehmarn, Beratung bei der Vermietung von Gewerbeimmobilien, aber auch die Hilfe bei der Suche nach Azubis oder die Frage, was möglich ist, damit mehr junge Familien sich für Fehmarn als Heimat entscheiden.

Breuers Jobbeschreibung ist daher nur schwer einzufangen, wird sie doch an vielen Stellen mitmischen. „Es sind viele kleine Aspekte, die zu einem großen Ganzen zusammenwachsen müssen“, meint die Wirtschaftswissenschaftlerin, deren Stelle in Vollzeit (39 Stunden) zunächst auf drei Jahre befristet ist.

Bürgermeister Weber pflichtet seiner neuen Mitarbeiterin bei: „Wirtschaftsförderung ist keine kurzfristige Angelegenheit. Wir werden nicht von heute auf morgen konkrete Ergebnisse erwarten können. Das ist eher ein Marathon und kein Sprint.“

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