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Fehmarnsundbrücke: Zwei 40-Tonner umgekippt

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Von: Andreas Höppner

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Ein Lkw auf der Fehmarnsundbrücke wird wieder aufgerichtet.
Mithilfe eines Krans und einer Seilwinde konnte der zur Seite gekippte Lkw im Windschatten der Feuerwehrfahrzeuge wieder aufgerichtet werden. © Alexander Rahlf

Im Zuge des Orkantiefs „Zeynep“ kippten auf der Fehmarnsundbrücke zwei große Sattelschlepper um. Die Brücke musste für mehrere Stunden gesperrt werden.

Fehmarn – Das Orkantief „Zeynep“, das in der Nacht von Freitag auf Sonnabend mit Windgeschwindigkeiten von mehr als 140 km/h über die Insel fegte, hat wie befürchtet seine Spuren auf Fehmarn hinterlassen. Zum Nadelöhr wurde einmal mehr die Fehmarnsundbrücke, die mehrere Stunden voll gesperrt werden musste, da zwei große Sattelschlepper, die von Orkanböen erfasst wurden, umstürzten.

Mithilfe eines Krans und einer Seilwinde konnte der zur Seite gekippte Lkw im Windschatten der Feuerwehrfahrzeuge wieder aufgerichtet werden. 

Fehmarns Gemeindewehrführer Torsten Steffen

Die erste Alarmierung erfolgte laut Gemeindewehrführer Torsten Steffen um 2.45 Uhr. Hier war auf der Inselseite in Höhe des Brückenübergangs ein in Richtung Norden fahrender 40 Tonner, beladen mit etwa fünf Tonnen, umgekippt. Erste am Unglücksort waren die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Großenbrode, die es nicht weit hatten, da sie kurz zuvor in der Nähe der Aral-Tankstelle einen Einsatz hatten. Sie konnten den Sattelschlepper stabilisieren. Von Fehmarn kam die Süderorter Feuerwehr hinzu, die Unterstützung leistete. „Als wir ankamen, nahm der Sturm noch zu, das habe ich noch nicht erlebt, das war lebensgefährlich für die Einsatzkräfte“, so Steffen gegenüber dem FT. Rund 400 Liter Diesel liefen aus dem Tank des Lkw aus, gebunden werden konnten der Kraft- sowie weitere Betriebsstoffe aber nicht.

Ein Lkw wird per Bergekran wieder aufgerichtet.
Mitten in der Warteschlage kippte dieser Lkw auf die Absperrung zu den Bahngleisen. Mithilfe eines Bergekrans wurde der Sattelschlepper wieder aufgerichtet. © Alexander Rahlf

Nachdem die Böen an Kraft noch weiter zunahmen, kippte ein im Stau auf der Brücke stehender 40-Tonner, der mit mehr als zehn Tonnen beladen war, in Höhe des zweiten Brückenbügels auf die Seite in Richtung Bahngleise. Bis dorthin gelangten die Fehmaraner Feuerwehrkräfte gar nicht, sodass auch hier die Feuerwehr Großenbrode eingriff, um den Sattelschlepper in seiner Position zu sichern.

Der Großenbroder Feuerwehrchef Jan Koblitz berichtete, dass es seiner Mannschaft trotz des zwischenzeitlich noch stärker gewordenen Orkans gelang, den 40-Tonner mit Zugbändern zu stabilisieren. 

Betonleitplanke musste abmontiert werden

Nachdem beide Fahrzeuge gesichert waren, kam ab etwa 4 Uhr schweres Gerät zum Einsatz. Die Bergung des ersten Lkw mit einem Kran gestaltete sich schwierig, da nach Angaben von Alexander Rahlf, Chef des gleichnamigen Bergeunternehmens, zunächst die Betonleitplanke, auf die der Lkw zuvor aufgefahren war, abmontiert werden musste.

Nachdem der Lkw aufgerichtet war, habe er im Windschatten von Feuerwehr- und Bergungsfahrzeugen abgeschleppt werden können, so Rahlf. Der zweite Lkw sei nach der Bergung hingegen fahrbereit gewesen und habe die Brücke ebenfalls im Windschatten anderer Fahrzeuge verlassen können, berichtet Rahlf, der mit seinen Fahrzeugen gegen 9 Uhr wieder auf dem Betriebshof in Neujellingsdorf war.

Staus auf beiden Seiten

Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich auf beiden Seite der Fehmarnsundbrücke lange Staus gebildet, die auf Festlandseite bis nach Heiligenhafen und auf der Insel bis zur Todendorfer Brücke reichten. Die Staus lösten sich nur ganz langsam auf, da die der Verkehr ab 10 Uhr zunächst nur wechselseitig und einspurig über die Brücke geführt wurde.

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