Fehmarn Sundquerung Tunnelportal
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Aktuell noch kaum vorstellbar, aber so soll der Tunneleingang in einigen Jahren auf der Festlandseite des Fehmarnsundes aussehen. Rechts die Fehmarnsundbrücke, die den langsamen Verkehr aufnehmen soll.

Fehmarnsundquerung: Deutsche Bahn und DEGES stellten Planungsstand vor

  • Patrick Rahlf
    VonPatrick Rahlf
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In Sachen Fehmarnsundquerung wird es konkreter. Die Deutsche Bahn und die DEGES stellten den Planungsstand vor.

  • Tunnelbau durch den Fehmarnsund.
  • Viele Bodenschichten aus Sand und Ton.
  • Nur eine Übertiefe von 13 Metern im Fehmarnsund.

Großenbrode/Fehmarn – Der Bau des Sundtunnels wird im Zuge der Festen Fehmarnbeltquerung ein Mammutprojekt werden, bei dem die Zeit drängt. Am Donnerstagnachmittag haben die Deutsche Bahn (DB) und die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) im Großenbroder „MeerHuus“ den Planungsstand vorgestellt. Im März 2020 fiel bekanntlich die Entscheidung für einen Tunnelbau durch den Fehmarnsund, seitdem laufen die Planungen im Hintergrund auf Hochtouren.

Wir müssen genau wissen, wie die Beschaffenheit aussieht.

Chefplaner Andreas Nitschke

Dass diese nicht ganz einfach sind, ließ Chefplaner Andreas Nitschke von der Ramboll Deutschland GmbH durchblicken. „Die Baugrundverhältnisse sind sehr schwierig. Ich habe in 30 Jahren viel gesehen, aber das toppt alles“, so Nitschke, der auf viele verschiedene Bodenschichten aus Sand und Ton anspielte. Aus diesem Grund müssen die landseitigen Bohrungen, die eigentlich schon hätten abgeschlossen sein sollen, ab August fortgeführt werden. „Wir müssen genau wissen, wie die Beschaffenheit aussieht. Tonböden sind sehr anfällig für das spätere Setzen von Bauwerken.“

Wassertrübung soll bestmöglich verhindert werden

Im Anschluss skizzierte Andreas Nitschke die Entwurfs- und Genehmigungsplanung für das Bauvorhaben. Sind alle planungsrechtlichen Schritte abgeschlossen, gehe es mit dem Aushub des Tunnelgrabens los. Danach folgt das Verlegen der Anker, ehe die 160 Meter langen und 50 Meter breiten Tunnelelemente ins Wasser abgesenkt werden. Diese sollen in einem auf Großenbroder Seite liegenden Trockendock produziert werden, das mehr als 500 Meter lang und 150 Meter breit sein wird. Als letzter Schritt erfolgt das Verfüllen des Tunnelgrabens, so der Bauingenieur und Chefplaner. Dabei könne mit einer fast durchgängigen Wassertiefe des Fehmarnsundes von sieben bis acht Metern gut gearbeitet werden, nur an einer Stelle gebe es eine Übertiefe von 13 Metern. 

Ein Thema war am Donnerstagnachmittag auch, wie eine Wassertrübung bestmöglich verhindert werden kann, wenn derartig starke Eingriffe in der Ostsee vollzogen werden. „Wir arbeiten mit einem auf einem Ponton stehenden Löffelbagger“, berichtete Andreas Nitschke, der außerdem davon sprach, dass der Baustellenbereich mit sogenannten Unterwasservorhängen abgeriegelt sein wird. „Eine Trübung bereits im Ansatz zu verhindern, ist das Ziel“, so der Planer. 

Regionalmanager zeigt sich erleichtert

Zu Beginn der Sitzung gab Ulrike Schenka-van Capelleveen von der Deutschen Bahn einen Einblick in die planungsrechtlichen Details und ließ verlauten, dass das letzte Anbindungsstück von Straße und Schiene an den Fehmarnsund heran erst einmal zurückgestellt werde. In der Planfeststellung laufen der vierspurige Straßenausbau der B207 sowie die elektrifizierte Schiene noch auf die Fehmarnsundbrücke zu. „Für mich ist es die beste Nachricht des Tages, dass das von der Bahn öffentlich klargestellt wurde“, sagte Regionalmanager Jürgen Zuch nach der Sitzung auf Nachfrage. Es sei völlig unsinnig, mehrere Hundert Meter Gleis und Straße in Richtung der zweispurigen Sundbrücke zu bauen, um diese nach Tunnelfertigstellung wieder zurückbauen zu müssen, fand Zuch deutliche Worte. 

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