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Fehmarnsundtunnel: Nur beschleunigte Planung hilft

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Von: Andreas Höppner

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Fehmarn Schaich Werft Verkehrsminister Madsen
Mit Sorgenfalten auf der Stirn empfingen Philipp Schaich (2.v.l.) und Ehefrau Claudia sowie Werkstattleiter Rainer Toaspern (2.v.r.) Minister Claus Ruhe Madsen (l.) und den Landtagsabgeordneten Peer Knöfler (M.) am Sund. © Andreas Höppner

Am Donnerstag besuchte Schleswig-Holsteins Claus Ruhe Madsen die Schaich-Werft in Fehmarnsund. Beim Fehmarnsundtunnel hilft nur eine beschleunigte Planung.

Fehmarn – Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (parteilos) der unlängst erst vor einer europaweiten Blamage warnte (wir berichteten), sollte Dänemark 2029 wie geplant den Fehmarnbelttunnel fertiggestellt haben, die deutsche Seite die Hinterlandanbindung – einschließlich Bau der neuen Fehmarnsundquerung – aber noch nicht, ist wieder zuversichtlicher, dass sich Deutschland nicht blamieren wird. Diesen Optimismus verbreitete er am Donnerstagnachmittag jedenfalls am Fehmarnsund bei einem Besuch der Schaich-Werft.

Ich mache mir große Sorgen, dass der Fehmarnbelttunnel fertig ist, aber nicht der Fehmarnsundtunnel

Philipp Schaich, Geschäftsführer der Schaich-Bootswerft Fehmarnsund

Zu einem Ortstermin eingeladen hatte ihn Philipp Schaich, Geschäftsführer der gleichnamigen Bootswerft, die Schaich seit vier Jahren verantwortlich führt. „Ich mache mir große Sorgen, dass der Fehmarnbelttunnel fertig ist, aber nicht der Fehmarnsundtunnel“, befürchtet Schaich. Sollte sich dann der Straßen- wie auch der Schienenverkehr über die alte Fehmarnsundbrücke quälen, hätte das aus seiner Sicht auch aufgrund der Lärmbelastung fatale Folgen für seinen Betrieb mit den kleinen Hafen am Fehmarnsund, in dem während der Wassersportsaison auch Schiffe und Hausboote liegen. 

Es sei „sehr wahrscheinlich“, dass die Hinterlandanbindung 2029 fertig ist, bekräftigte der Minister, der aber auch gestand, dass er vor drei Monaten noch eher von 2031 habe ausgehen müssen. Nun sehe es aber so aus, als ob der Zeitplan eingehalten werden könne, da die Fehmarnsundquerung als einer von vier Planfeststellungsabschnitten der Hinterlandanbindung in ein beschleunigtes Verfahren kommen werde, berichtete Madsen. Das hätten Gespräche mit der Deutschen Bahn ergeben. Es würden „drei Jahre Papierkrieg auf weniger als zwölf Monate reduziert“, sagte der Minister zu einer Straffung der Planung. Bei der Deutschen Bahn werde es als Pilotprojekt eingestuft und als „das wichtigste Projekt der nächsten zehn Jahre“ angesehen.

Madsen im Februar bei Bahnchef Lutz

Anfang Februar gebe es laut Madsen einen fest vereinbarten Gesprächstermin in Berlin mit ihm und Bahnchef Richard Lutz. Der Minister erhofft sich, dass es in diesem Gespräch weitere Aufschlüsse darüber gibt, wie dieses beschleunigte Verfahren umgesetzt wird. „Wir haben nur diese eine Möglichkeit“, ist der Verkehrsminister davon überzeugt, dass ohne ein beschleunigtes Planungsverfahren eine Fertigstellung der kompletten Hinterlandanbindung bis 2029 nicht realistisch ist.

Bahnsprecher Peter Mantik bestätigte am Donnerstagnachmittag auf Nachfrage, dass es Ideen gebe, Abschnitte, zu denen die Fehmarnsundquerung gehöre, in ein beschleunigtes Verfahren zu überführen. Auf jeden Fall begrüße die Bahn die Unterstützung aus Kiel, so Mantik.

Schulstandort Priwall muss erhalten bleiben

Den Besuch des Ministers nahm der Werftchef auch zum Anlass, eine weitere Sorge zu äußern. Dabei geht es um die Zukunft der Landesberufsschulen für Bootsbauer und Segelmacher auf dem Priwall. Der Standort müsse unbedingt erhalten bleiben, so Schaich, der im hiesigen CDU-Landtagsabgeordneten Peer Knöfler aus Großenbrode einen Fürsprecher an seiner Seite weiß.

Madsen machte deutlich, dass es in das Ressort seiner Ministerkollegin Karin Prien (CDU) falle, er Schaichs Anliegen aber mitnehmen wolle. Dieser wies gegenüber dem FT noch einmal darauf hin, dass bereits andere Bundesländer, darunter Nordrhein-Westfalen, Ambitionen hätten, diese bundesweite Ausbildung an sich zu ziehen. Das Land Schleswig-Holstein müsse deshalb alles dafür tun, „dass der Standort auf dem Priwall, direkt am Meer, erhalten bleibt“, fordert Philipp Schaich.

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