Im Bauantrag fehlen streng geschützte Riffe / Verkehrsstaatssekretär spricht von einem „Fehler“

Femern A/S muss wohl nachbessern

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Streng geschützte Riffe sind im Fehmarnbelt nachgewiesen worden.

Fehmarn –hö- Es gibt streng geschützte Riffe im Fehmarnbelt, die Einfluss auf den Bau des Fehmarnbelttunnels haben können. Diese Erkenntnis ist nicht neu, der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) hat darauf zuletzt im vergangenen Herbst öffentlich hingewiesen. Im Bauantrag der dänischen Projektgesellschaft Femern A/S sind diese aber nicht berücksichtigt. Möglicherweise ein schwerwiegender Fehler, wie sich jetzt herausstellt.

  • Planergänzung oder -änderung mit erneuter öffentlicher Auslegung der Unterlagen
  • Amt für Planungsfeststellung informierte unverzüglich das Bundesverwaltungsgericht
  • Femern A/S nimmt es gelassen

So haben Untersuchungen des Kieler Umweltministeriums die Funde des Nabu bestätigt. Es soll sogar weitere, bislang unentdeckte Riffflächen an der Trasse geben. Diese Untersuchungen sind noch nicht vollständig abgeschlossen, doch offenbar sind die bisherigen Ergebnisse so gravierend, dass der schleswig-holsteinische Verkehrsstaatssekretär Thilo Rohlfs die Nichtberücksichtigung der Riffe in den Planunterlagen als „Fehler“ bezeichnet, der aber „im Rahmen eines ergänzenden Verfahrens“ geheilt werden könne. Allerdings: Eine Planergänzung oder -änderung würde eine erneute öffentliche Auslegung der Unterlagen erfordern, wie Harald Haase, Sprecher des Verkehrsministeriums, am Montag dem FT bestätigte.

Laut Rohlfs sei das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig, wo mehrere Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss anhängig sind und ab September verhandelt werden sollen, bereits durch das beim Ministerium angesiedelte Amt für Planfeststellung „unverzüglich und auch umfassend“ informiert worden. „Wir sind guter Hoffnung, dass die Verhandlung im Herbst dennoch wird stattfinden können“, ist der Verkehrsstaatssekretär zuversichtlich.

Nabu-Meeresschutzexperte Dr. Kim Detloff, errinnert daran, dass die vom Nabu angezeigten Riffe zwar in älteren Planungsunterlagen bereits verzeichnet waren, sie aber im Laufe der Projektentwicklung wieder verschwanden.

Femern A/S gibt sich derweil ziemlich unbeeindruckt. „Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens haben unsere Umweltexperten umfangreiche Untersuchungen der Riffkulisse vorgenommen. Es handelt sich hierbei um ein großes Team international anerkannter Experten mit jahrelanger Erfahrung auf diesem Gebiet. Wir haben daher großes Vertrauen in diese Untersuchungen, die im Rahmen umfassender Öffentlichkeitsbeteiligungen den zuständigen Umweltbehörden vorgelegt worden sind“, teilt eine Sprecherin von Femern A/S mit.

„Sollten nun neue, abschließende Ergebnisse vorliegen, werden unsere Experten diese selbstverständlich prüfen“, so Femern A/S, das von einem guten Dialog mit den deutschen Behörden spricht.

Die dänische Projektgesellschaft erwartet übrigens nicht, „dass hieraus eine Verzögerung für das Projekt entsteht.“

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