Auflösung bei Generalversammlung abgewendet – Werner Feldmann zum neuen Vorsitzenden gewählt

Die Festival-Group bleibt bestehen

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Der neue Vorstand der Fehmarn-Festival-Group (v.l.n.r.): 1. Vorsitzender Werner Feldmann, Schriftführerin Petra Meyer und Kassenwart Dirk Piel. 2. Vorsitzende Hilke Hahn fehlt.

FEHMARN - loj - Die Fehmarn-Festival-Group (FFG) bleibt bestehen. Das ergab die Jahreshauptversammlung am Sonnabend im „Flora-Café“ in Altjellingsdorf. Nachdem die beiden Vorsitzenden zurückgetreten waren und die Gruppe auch sonst mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, drohte die Auflösung. 31 stimmberechtigte Mitglieder der FFG waren nach Fehmarn gekommen, um über die Zukunft der Fehmarn-Festival-Group und der Fehmarn-Festival GmbH zu entscheiden.

Der erste Vorsitzende Martin Schulte hatte sein Amt wegen gesundheitlicher Probleme abgegeben. Der zweite Vorsitzende Manuel Köneking war im September 2015 zurückgetreten. Dem war ein Rechtsstreit über die Nutzung des Festivalgeländes auf dem Campingplatz Flügger Strand, dessen Besitzer die Familie Köneking ist, vorausgegangen (wir berichteten). Damit war die FFG praktisch handlungsunfähig, weshalb beide Posten nun neu zu besetzen waren.

Im Vorfeld hatte es einige Diskussionen über die Zukunft des Vereins gegeben. Ein Teil der Mitglieder war dafür, ihn komplett aufzulösen, andere wollten am Verein und dessen Konzept festhalten. „Warum soll man etwas künstlich aufrechterhalten?“, fragte Petra Meyer in die Runde. Sicher, die Prioritäten und Lebensumstände haben sich bei vielen Mitgliedern verändert. Vorstandsarbeit sei offenbar nicht mehr attraktiv. Dem widersprach ein Großteil der Anwesenden, weshalb das Thema Auflösung wieder in den Fokus rückte. Doch zunächst galt es, eine neue Führungsspitze einzusetzen. Im Falle einer Auflösung müsste nämlich eine Entscheidung über den Verbleib des restlichen Vermögens getroffen werden. Bleibt ein Verein diese schuldig, entscheidet die Stadt, in diesem Falle Fehmarn, was damit passiert.

Der von Schriftführer Uli Overmann geführten Versammlung sollte eine außerordentliche Mitgliederversammlung folgen, falls sich kein neuer Vorstand finden würde. Denn auch Uli Overmann stellte sich nicht wieder zur Verfügung.

Weil das Fehmarn Open Air (FOA) nicht mehr fortgeführt wird, stand die Frage im Raum, ob überhaupt noch Veranstaltungen organisiert werden. Hilke Hahn machte den Vorschlag, zurück zu den Wurzeln zu gehen: kleine Konzerte in Kneipen oder ähnlich kleinerem Rahmen. Dabei könnte lokalen Bands und Nachwuchskünstlern eine Plattform geboten werden. Außerdem solle darüber nachgedacht werden, die Fehmarn-Festival GmbH aufzulösen. Der Vorschlag fand einige Fürsprecher, woraufhin Hilke Hahn versicherte, sie werde sich als zweite Vorsitzende oder als Schriftführerin im neuen Vorstand engagieren. Ihre Bedingung war aber, dass die FFG nicht aufgelöst würde, sondern nur die GmbH.

Günter Rammoser, ein Mitglied der ersten Stunde, bat um ein klares Meinungsbild, was eine Auflösung der FFG betrifft. Eine klare Mehrheit sprach sich für den Fortbestand aus, woraufhin Uli Overmann zu den Neuwahlen überging.

Werner Feldmann stellte sich für den Posten des ersten Vorsitzenden zur Verfügung. Mit einer Gegenstimme und sechs Enthaltungen wählten ihn seine Vereinskollegen ins Amt. Mit zwei Gegenstimmen und neun Enthaltungen wurde Hilke Hahn zur zweiten Vorsitzenden gewählt. Dirk Piel wollte eigentlich nicht wieder als Kassenwart kandidieren, ließ sich jedoch überzeugen, weitere drei Jahre im Vorstand zu bleiben. Annette Grosse bot sich ebenfalls für den Posten an. 23 Stimmen entfielen auf Dirk Piel, er bleibt also Kassenwart. Petra Meyer wird zukünftig als Schriftführerin im Vorstand mitarbeiten. Sie stellte zudem den Antrag, die Fehmarn-Festival GmbH im laufenden Geschäftsjahr aufzulösen. Die Versammlung votierte einstimmig für eine Auflösung. Da die Fehmarn-Festival-Group bestehen bleibt, kann das noch vorhandene Kapital also für neue Projekte verwendet werden. Wie die aussehen und welchen Kurs die FFG in Zukunft nimmt, wird der neue Vorstand erarbeiten.

Den Rechtsstreit wegen des FOA 2012 hat die FFG verloren. Sie muss die Gerichtskosten tragen und wird auf dem Campingplatz Flügger Strand kein Festival mehr abhalten. Die Suche nach Alternativen läuft.

Weil ein neuer Vorstand zusammentrat, konnte die außerordentliche Mitgliederversammlung abgesagt werden. Günter Rammoser pflegt künftig die Facebook-Seite, auch die Website wird in neue Hände gelegt, damit sich die Bürger wieder über die Fehmarn-Festival-Group informieren können.

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