Stadtwerke wollen Entlastungspumpwerk bauen / Strikte Trennung der Zuständigkeiten

Flaschenhals Neue Tiefe

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Stadtwerkeleiter Sascha Deisinger vor der Fehmarn-Karte, auf der sämtliche Gewässer verzeichnet sind.

Fehmarn – Von Andreas Höppner Bürger aus Neue Tiefe durften in der Vergangenheit häufiger die unliebsame Erfahrung machen, vor allem bei Starkregenereignissen nasse Füße zu bekommen. Die rund 50 Jahre alte Pumpstation schafft es nicht mehr, in kritischen Fällen das Schmutzwasser in Richtung Klärwerk Burgstaaken zu befördern. Das soll demnächst aber ein Ende haben. So wollen die Stadtwerke Fehmarn die in die Jahre gekommene Pumpstation nicht nur auf Vordermann bringen, sondern vielmehr mit dem Bau eines zusätzlichen Entlastungspumpwerks gänzlich auf der sicheren Seite sein.

An die Pumpstation in Neue Tiefe ist nicht nur der in die Zuständigkeit der Stadtwerke Fehmarn fallende Bereich Burgtiefe angeschlossen, sondern auch das gesamte Einzugsgebiet Ostfehmarn. Hier liegt die Schmutzwasserbeseitigung in der Verantwortung des Zweckverbandes Ostholstein (ZVO), der dann aber in das Netz der Stadtwerke einleitet. „Neue Tiefe ist wie ein Flaschenhals“, so Stadtwerkeleiter Sascha Deisinger gegenüber dem FT.

In der Sitzung des Stadtwerke- und Hafenausschusses verwies er auf die Dimension des Einzugsgebietes Fehmarn-Ost. „Das macht etwa ein Fünftel der Inselfläche aus.“ Doch nicht nur die einzelnen Ortsteile in Fehmarns Osten entsorgen über die Leitungen des ZVO, angeschlossen sind hier auch die Campingplätze an der Ost- sowie Südküste bis Meeschendorf.

Für die Stadtwerke Fehmarn geht es mit der geplanten Investition aber nicht nur um die Ertüchtigung der bestehenden Pumpstation, in der die Mess- und Schalttechnik angepasst sowie eine Betonsanierung durchgeführt werden muss. „Es geht auch um eine klare Trennung der Mengen, die eingeleitet werden“, so Deisinger. Auf der einen Seite die des ZVO, auf der anderen die der Stadtwerke.

Bislang sei das technisch nicht möglich gewesen. Deshalb auch der Bau eines Entlastungspumpwerks als sogenanntes „Mess- und Drosselbauwerk“. Hier wird genau festgehalten, welche Menge der ZVO in das Netz der Stadtwerke einleitet. Wird die Menge kritisch, gibt es laut Deisinger mehrere Warnstufen, über die der ZVO sofort informiert wird, damit dieser seinerseits darauf reagieren und die abgeführte Menge drosseln kann. Mit dem Bau einer Druckrohrleitung von der Pumpstation Neue Tiefe nach Burgtiefe wollen die Stadtwerke die klare Trennung der Zuständigkeiten unterstreichen.

In der Sitzung des Stadtwerke- und Hafenausschusses erläuterte Deisinger, dass der ZVO schon einige Anstrengungen unternommen hätte, den hohen Fremdwassereintrag zu reduzieren, doch dieser läge bei Starkregenereignissen immer noch bei 200 bis 250 Prozent. „Er betrug schon mal 400 Prozent, normal seien 30 bis 40 Prozent“, machte der Werkleiter deutlich.

Verhandlungen mit dem ZVO

Aktuell führen die Stadtwerke Verhandlungen mit dem ZVO über die Abnahmemodalitäten des Schmutzwassers aus Fehmarns Osten. Die vertraglichen Regelungen, die bislang bestehen, sind nicht ausreichend. Sascha Deisinger hofft, dem Ausschuss im ersten Quartal 2020 das Verhandlungsergebnis präsentieren zu können, damit es im zweiten Quartal zum Vertragsabschluss kommt.

Für die Sanierung der Pumpstation Neue Tiefe und den Bau des Entlastungspumpwerks haben die Stadtwerke 260000 Euro eingeplant. Die Druckrohrleitung von Neue Tiefe nach Burgtiefe schlägt mit 200000 Euro zu Buche. Laut Deisinger will man bis Ostern 2020 mit dem Leitungsbau fertig sein, das Entlastungspumpwerk soll im Herbst 2020 stehen, die Sanierung des Hauptpumpwerks Anfang 2021 abgeschlossen sein.

Deisingers Fazit: Nach Abschluss der Bauarbeiten ist die Pumpstation Neue Tiefe „fit für die nächsten 30 Jahre“.

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