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Förderung auf den Weg gebracht: Ausschreibung Mobilitätskonzept überzeugt Aktivregion

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Von: Manuel Büchner

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Mobilität Konzept Klimaschutz Fehmarn
Verkehrsinfarkt ade? Kaum vorstellbar, dass zukünftig die Burger Innenstadt autofrei sein könnte. Das Mobilitätskonzept soll auch dieses Tabuthema betrachten. © Reinhard Gamon

Im Arbeitskreis Klimaschutz und Klimaanpassung der Aktivregion Wagrien-Fehmarn stellte Fehmarn die geplante Ausschreibung für ein Mobilitätskonzept vor und konnte überzeugen.

Oldenburg/Fehmarn – Der Arbeitskreis Klimaschutz und Klimaanpassung der Aktivregion Wagrien-Fehmarn ist dabei, seinen fachlichen Beitrag für die Fortschreibung der Entwicklungsstrategie zu leisten. Auf der digitalen Sitzung am 3. Februar stellte Manuela Kroll von der Aktivregion erste Ergebnisse der Öffentlichkeitsbeteiligung vor. Klimaschutz, Anpassung an die Folgen des Klimawandels und Kompensationsmaßnahmen seien die großen Themen, denen sich der Arbeitskreis praxisorientiert annähern müsse, so Kroll.

Beratungsangebote für Bürger hoch im Kurs

Mit den einführenden Worten im Kopf konnten die Teilnehmer anschließend über die Zoom-Chatfunktion eigene Ideen in den Arbeitskreis einbringen. Neben Aufklärung und Wissensvermittlung – vor allem Beratungsangebote für Bürgerinnen und Bürger – wurde die gemeindeübergreifende Zusammenarbeit thematisiert, für die sich unter anderem Verwaltungsmitarbeiter Lars Laußat vom Klimatrio der Stadt Fehmarn stark machte.

Autarker Wohnmobilplatz in Gollendorf geplant  

Über ein konkretes Vorhaben informierte beispielsweise der Vorhabenträger eines neuen Wohnmobilplatzes in Gollendorf. Der solle möglichst klimafreundlich errichtet und anschließend energieautark betrieben werden. Die Kreisklimaschutzbeauftragte Leslie Matthiesen erinnerte an die momentane Erstellung eines Solardachkatasters für die Liegenschaften des Kreises und brachte Fördermöglichkeiten für die Weiterbildung von Fachkräften ins Spiel, die dringend gebraucht würden für die Installation der Anlagen. Ihre Fachkollegin Sonja Kühnau beim Zweckverband Ostholstein (ZVO) verwies unter anderem auf eine Verbesserung der Gebäudeeffizienz, Mitarbeitersensibilisierung oder den Ausbau einer Tank- und Ladeinfrastruktur. Was der Kreis bereits hat, will der ZVO bis Ende März erstellen: ein Klimaschutzkonzept.

Fehmarns Tourismuschef Oliver Behncke sprach sich für die kostenlose Nutzung des ÖPNV für Gäste aus, die Kurabgabe zahlen, die eigenen Fahrzeuge wolle man auf E-Antrieb umstellen und sich ebenfalls verstärkt um Solar auf betriebseigenen Gebäuden kümmern.

Konzept: Wegbereiter für attraktive Infrastruktur

Zudem ging es um eine zukunftsfähige Infrastruktur, mit einem verbesserten Wegenetz für Radfahrer und insgesamt um attraktive, klimaneutrale Mobilitätsangebote. Ein perfekter Übergang zum konkreten Projektantrag der Stadt Fehmarn im Arbeitskreis. Über die Aktivregion wird ein Förderantrag für die Erarbeitung eines Mobilitätskonzepts eingereicht. Übergeordnetes Ziel des Konzepts: Eine attraktive Infrastruktur bis 2030, die klimaneutrale Mobilität ermöglicht. Der Arbeitskreis konnte von der Ausschreibung – und somit von der Förderwürdigkeit – überzeugt werden. Die Projektkosten liegen geschätzt bei 190000 Euro. Die Förderquote durch die Aktivregion beträgt 60 Prozent.

Mobilität als wichtiger Faktor für das Erreichen der Klimaziele

Beate Burow, Leiterin der Geschäftsstelle des Umweltrates Fehmarn, stellte Ziele, gewünschte Ergebnisse, Untersuchungsrahmen und beteiligte Akteure vor. Zum Hintergrund: Im Juni 2019 hatte die Stadtvertretung den Klimanotstand beschlossen. Die Insel soll bis 2030 klimaneutral werden. Ein Maßnahmenkatalog mit Handlungsfeldern, auf die Politik und Verwaltung im Sinne des Klimaschutzes Einfluss nehmen können, wurde mehrheitlich im Dezember verabschiedet. Als wichtiges Handlungsfeld gelte die Mobilität, so Burow. Es gehe darum, aus dem Konzept konkrete Maßnahmen abzuleiten, die als Grundlage für die Entscheidungsfindung der Politik dienen sollen, erklärte Burow, die neben Laußat und Johannes Hügel (beide Bauamt) das Trio komplettiert. 

Ziele Mobilitätskonzept Fehmarn

Zu den Zielen des Konzepts zählen die Schaffung eines sicheren Rad- und Fußverkehrs, die Vermeidung saisonaler Verkehrsinfarkte auf der Insel, der Abbau von Barrieren, die Beseitigung von Lücken im Wegenetz oder auch die Schaffung öffentlicher/gemeinschaftlicher Mobilitätsangebote.

Gwünschte Ergebnisse Mobilitätskonzept Fehmarn

Gewünschte Ergebnisse des Konzepts: Die Erarbeitung eines Handlungsleitfadens zur schrittweisen Umsetzung von Maßnahmen entlang einer Zeitschiene, eine Kostenbetrachtung und Bewertung der zu leistenden Investitionen sowie Messbarkeit von Fortschritten im Zuge eines Monitorings und nicht zuletzt die Benennung von Zielkonflikten, also die Einbindung von Tabuthemen – wie beispielsweise die autofreie Innenstadt in Burg.

Untersucht werden sollen Verkehrsteilnehmer (Einwohner, Gäste), der Anlass der Mobilität sowie Verkehrsformen wie Fuß- und Radverkehr, motorisierter Individualverkehr, Parkplätze, ÖPNV, Boots- und Schiffsverkehr und Reiten.

Ausschreibung eines Mobilitätskonzepts für Fehmarn überzeugt

Knapp 30 Personen stimmten am Ende ab, von denen dem Ansinnen Fehmarns 81 Prozent eine hohe Qualität bescheinigten. Als Nächstes wird der Förderantrag zur Beschlussfassung in der Vorstandssitzung der Aktivregion vorgelegt. Wird er gebilligt, kann die Förderung beim Land beantragt werden.

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