Peter Niemann aus Sulsdorf: „Wir haben das erste Elektroauto auf Fehmarn“ – Vermietung geplant

Fortbewegung aus der Steckdose

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Da, wo sich bei anderen Fahrzeugen die Tankklappe befindet, kommt das Kabel rein. Peter Niemann ist stolzer Besitzer des ersten Elektromobils auf der Insel Fehmarn.

FEHMARN - Von Jana Bergmann - Bei Familie Niemann aus Sulsdorf stehen alle Zeichen auf grün, denn Peter Niemann, Inhaber des „Land-gut-Hotels Lindenhof“verkündet: „Wir haben das erste Elektroauto auf Fehmarn“. Mit dem Elektromobil ganz ohne Verbrennungsmotor fährt es sich ganz emissionsfrei. Und grün ist der kleine Flitzer gleich im doppelten Sinne, denn auch die Farbe des Fahrzeugs ist lindgrün.

„Wir wollten neue Wege gehen und zukunftsorientiert handeln, vielleicht einen kleinen Beitrag dazu leisten, die Luft etwas besser zu machen“, begründet Peter Niemann die Entscheidung, ein Elektroauto anzuschaffen. Der kleine Zweisitzer werde in erster Linie an Einheimische und vor allem auch die Gäste des „Lindenhofs“ verliehen. Für Einkaufstouren oder Ausflüge an den Strand zum Beispiel.

Derzeit fährt Peter Niemann selbst das Auto, um zu prüfen, ob alle Angaben des Verkäufers zutreffen. Schließlich wolle er vermeiden, dass die Mieter mit dem Autos irgendwo liegen bleiben oder sich plötzlich nur noch mit 20 Stundenkilometern fortbewegen können, weil es vielleicht ein Problem mit den Akkus gibt. Ab Mai stehe das Auto dann zur Vermietung bereit.

Laut Hersteller habe das „Lindenmobil“, wie Niemanns es nennen, eine Reichweite von 100 Kilometern bei einer Geschwindigkeit von maximal 65 Stundenkilometern. Über einen Kippschalter lasse sich die Geschwindigkeit außerdem auf 40 Stundenkilometer drosseln und dann vergrößere sich die Reichweite auf 140 Kilometer.

„Wir sind hier auf einer Insel, die nicht sehr groß ist, eine Reichweite von 100 Kilometern reicht hier aus“, findet Niemann. Große Sprünge kann man wahrlich nicht machen, aber Familie Niemann hat das Auto ja auch in erster Linie zu Vermietungszwecken angeschafft, für interessierte Fehmaraner und die eigenen Gäste. Wenn es gut angenommen wird, könne er sich vorstellen noch bis zu vier weitere Elektromobile anzuschaffen, so Niemann. Fehmaranern, die sich auch für ein solches Gefährt interessieren, vermittelt Peter Niemann außerdem gerne einen Kontakt zu dem Händler, von dem auch sein eigenes Fahrzeug stammt.

Den Vorteil an dem Elektrofahrzeug sieht Niemann vor allem im Anschaffungspreis und darin, dass gerade dieses reine Elektromobil ganz ohne Verbrennungsmotor nur mit Strom betrieben werde, man also folglich von den hohen Benzinpreisen gar nicht betroffen sei. Außerdem spare man Steuern, denn es fährt gänzlich emissionsfrei. Das habe bei der Zulassungsstelle schon für einige Verwirrung gesorgt, im ersten Anlauf wurde das „Lindenmobil“ nicht zugelassen, weil keine Schadstoffklasse eingetragen war.

Inzwischen hat es aber eine Zulassung und darf am Verkehr teilnehmen, wie ein ganz normales Fahrzeug. Allerdings: „Rein rechtlich handelt es sich nicht um ein Auto“, erklärt Peter Niemann. Das „Lindenmobil“ habe eine Quadzulassung. Es könne aber auf der Autobahn fahren und als Fahrer brauche man einen Führerschein der Klasse B.

Die erste größere Tour über die Sundbrücke hat der kleine Elektroflitzer auch schon hinter sich. Nach Heiligenhafen ist Peter Niemann gefahren, das war die längste Tour bislang. Und wie fährt es sich so? „Gut, aber etwas ungewohnt“, sagt Peter Niemann und wer einen Blick ins Innere des „Lindenmobils“ wirft, weiß auch warum. Es hat keine Kupplung und über den Schaltknüppel lässt sich nur zwischen Vorwärts- und Rückwärtsgang wählen.

Viel Komfort kann der Fahrer auch nicht erwarten, auf alles was Strom verbraucht, wie zum Beispiel eine Klimaanlage, ist zugunsten der Reichweite verzichtet worden. Aber ein Radio und ein kleines Gebläse besitzt das „Lindenmobil“ sehr wohl.

Wenn die Batterie komplett leer ist, muss das Auto mindestens sechs Stunden angeschlossen werden, bevor es weitergehen kann. Laden kann man die Akkus über ein Ladekabel an jeder normalen 220-Volt-Steckdose. Spezielle Ladestationen sind nicht erforderlich. Dennoch bedauere er, dass es auf Fehmarn noch keine Parkplätze extra für Elektroautos gebe, mit Steckdosen, an denen die Akkus geladen werden können, wie in anderen Städten, so Niemann und fügt hinzu: „Das ist aber sicher der Tatsache geschuldet, dass es eben das erste Elektroauto auf der Insel ist“.

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