Mitgliederversammlung der IG Südstrand / Geschockt von geplanter Bebauung bei der Strandburg

Fragen satt zum Südstrand

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Diskutierten Südstrand-Themen: Waltraud Krapp, Eberhard Toillié und Bernd Intemann (v.l.) bei der Mitgliederversammlung am Südstrand.

Fehmarn – nic – Ob es am neuen Tagungstag lag? Statt an Karfreitag kam die Südstrand Interessengemeinschaft Feh- marn erstmals am Gründonnerstag zur Mitgliederversammlung im IFA-Ferienzentrum zusammen.

Die Transformation des bekanntlich für gewöhnlich eher streitbaren Zusammenschlusses von Eigentümern und Vermietern am Südstrand gipfelte in einer, man könnte schon sagen, harmonischen Veranstaltung, die nach wie vor nichts an Fragefreudigkeit der Teilnehmer, wie es um den Südstrand und seine Zukunft bestellt ist, eingebüßt hatte. Dabei reichte das Spektrum von der Promenaden-Umgestaltung, der Städtebauförderung „Arne-Jacobsen-Siedlung, Burgtiefe“ und der Seebrücke bis hin zum Verkaufspavillon an der Promenade und zur allgemeinen Sauberkeit am Südstrand. Nicht zu vergessen: der Dauerbrenner Spielwiese. Da gab es jede Menge Fragen, die CDU-Stadtvertreter Werner Ehlers und Tourismusdirektor Oliver Behncke den Mitgliedern der Interessengemeinschaft aus erster Hand beantworteten, ohne diesmal verbal richtig was auf die Mütze zu bekommen. Allen stand ein fried- liches Osterfest bevor. Neu auf der Themenliste der investigativ nachfragenden Mitglieder und Feriengäste: die geplante Bebauung westlich der Strandburg. Eberhard Toillié von der IG Fehmarn hatte die wichtigsten Fakten des Bauausschusses vom 12. März noch einmal zusammengefasst. Das reetgedeckte „Haus am Strand“ und die weiteren Gebäude der beiden Grundstücke sowie das erst im vergangenen Jahr gebaute WC-Gebäude – das Grundstück gehört der Stadt – sollen laut Plänen des Investors bekanntlich abgerissen werden und einem Neubau mit vier Vollgeschossen plus Dach- und Garagengeschoss weichen (wir berichteten). Die fünf Vollgeschosse würden es bei 22 Metern über dem Garagengeschoss auf rund 24 Meter bringen, das benachbarte Hotel Bene sei nur 13 Meter hoch. 70 Stellplätze auf der Garagen- ebene, 50 Ferienwohnungen plus 20 sonstige Wohnungen sowie Gewerbeeinheiten im Erdgeschoss würden es auf fünfmal so viel Wohndichte pro Quadratmeter Grundstücksfläche bringen, wie bei- spielsweise das Bene habe. Der Aufstellungsbeschluss war bekanntlich abgelehnt worden.

rn bittet die Stadtvertretung: Keine Veränderung des derzeit gültigen B-Planes, der eine 3-Geschoss-Bebauung vorsieht, keine Veränderung der Baugrenzen und kein Verkauf des städtischen Grundes zur Vergrößerung des Baugrundstückes.

„Dass da was passieren wird, das ist klar“, werde der Investor nach dem Nachbessern des ursprünglichen Vorhabens („Das war eine Nummer zu groß“, so Ehlers) wieder an die Stadt herantreten, ist sich Werner Ehlers sicher.

Peter F. Butenschön von der IG ProFehmarn sprach beim derzeitigen Bauvorhaben „von einem gruseligen Ding“ und forderte an die Adresse von Werner Ehlers die Politik dazu auf, das Bauvorhaben „bitte sehr, sehr sorgfältig und kritisch“ zu begleiten.

Das erwartet auch die IG Südstrand. Einige Mitglieder sahen in diesem Projekt „Anfänge, wie bei der Spielwiese“, eine Misere, aus der Stadt und Politik hoffentlich gelernt hätten, so einige IG‘ler und legten den Finger auf die Wunde. Bitter schmeckte die Erinnerung, seinerzeit kein Baugebot erlassen zu haben. „Ein Fehler der Stadtvertretung“, musste Ehlers einmal mehr einräumen und vernahm sehr wohl die Warnungen aus der Versammlung, es nicht noch einmal so weit wie nebenan, der Spielwiese, kommen zu lassen und dem Investor klare Grenzen aufzuzeigen. „Sie haben doch Ihre Erfahrungen gemacht“, kam es aus dem Saal. Und Ehlers versicherte: „Wir werden da- rauf achten.“

Die Umgestaltung der Promenade, bekanntlich ein 12,7-Millionen-Euro-Projekt, sei auf einem guten Weg, erklärte Tourismusdirektor Oliver Behncke auf Nachfrage. Mit den Tiefbauarbeiten gehe es schneller als erwartet voran, sie könnten im Oktober/November abgeschlossen sein, so Behncke.

Über 7000 Pflanzen sollen an der Promenade gepflanzt, Schwarzkiefern gesetzt werden, die Parkplätze seien mit Schotterrasen versehen, reagierte Oliver Behncke auf den Eindruck einiger Versammlungsteilnehmer, es würden mehr Flächen versiegelt als vorher.

Die Promenade werde drei Spiel- und vier öffentliche Grillplätze aufweisen. Ein Spielplatz sei für Kleinstkinder geeignet, auf den anderen beiden Plätzen werde das Thema Papierschiffchen eine Rolle spielen, so Behncke. Vier Schutz- sowie drei Aufenthaltspavillons komplettierten zusammen mit dem 16,50 Meter hohen Aussichts- turm an der Landspitze die 1,4 Kilometer lange Erlebnispromenade. Die soll für Radfahrer freigegeben werden, wenn das Miteinander zwischen Fußgängern und Radlern funktioniere. Ob das angedachte Fahrradparkhaus für Liegeplatzinhaber noch kommen werde, sei noch nicht 100-prozentig fix, so Oliver Behncke auf Nachfrage von IG-Sprecher Bernd Intemann, der die Mitgliederversammlung leitete.

Was den Jachthafen betrifft, hofft Oliver Behncke nach Abschluss aller Maßnahmen auf eine 4-Sterne-Klassifizierung. Bislang verfüge der Jachthafen über keine Klassifikation.

Die „Eduard Nebelthau“, ein ehemaliges Seenotrettungs- und späteres Ausbildungsboot der DGzRS, steht jetzt im Jachthafen Burgtiefe und kann auf dem Hafenplatz von außen besichtigt werden, ließ Oliver Behncke auf der Mitgliederversammlung der Südstrand Interessengemeinschaft wissen.

Aus Reihen der Eigentümer und Vermieter am Südstrand kam im Zusammenhang mit den baulichen Vorhaben eine Anregung. So gab ein Mitglied der Interessengemeinschaft Werner Ehlers empfehlend mit auf den Weg, neben dem Bauausschuss vielleicht ergänzend einen Gestaltungsbeirat zu etablieren, der als unabhängiges Sachverständigengremium bei planerischen und baulichen Herausforderungen beraten und zu nachhaltigen Lösungen beitragen könne mit dem Ziel, eine hohe baukulturelle Qualität zu erreichen.

Einen im wahrsten Sinne des Wortes „frischen Fisch“, erst am Tag der Mitgliederversammlung ganz frisch beschlossen, ließ Behncke auf der zweistündigen Infoveranstaltung von der Angel. Am Steg des Café „Sorgenfrei“ an der Westmole soll es erstmals in dieser Saison einen Fischverkaufs-Kutter geben. Spätestens ab dem 1. Mai sollen dann dort Frisch-, Räucherfisch und Fischbrötchen verkauft werden.

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