Tourismusdirektor Oliver Behncke und Ausschussvorsitzender Christian Muus
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Tourismusdirektor Oliver Behncke (l.) und Ausschussvorsitzender Christian Muus führten durch die letzte Sitzung des Fachausschusses in diesem Jahr.

Hohe Energiepreise schlagen voll durch

Freizeit- und Erlebnisbad „FehMare“ sorgt für höheres Minus beim Tourismus-Service Fehmarn

  • Andreas Höppner
    VonAndreas Höppner
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Der Tourismusausschuss der Stadt Fehmarn kam zu seiner letzten Sitzung in diesem Jahr zusammen. Einige Kennzahlen bereiten den Ausschussmitgliedern Sorge.

  • „FehMare“ meldet zusätzlichen Bedarf von 135000 Euro an.
  • Tourismus-Service Fehmarn will 2022 zwei MIlionen Euro investieren.
  • 414000 Euro will der Tourismus-Service Fehmarn im Veranstaltungsbereich aufwenden.

Fehmarn – Die Abschlusssitzung des Tourismusausschusses in diesem Jahr war durchweg von einer guten Stimmung geprägt, wenngleich einige Kennzahlen durchaus Sorgenfalten auf der Stirn der Ausschussmitglieder hinterlassen haben. Vorneweg das „FehMare“, das nur wenige Tage vor der Sitzung am Dienstag für den Wirtschaftsplan 2022 bei den Betriebskosten einen zusätzlichen Bedarf von 135000 Euro angemeldet hat. Auslöser seien der rapide Anstieg der Energiekosten, aber auch der Reinigungskosten. Somit steigt das Betriebsführungsentgelt von zunächst angemeldeten 900000 Euro auf 1,035 Millionen Euro. Die Folge: Der voraussichtliche Jahresverlust des Tourismus-Service Fehmarn (TSF) beträgt im kommenden Jahr nicht mehr 259500 Euro, sondern 394500 Euro.   

Das hat nichts mit schlechter Wirtschaftsführung zu tun.

Tourismusdirektor Oliver Behncke

„Das hat nichts mit schlechter Wirtschaftsführung zu tun“, stärkte Tourismusdirektor Oliver Behncke „FehMare“-Geschäftsführer Stephan Pospischil den Rücken. Mit dem Problem hätten sämtliche Schwimmbäder zu kämpfen. „Das mit dem ,FehMare‘ ist ärgerlich“, sagte Ausschussvorsitzender Christian Muus (CDU), doch auch jeder Privathaushalt sei von der Explosion der Energiekosten betroffen.

Höhere Kurabgabe könnte 2023 Thema werden 

Der Ausschuss einigte sich einstimmig darauf, die Kröte zu schlucken und dem Wirtschaftsplan zuzustimmen, doch zeigte er schon den Weg auf, wie man zukünftig gegensteuern könne, vielmehr müsse: mit der Anpassung der Kurabgabe und der Eintrittspreise im „FehMare“.  

Da im September bereits beschlossen worden war, die Höhe der Kurabgabe (zwei Euro Hauptsaison, ein Euro Nebensaison) für 2022 unverändert zu lassen, wäre erst 2023 etwas machbar. Der Tourismusdirektor erinnerte zusätzlich daran, dass nach den Investitionen in den Ausbau der Jachthafenpromenade der TSF-Etat in den nächsten Jahren durch höhere Abschreibungen belastet würde, sodass zukünftig auch aus diesem Grund Handlungsbedarf bestünde.

Wenn es sich mit der Ausgabenseite so extrem verhalte, müsse man über beides nachdenken, machte auch Bürgermeister Jörg Weber (SPD) deutlich. Denn der städtische Haushalt wird bekanntlich durch einen höheren TSF-Jahresverlust stärker belastet, da dieser von der Stadt auszugleichen ist. Sein Blick wanderte dabei in Richtung Lars Hviid (FWV), der auch Aufssichtsratsvorsitzender der „FehMare“-Betriebsgesellschaft ist. Hviid verwies darauf, dass die Preisgestaltung in die Verantwortung der Geschäftsführung falle, man aber selbstverständlich Gespräche führe.

In Wirtschaftsplan, den der stellvertretende Tourismusdirektor Volker Aermes kurz vorstellte, sind Investitionen in Höhe von zwei Millionen Euro ausgewiesen, wobei etwa die Hälfte über Kredite finanziert werden soll. In den zurückliegenden zwei Haushaltsjahren war der TSF laut Behncke ohne eine Kreditaufnahme ausgekommen.

Zu den größeren Investitionen zählen der Bau einer Holzsteganlage in Burgstaaken (360000 Euro), die Errichtung von Fotovoltaikanlagen auf TSF-Gebäuden (100000 Euro), Planungskosten für ein Buhnenkonzept plus Sandaufspülung (100000 Euro) sowie Planungskosten für eine große Seebrücke in Burgtiefe (100000 Euro). Ferner soll am Standort Niobe eine Schutzhütte (75000 Euro) errichtet sowie zum WC eine Druckrohrleitung (50000 Euro) verlegt werden. Für barrierefreie WC-Schiebetüren sind 20000 Euro eingeplant. Auch am Jachthafen soll noch einmal zugelegt werden. Für WLAN an den Stegen sind 20000 Euro vorgesehen, auf der Wunschliste steht zusätzlich die Anschaffung digitaler Portpanels, die tagesaktuell die Belegung der Liegeplätze anzeigen. 120000 Euro möchte der TSF in die Hand nehmen, aber nur, wenn die Investition mit 55 Prozent über die Aktivregion Wagrien-Fehmarn gefördert wird.    

Zu den Maßnahmen, die in 2022 unmittelbar ergebniswirksam werden, zählen Stegsanierungen im Jachthafen (150000 Euro), die Dachsanierung am TSF-Gebäude (120000 Euro), die Sanierung der Brücke am Grünen Brink (60000 Euro) sowie die Fortschreibung des Tourismusentwicklungskonzeptes (50000 Euro).

TSF plant mit „normalen Veranstaltungsjahr“

Für den Veranstaltungsbereich wird mit Aufwendungen in Höhe von 414000 Euro gerechnet und liegt somit in ähnlichem Bereich wie in diesem Jahr mit 416000 Euro. Der TSF plant laut Behncke mit einem „normalen Veranstaltungsjahr“: mit Großveranstaltungen wie das Surf- oder das Bulli-Festival, mit kleineren, aber qualitativ guten Veranstaltungsformaten, aber auch mit traditionsreichen Events wie das Rapsblütenfest oder das Weinfest sowie Kinderveranstaltungen.

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