Corona und Ausschussarbeit (6. Teil): Schwerpunkte für den Stadtwerke- und Hafenausschuss

Führungsrolle für Stadtwerke?

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Die Erweiterung des Ladesäulennetzes hält Christiane Stodt-Kirchholtes in Zukunft bei den Stadtwerken Fehmarn gut aufgehoben.

Fehmarn – Von Andreas Höppner Kurz vor dem Lockdown hatte der Stadtwerke- und Hafenausschuss Anfang März noch einmal tagen können, sodass lediglich die Juni-Sitzung gestrichen werden musste. Aus Sicht der Ausschussvorsitzenden Christiane Stodt-Kirchholtes (Grüne) verkraftbar, denn die Stadtwerke und die für den Hafenbereich zuständigen Mitarbeiter der Stadtverwaltung hätten fast uneingeschränkt weiterarbeiten und das Tagesgeschäft gut erledigen können. Stadtwerkeleiter Sascha Deisinger habe während dieser Zeit schriftlich per E-Mail informiert.

  • Klimaneutralität bis 2030
  • Ausschussvorsitzende vermisst Power in den Fachbereichen
  • Jahresabschluss 2018 erst im vierten Quartal

Eigenständigkeit „eine gute Entscheidung“

„Auf die Stadtwerke kann man sich verlassen“, zeigt sich die Ausschussvorsitzende mehr als zufrieden mit der Arbeit, die im Eigenbetrieb der Stadt Fehmarn geleistet wird. Parallel erinnert sie daran, dass es für Überlegungen, die Stadtwerke wieder unter das Dach der Stadt Fehmarn zurückzuführen, im vergangenen Jahr keine politische Mehrheit gegeben habe. „Eine gute Entscheidung“, findet Stodt-Kirchholtes, die sich vorstellen kann, die Aufgabenbereiche beziehungsweise Kompetenzen des Eigenbetriebes noch zu erweitern.

Hier zielt sie vor allem auf den im Sommer des letzten Jahres gefassten Beschluss der Stadtvertretung ab, auf Fehmarn bis 2030 Klimaneutralität zu schaffen. Den Stadtwerken traut sie dabei eine Führungsrolle zu, denn schon jetzt überzeuge der von Sascha Deisinger geleitete Eigenbetrieb mit innovativen Konzepten. So hält sie die Stadtwerke geradezu prädestiniert dazu, die Insel Fehmarn durch einen Netzausbau in Sachen E-Mobilität weiter und vor allem spürbar voranzubringen.

Stodt-Kirchholtes erinnert zudem an den in der März-Sitzung des Ausschusses gefassten Beschluss, dass die Stadtwerke innerhalb eines Jahres für sich ein Klimaschutzkonzept erarbeiten sollen, um möglichst schnell – weit vor 2030 – klimaneutral wirtschaften zu können. Schon jetzt würden die Stadtwerke beispielsweise alles daran setzen, das Klärwerk in Burgstaaken „möglichst energieautark zu betreiben“, so Stodt-Kirchholtes, die überzeugt ist, dass die Stadtwerke sämt- liche Maßnahmen zum Klima- und Umweltschutz vorbildlich umsetzen.

„Da wünsche ich mir schon ein wenig mehr Power bei der Stadt“, vermisst die Ausschussvorsitzende hingegen in den Fachbereichen der Stadtverwaltung bislang ein wenig den letzten Kick, den Weg zur Klimaneutralität bis 2030 mit Maßnahmen und Projekten zu unterfüttern.

Als wichtigen Beschluss, den der Stadtwerke- und Hafenausschuss in jüngster Zeit gefasst habe, sei die Anpassung der Hafengebühren gewesen, so Stodt-Kirchholtes. Es habe zunächst zwar große Bedenken gegeben, doch diese hätten sich nicht bestätigt. „Es gab überall Verständnis“, resümiert die Ausschussvorsitzende, die darauf verweist, dass sich das Gebührenniveau im Vergleich zu anderen Häfen immer noch im unteren Bereich bewege.

Jahresabschluss 2018 ein „Corona-Opfer“

Es gibt aber auch einen Bereich, in dem die Stadtwerke selbst noch einen Gang zulegen müssen – bei der Vorlage der Jahresabschlüsse. Hier hätte der Abschluss 2018 eigentlich in der Juni-Sitzung des Ausschusses vorgelegt werden sollen, doch auch im September liege das Zahlenwerk noch nicht vor, bedauert Stodt-Kirchholtes. „Die Prüfer kamen corona- bedingt nicht auf die Insel und schaffen den Abschluss nicht im September, es geht erst im vierten Quartal.“ Letztendlich gebe es aber Schlimmeres, für sie sei es ein „hinnehmbares Corona-Opfer“.

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