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Für das Café „Sorgenfrei“ auf Fehmarn beginnt 2022 ein neues Kapitel

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Von: Manuel Büchner

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Café Sorgenfrei Fehmarn Burgtiefe
Alles leer geräumt: Das „Sorgenfrei“ hat an der Einfahrt zum Burger Binnensee dicht gemacht. © Andreas Höppner

Das Kult-Café „Sorgenfrei“ am Ende der Tiefehalbinsel öffnet 2022 nicht wieder. Dafür geht die Geschichte des Cafés, die 1990 in Orth begann, am Jachthafen Burgtiefe ab Ostern weiter.

Fehmarn – 2021 war die letzte Saison im Café „Sorgenfrei“ in Burgtiefe. Die Chefin des Etablissements, Sibylla Braun, hat ihren Pachtvertrag zum 31. Dezember 2021 gekündigt, zuvor alles leer geräumt und den Schlüssel zum „Sorgenfrei“ nach 16 Jahren Betrieb an den Besitzer der Immobilie zurückgegeben.

Ein Ort zum Seele baumeln lassen

Ein Ort zum Seele baumeln lassen: Viele Jahre galt der ehemalige Rettungsschuppen am westlichen Ende des Südstrands als Synonym für malerische Sonnenuntergänge inklusive in den Jachthafen einfahrender Segelboote. „Ich habe lange darüber nachgedacht und jetzt aus freien Stücken einen Schlussstrich gezogen“, so die Gastronomin, die das „Sorgenfrei“ 1990 in Orth quasi erfunden hat. Zunächst noch belächelt, ein Café im damals noch verschlafenen Hafendorf aufzumachen, entwickelte sich das Café prächtig. Zwar habe es acht Jahre gedauert, um den Laden zum Laufen zu kriegen, so Braun, aber am Ende „war es eine sehr schöne Zeit“, die allerdings unfreiwillig zu Ende ging: Ihr wurde nach 15 Jahren gekündigt.

Das wollte ich versuchen – und hab‘s gut hinbekommen.

Sibylla Braun
Sorgenfrei Sibylla Braun Fehmarn
„Sorgenfrei“-Chefin Sibylla Braun geht 2022 in ihre 32. Saison. © Andreas Höppner

Und wie es der Zufall so will: Am nächsten Tag habe ihr ein Angebot für den alten Rettungsschuppen auf dem Tisch gelegen. „Das wollte ich versuchen – und hab‘s gut hinbekommen.“ Auch hier hat es ein paar Jahre gedauert, bis alle Zahnräder ineinandergriffen. Herausfordernd blieb es dennoch, sei es durch die herausfordernde Müllabfuhr-Situation oder den Anbau des Wintergartens, der den Innenraum eher zum Durchgangsbereich habe werden lassen. „Das war nicht meine Idee, sondern eine Entscheidung des Immobilienbesitzers“, sagt sie. Der hätte ihr zuletzt auch immer kürzer laufende Pachtverträge angeboten. „Da hatte ich keine Planungssicherheit mehr für Investitionen in Ausstattung oder Renovierung“, erklärt die Gastronomin.

Knackpunkt für die „Sorgenfrei“-Chefin: fehlende Arbeitskräfte

Ein weiterer Knackpunkt: der Arbeitskräftemangel. Von der Insel komme kaum noch Nachwuchs in der Ferienzeit, es fehle an Unterkünften fürs Personal, auch bei der Agentur für Arbeit sei „nichts zu holen gewesen“. Selbst über eine Vermittlungsagentur habe sie suchen lassen. „Bis auf einen Fall war das ein Desaster.“ Es gab Zeiten, da füllten 21 Angestellte alle Lücken, zuletzt waren es nur noch sieben Personen in der Rotation, verdeutlicht Sibylla Braun die schwierige Lage für einen Betrieb, der sieben Monate jeden Tag von morgens bis teilweise spät in die Nacht geöffnet hatte.

Pandemie kein Entscheidungsgrund

Die Pandemie ist für Braun hingegen kein Grund. „Wir sind ein Saisonbetrieb von Ostern bis Oktober und somit im Winter nicht betroffen.“ Im Gegenteil – im Sommer seien eher noch mehr Gäste gekommen.

Sorgenfrei Jachthafen Burgtiefe
Das neue „Sorgenfrei“ an der Jachthafenpromenade Burgtiefe will an Ostern wieder durchstarten. © Andreas Höppner

Mit Fehmarn abgeschlossen hat die Gastronomin aber noch lange nicht. Schon vor zehn Jahren hat sie sich am Rundsteg im Jachthafen Burgtiefe ein zweites Standbein aufgebaut und viel Arbeit reingesteckt. Eine gläserne Einhausung bietet den direkten Kontakt zum Wasser, den Blick auf die Segler und den neuen Aussichtsturm, zählt Braun auf und schwärmt auch von der neuen Promenade. „Das ist wirklich toll geworden.“

Ein paar Ideen möchte ich noch umsetzen, verraten wird aber noch nichts.

Sibylla Braun

Für ihr neues „Sorgenfrei“ am Jachthafen hat die Gastronomin noch Pläne. „Ein paar Ideen möchte ich noch umsetzen, verraten wird aber noch nichts.“ Wenn alles nach Plan läuft, also die Pandemie nicht dazwischenfunkt, geht Sibylla Braun ab Ostern in ihre 32. Saison. „Ich habe noch Lust und freue mich darauf.“

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