L209 Unfall LBV Seitenstreifen
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Von der Straße abgekommen: Ein Lkw musste am 2. März auf der L209 ausweichen und fuhr sich im unbefestigten Seitenstreifen fest.

Gefährliches Pflaster L209: Zwischen Landkirchen und Petersdorf ist der Seitenstreifen nicht befahrbar

  • Manuel Büchner
    VonManuel Büchner
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Auf dem Streckenabschnitt der L209 zwischen Landkirchen und Petersdorf fehlt es den Seitenstreifen an Standfestigkeit. Der zuständige Landesbetrieb warnt vor dem Befahren.

  • Sanierung Landesstraße 209 zwischen Orth-Landkirchen wurde im Dezember 2021 abgschlossen.
  • Bankette bieten keine Standsicherheit.
  • Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) setzt auf besseres Wetter und Vegetation.

Fehmarn – Wer die sanierte Landesstraße 209 zwischen Landkirchen und Orth befährt, kann eigentlich nicht meckern. Die 8,5 Kilometer, die kurz vor Weihnachten freigegeben wurden, sind mit der vorherigen Buckelpiste nicht mehr zu vergleichen. Das Land und der Zweckverband Ostholstein haben auch 3,6 Millionen Euro in den Ausbau gesteckt. Ein Gewinn für Fehmarns Straßennetz. Dennoch bereitet die Straße Probleme – und zwar zwischen Landkirchen und Petersdorf. Die Straße ist nicht breit genug für großen Begegnungsverkehr und die Bankette als Ausweichmöglichkeit nicht stabil genug. Tiefe Rillen und Fahrzeugspuren bezeugen dies eindrucksvoll.

Die L209 ist in diesem Bereich rund fünf Meter breit. Damit ist ein Begegnungsverkehr Lkw-Lkw oder Lkw-Bus nicht möglich.

LBV.SH

Der zuständige Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) bestätigt die Problemlage auf Nachfrage und teilt schriftlich mit: „Die L209 ist in diesem Bereich rund fünf Meter breit. Damit ist ein Begegnungsverkehr Lkw-Lkw oder Lkw-Bus nicht möglich.“ Im Begegnungsfall müssten die Einmündungen zum Ausweichen genutzt werden. Die sind aber eher sporadisch angelegt und übertreffen kaum die Länge zweier Pkw.

Spurrillen im Seitenstreifen gefährlich 

Jörg Josef Wohlmann aus Dänschendorf kennt die Verkehrssituationen nur zu gut. Er fährt die Strecke regelmäßig. „Wenn mir ein Lkw entgegenkommt, bremse ich auf Schrittgeschwindigkeit ab.“ Ob Brummifahrer, Bus, große landwirtschaftliche Fahrzeuge oder Wohnmobil – sei in eine Richtung das Fahrzeug größer als ein Pkw, müsse auf einer Seite deutlich abgebremst oder auf die Bankette ausgewichen werden. Im Seitenbereich sehe man in regelmäßigen Abständen tiefe Spuren, so Wohlmann, der diese teilweise bis zu 30 Zentimeter tiefen Reifenspuren als gefährlich erachtet.

Bis zu 30 cm tiefe Spurrillen zeigt Jörg Josef Wohlmann. Dahinter geht es abschüssig in einen Graben.

Wie gefährlich es sein kann, zeigte Anfang März ein Lkw-Unfall kurz hinter der Tankstelle in Richtung Petersdorf. Der Fahrer musste einem entgegenkommenden Lkw auf den abschüssigen Seitenstreifen ausweichen, schaffte es aber nicht wieder schnell genug auf die Fahrbahn und touchierte einen Baum.

Der LBV.SH schreibt zu den unbefestigten Seitenstreifen: „Durch die hohen Niederschlagsmengen im Januar und Februar weisen die Bankette derzeit keine Standfestigkeit auf, sodass sich die Probleme witterungsbedingt noch verschärft haben.“ Der LBV.SH hat entsprechende Schilder aufgestellt, die vor dem Befahren des Seitenstreifens warnen.

Mehrere Warnschilder hat der LBV.SH entlang der Strecke aufstellen lassen.

Da der Untergrund noch stark wassergesättigt sei, könne derzeit nur eine eingeschränkte Instandsetzung der Bankette erfolgen. An mehreren Stellen ist sichtbar, dass der Landesbetrieb bereits ausgebessert hat. „Es sind Stellen, die aber kurze Zeit später schon wieder kaputt gefahren wurden“, hat der Dänschendorfer beobachtet. Nicht zuletzt sorge auch die Fahrstreifenbegrenzung für weniger Fahrfläche – immerhin insgesamt 60 cm auf beiden Seiten der fünf Meter breiten Straße.

Spurrillen auf der L209 – entlang der Strecke häufig zu sehen.

Die Lösung? Warten auf besseres Wetter

Eine grundlegende Veränderung der Situation lasse sich nur im Zuge einer grundhaften Erneuerung der Straße mit Verbreiterung der Fahrbahn erzielen, heißt es vom LBV.SH. Und weiter: „Dazu müssten die an der Strecke vorhandenen, gesetzlich geschützten Baumreihen beseitigt werden und zusätzlicher Grunderwerb erfolgen.“ Die vorhandenen Probleme würden allerdings nicht ausreichen, „um die notwendigen zusätzlichen Eingriffe rechtfertigen zu können“, teilt der Landesbetrieb mit.

Der LBV sieht aber Licht am Ende der Straße: „Durch steigende Temperaturen und mehr Vegetation werden sich die Wassergehalte der Bankette reduzieren und zu verbesserten Standsicherheiten führen.“

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