Eine Außenterasse mit angeketteten Stühlen
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Angekettete Stühle auf den Außenterrassen in der Burger Altstadt sollen ab der kommenden Woche der Vergangenheit angehören.

Außengastronomie ab 12. April wieder erlaubt

Gefühle fahren Achterbahn bei Fehmarns Gastronomen

  • Andreas Höppner
    vonAndreas Höppner
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Die Außengastronomie darf ab 12. April unter strengen Auflagen wieder öffnen. Das FT hörte sich mal bei Gastronomen auf Fehmarn um.

  • Hotelbetrieb in der „Burg-Klause“ bleibt überwiegend geschlossen.
  • Bei der Stadtbäckerei Junge seit drei Wochen Nachfrage nach Tischen im Außenbereich.
  • „Korfu“ und Eisdiele wollen Außenterassen bei gutem Wetter nutzen.

Fehmarn – Erleichterung, Skepsis, Zweifel, Unsicherheit, Freude – die Gefühlswelt in der Gastronomie und den Beherbergungsbetrieben gleicht auch einen Tag nach der Ankündigung der Landesregierung, die Außengastronomie in einem Großteil Schleswig-Holsteins, darunter auch in Ostholstein, ab dem 12. April (Montag) unter strengen Auflagen wieder zuzulassen, einer Achterbahnfahrt.

Wir befürworten den Schritt grundsätzlich.

Tourismusdirektor Oliver Behncke

„Wir befürworten den Schritt grundsätzlich“, begrüßt Tourismusdirektor Oliver Behncke erste Lockerungen, zumal der Kreis Ostholstein sichergestellt habe, dass eine Kontaktnachverfolgung über die Luca-App erfolgen könne.

Hans-Peter Wolf, Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbandes Ostholstein, und neben seinem Sohn Bastian Inhaber des Hotel-Restaurants Burg-Klause in Burg, ist hin- und hergerissen von der Ankündigung, in vier Tagen wenigstens die Außengastronomie öffnen zu dürfen. „Jeder Tag, den wir wieder früher öffnen können, ist ein guter Tag, doch es muss auch Sinn machen“, gibt der 60-Jährige zu bedenken. Denn nach einer fast halbjährigen Schließzeit sei ein größerer Betrieb wie der der Burg-Klause nicht von heute auf morgen wieder hochzufahren, obwohl es auch nur eine Teilöffnung sei, ergänzt er. So bleibe das Hotel bis auf wenige beruflich bedingte Übernachtungen geschlossen, ebenso die Innengastronomie. Und die Außengastronomie sei stark wetterabhängig. Deshalb werde das weitere Vorgehen noch beraten. Personalpolitik und Wareneinkauf, „das muss alles stimmig sein“, so Wolf, der am Donnerstag sagte, „wir brauchen noch einen Tag“.

Jasmin Bauer: Wir freuen uns einfach

Dennoch, jede positive Nachricht hinsichtlich vorsichtiger Öffnungsschritte wird in der Branche mit Erleichterung aufgenommen. Auch in der Burger Altstadt. „Wir sind definitiv am Start, wir freuen uns einfach, es geht langsam wieder bergauf“, ist Jasmin Bauer von der Filiale der Stadtbäckerei Junge happy, dass wenigstens die Tische im Freien wieder genutzt werden dürfen. Die Stammgäste fragten bereits seit drei Wochen, wann es wieder losgeht.

Steffi Milosch, Büroleiterin der Eisdiele Burg-Eis, will bei gutem Wetter ebenfalls wieder die Bedienung auf der Außenterrasse aufnehmen. Trotzdem bleibe sie skeptisch und verweist auf die Bund-Länder-Konferenz am 12. April.

Auch das Restaurant Korfu werde selbstverständlich die Außenterrasse öffnen, „wenn das Wetter mitspielt. Wir haben so lange gewartet“, äußert sich Niko Peitsidis gegenüber dem FT. Allerdings müsse noch die Verordnung vorliegen, macht er deutlich, dass noch detaillierte Informationen fehlten. Dennoch: „Wir sind vorbereitet.“

Für Hans-Peter Wolf müssen Öffnungsschritte auch Sinn ergeben.

Stichwort Vorbereitung, Peter Wolf hat den Wunsch an die Politik, dass weitere Öffnungsschritte, sofern sie kommen sollten, mit einer gewissen Vorlaufzeit in einer „relativ ruhigen Phase“ angekündigt werden. Zehn Tage wären für ihn okay.

Wir hoffen auf den Sommer.

Hans-Peter Wolf, Vorsitzender des DEHOGA-Kreisverbandes

„Wir hoffen auf den Sommer“, macht Hans-Peter Wolf deutlich, dass die Politik keine überstürzten Entscheidungen treffen sollte. Denn eines könne man auf gar keinen Fall verkraften – ein drittes Mal schließen zu müssen.

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