Delegation will Bundestag von übergesetzlichen Schutzmaßnahmen überzeugen

Auf geht‘s nach Berlin

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Genau acht Jahre nach der 1. Sitzung tagte am Donnerstag das Dialogforum Feste Fehmarnbeltquerung zum 33. Mal.

Fehmarn – Von Manuel Büchner Auf den Tag acht Jahre lag gestern die erste Sitzung des Dialogforums Feste Fehmarnbeltquerung (FFBQ) zurück. Einberufen auf Initiative des Landes soll das Forum eine Form der Bürgerbeteiligung für Tunnel, Hinterlandanbindung und Fehmarnsundquerung sein. Am Donnerstag fand die 33. Sitzung im Gewerbezentrum Oldenburg statt. „Wir haben viel erreicht und die Kraft, trotz unterschiedlicher Interessen, Einigungen zu erreichen“, zog der Sprecher des Dialogforums, Dr. Christoph Jessen, eine positive Bilanz. Zugleich mahnte er: „Wir brauchen keine Kämpfe unter uns – sondern alle Kraft für den Bundestag.“

Das Stichwort: die Bundestagsbefassung mit den Forderungen der Region für übergesetzliche Schutzmaßnahmen entlang der Hinterlandanbindung. Dafür soll in Berlin bei den Bundestagsabgeordneten geworben werden und zwar am Donnerstag (12. September) – mit Unterstützung der hiesigen Bundestagsabgeordneten Bettina Hagedorn (SPD) und Ingo Gädechens (CDU) sowie Ministerpräsident Daniel Günther (CDU). In den Kampf zieht die wohl 18-köpfige Delegation mit einem Flyer mit allen wichtigen Infos, einem Antrag, den die Fraktionen als Vorlage nutzen können, und mit dem Betroffenheitspapier der Region, dessen Forderungen sich auf fast 595 Millionen Euro belaufen, um die Beeinträchtigung der Region zu reduzieren.

„Es ist ein extrem enger Zeitplan“, sagte Jessen, denn gesetzt den Fall, die Forderungen werden noch im Rahmen des Haushaltes 2020 vom Bundestag gebilligt, müsste der Beschluss in der Sitzungswoche Ende November fallen. „Ich hoffe, der übergesetzliche Schutz wird beschlossen, aber es kann auch anders laufen“, gab Thomas Keller, Bürgermeister in Ratekau und Sprecher des FFBQ-Projektbeirats, zu bedenken. So sei es auch beim Ausbau der Rheintalbahn gewesen. „Falls es nicht im ersten Anlauf klappt, dürfen wir unsere Ambitionen nicht einstellen“, gab sich Keller kämpferisch.

An seiner Seite weiß das Forum das Land Schleswig-Holstein. „Wir unterstützen ausdrücklich die Forderung nach übergesetzlichen Schutzmaßnahmen“, bekräftigte Karin Druba aus dem Landeswirtschaftsministerium erneut die Position des Landes. Von Berlin verspricht sie sich viel. „Das wird eine gute Geschichte.“ Weniger gut, so Druba, sei im Forderungskatalog weiterhin Bad Schwartaus Sieben-Meter-Troglösung. Hohe Kosten, fünfeinhalb Jahre Vollsperrung und acht Jahre längere Bauzeit zählte sie auf. „Das halten wir einfach nicht für realistisch.“

Jessen griff indes seine Eingangsworte auf. „Wir müssen uns einheitlich präsentieren, zuhören und konzentrierte Gespräche führen.“ Nur dann bestehe die Chance, die Ziele für die Region durchzusetzen.

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